Shared ServicesKnow-how transferieren

Die ersten Kunden für Shared-Services begleiten die Stadtwerke Herborn seit mehr als 15 Jahren.
(Bildquelle: MEV-Verlag)
Shared Services sind insbesondere bei kleinen und mittelgroßen Stadtwerken zu einem zentralen Baustein der Unternehmensorganisation geworden. Ziel von Shared Services ist es, eine effizientere Leistungserbringung zu ermöglichen. Ganz nach dem Motto „Vom Wissen der Spezialisten profitieren“ werden dabei sowohl die Vertriebsorganisation als auch die Netzbetreiberseite mit Abrechnungsservices, IT-Betrieb oder Buchhaltungsdienstleistungen von einer zentralen Dienstleistungsstelle aus versorgt. Die Vermarktung des eigenen Shared-Service-Bereichs an externe Kunden stellt hingegen noch immer eine Besonderheit in der Branche dar.
Die Stadtwerke Herborn beliefern die Region mit Strom, Trinkwasser und Erdgas und bieten Energiedienstleistungen an. Soweit unterscheidet sich das Unternehmen mit insgesamt rund 50 Mitarbeitern und gut 15.000 Kunden nicht von anderen klassischen Querverbundsstadtwerken. Daneben hat sich der Versorger aber auch als IT-Dienstleister mit einem Full-Service-Rechenzentrum für andere Versorgungsunternehmen positioniert.
Basis der IT-Dienstleistungen ist die Branchenlösung Schleupen.CS der Firma Schleupen aus Ettlingen, mit der die Herborner Stadtwerke bereits seit gut 25 Jahren eine sehr intensive und erfolgreiche Partnerschaft pflegen. Derzeit nutzen 14 weitere Stadt- und Gemeindewerke das Rechenzentrum des Versorgers, der ein komplettes Spektrum an IT-Dienstleistungen anbietet – vom Systembetrieb und Hosting über Updates, Wartung, Schulung und Support bis hin zur Konzeptberatung und Migrationsunterstützung.
Partner für Stadtwerke
Die Stadtwerke Herborn setzen dabei auf eine partnerschaftliche Kooperation mit Unternehmen aus derselben Branche. Wesentlicher Erfolgsfaktor der Dienstleistung ist die Kombination aus IT- und energiewirtschaftlicher Expertise, denn mit dem energiewirtschaftlichen Wissen kann das Kompetenz-Center der Stadtwerke Herborn weit mehr bieten als übliche IT-Dienstleister. So unterstützen die Fachleute des Unternehmens ihre Kunden beispielsweise auch in fachlichen Themen aus den Bereichen Vertragsabrechnung/Billing, Marktkommunikation, Rechnungswesen, Controlling oder Materialwirtschaft.
„Unsere Kunden und Partner schätzen an unserer Dienstleistung, dass diese nicht alleine darauf ausgerichtet ist, dass Programme und Systeme fehlerfrei laufen, sondern dass mit uns auch der fachliche Austausch in allen energiewirtschaftlichen Themen gesucht werden kann“ führt Jürgen Bepperling, Geschäftsführer der Stadtwerke Herborn aus. „Im Fokus unserer Dienstleistung steht dabei, dass die Herausforderungen und Probleme des täglichen Stadtwerkegeschäfts effizient und gleichzeitig regelkonform bewältigt werden können“ so Bepperling weiter.
Den angeschlossenen Stadt- und Gemeindewerken stehen dafür Experten aus allen Unternehmensbereichen der Stadtwerke Herborn zur Seite. „Für den Software Support werden in unserem Hause speziell aus- und weitergebildete Kollegen aus den jeweiligen Fachbereichen eingesetzt. Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass die Mitarbeiter selbst jeden Tag mit den Systemen arbeiten und gleichartige Aufgaben lösen müssen wie ihre Kunden. Das garantiert einen Austausch auf Augenhöhe und ein schnelles Verständnis für die Probleme des Gegenübers“ erklärt Stadtwerke-Chef Bepperling.
