Montag, 13. April 2026

Stadtwerke MünsterKalte Nahwärme im Neubaugebiet

[27.02.2026] Im Neubaugebiet Albachten-Ost setzen die Stadtwerke Münster auf ein zentrales Wärmesystem, das mit Erdwärme betrieben wird. Rund 100 Erdsonden werden künftig rund 500 Wohneinheiten mit Wärme versorgen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 8,5 Millionen Euro.
Bohrgerät bei der Verlegung von Erdsonden für ein kaltes Nahwärmenetz: Auf einer Baustelle sind gestapelte Sondenrohre zu sehen, während ein Arbeiter die Tiefenbohrung zur Nutzung von Erdwärme vorbereitet.

Lokale erneuerbare Energiequellen kommen im Neubaugebiet Albachten-Ost zum Einsatz.

(Bildquelle: Stadtwerke Münster)

Die Stadtwerke Münster haben im Neubaugebiet Albachten-Ost mit dem Bau eines Erdsondenfeldes begonnen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen die Bohrungen dort bis in eine Tiefe von rund 250 Metern reichen. Auf dem Gelände sind derzeit zwei etwa zehn Meter hohe Bohrtürme zu sehen. Die Erdsonden sind Teil eines Systems für kalte Nahwärme. Dabei wird Wärme aus dem Erdreich gewonnen und über ein Nahwärmenetz verteilt. Nahwärme bedeutet, dass mehrere Gebäude über ein gemeinsames Netz versorgt werden.

Über 100 Erdsonden geplant

Laut den Stadtwerken sind bis zu 102 Erdsonden in fünf Feldern geplant. Diese nehmen Wärme aus dem Boden auf. Die Temperatur liegt dabei bei rund zehn Grad Celsius. Zum Heizen reicht diese Temperatur jedoch nicht aus. Deshalb kommen in den Gebäuden Sole-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz. Diese erhöhen die Temperatur so weit, dass Wohnräume beheizt und Wasser erwärmt werden können.

Das System arbeitet ohne fossile Brennstoffe. Es nutzt lokale erneuerbare Energiequellen. Laut Stadtwerken kann es im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden. Dabei sollen sich die Innentemperaturen um einige Grad Celsius senken lassen. Auch im Neubaugebiet Handorf-Kirschgarten errichten die Stadtwerke ein solches Netz.

Investition von 8,5 Millionen Euro

In Albachten-Ost sind rund 500 Wohneinheiten geplant. Die Investition in die Wärmeversorgung beläuft sich auf 8,5 Millionen Euro. 40 Prozent davon werden über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze finanziert. „Die Umstellung auf klimaneutrale Heizsysteme wird die große Herausforderung der kommenden Jahrzehnte sein”, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk. Mit der kalten Nahwärme in Albachten-Ost zeigen wir, dass die Wärmewende technologisch vielfältig und ein Innovationsmotor ist.“

Jurczyk führt weiter aus: „Die Vollkosten für kalte Nahwärme sind geringfügig niedriger als bei einer individuell umgesetzten Heizlösung. Der große Unterschied ist jedoch, dass sich die Stadtwerke um alles rund um den Betrieb und die Technik kümmern. Ein solches System rechnet sich aber nur, wenn alle mitmachen.“ Deshalb gilt im Neubaugebiet eine Abnahmeverpflichtung für 20 Jahre. Das heißt, Eigentümer müssen die zentrale Wärmeversorgung nutzen.





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