Vorteile, die in der Branche anzukommen scheinen. Die Stadtwerke Herborn konnten mit dieser Dienstleistung in den vergangenen Jahren zumindest kontinuierlich wachsen und Kunden hinzugewinnen.
IT und Prozesse managen
Der Grundstein für die Shared-Services-Dienstleistung wurde schon vor mehr als 15 Jahren gelegt. So starteten die Stadtwerke Herborn im Jahr 2001 zunächst als reiner Rechenzentrumsdienstleister für ein kleineres Stadtwerk in regionaler Nähe. Schnell wurde jedoch klar, dass das nicht ausreichte. „Wer sich mit Informationstechnologie beschäftigt, muss sich automatisch auch mit den Geschäftsprozessen auseinandersetzen“, so das Credo des Unternehmens. Dementsprechend wurde das Service-Angebot schnell ausgebaut. Ob Schulungen oder Beratung, das Leistungsspektrum wurde sukzessive größer.
Jürgen Bepperling bekräftigt: „Uns war es in erster Linie wichtig, qualitativ gute Arbeit zu leisten und mit unseren angeschlossenen Werken in die Breite zu wachsen, anstatt um jeden Preis neue Kunden hinzuzugewinnen. Umso mehr freut es uns, dass diese Bestrebungen auch belohnt werden. Die ersten Werke dürfen wir inzwischen seit mehr als 15 Jahren begleiten.“
Aus dem ursprünglich regional angelegten Dienstleistungskonzept ist inzwischen ein nationales Geschäft geworden. Die Kunden des Stadtwerke-Rechenzentrums erstrecken sich vom Ruhrgebiet bis nach Bayern und von Niedersachsen bis ins Saarland. Bei den 14 angeschlossenen Werken handelt es sich dabei keinesfalls nur um ganz kleine Unternehmen, auch Stadtwerke mit deutlich größeren Organisationseinheiten haben sich der Kooperation angeschlossen. „Unsere Kunden bewegen sich in der Größenordnung zwischen 10.000 und 100.000 abzurechnenden Verträgen über alle Ver- und Entsorgungssparten in den Marktrollen Lieferant und Energiehändler“, so Bepperling. Insgesamt erhalten damit rund 150.000 Kunden mit nahezu einer halben Millionen Verträgen quer durch die Republik ihre Energierechnungen quasi aus Herborn. „Damit gehören wir nicht mehr zu den kleinen Spielern im Markt“ erklärt der Geschäftsführer.
Im Zuge der kommenden Herausforderungen – angefangen von der Smart-Meter-Gateway-Administration über die anstehenden Veränderungen in der Marktkommunikation bis hin zu neuen vertrieblich-wettbewerblichen Anforderungen – ist davon auszugehen, dass die Prozesskomplexität und -geschwindigkeit für Stadtwerke in den kommenden Jahren weiter steigen wird. „Wir gehen davon aus, dass es aus diesen Gründen weiterhin einen verstärkten Trend für Kooperationen geben wird und sind davon überzeugt, dass unser Modell einen großen Vorteil für alle Beteiligten bietet. Wir sind darauf vorbereitet und freuen uns über jeden, der diesen Weg mit uns gehen möchte“ so Jürgen Bepperling abschließend.
Dieser Beitrag ist in der September-/Oktober Ausgabe 2017 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem
[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...
evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice
[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...
WEMAG: Wechsel auf S/4HANA-Plattform
[03.03.2026] Die WEMAG-Gruppe hat ihre IT-Systeme grundlegend umgestellt. Nach einer Projektzeit von 18 Monaten nutzt das Unternehmen nun die S/4HANA-Plattform von Thüga SmartService. Dabei wurden 92 Buchungskreise und knapp 500 Nutzerinnen und Nutzer migriert. mehr...
Plattformstrategie: Hybrid denken, souverän handeln
[26.02.2026] Die Erlanger Stadtwerke sind mit Microsoft 365 auf eine Plattform umgestiegen, die Mitarbeitende spürbar entlastet und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet. Im Sinne der digitalen Souveränität wurde für die Softwarearchitektur ein hybrider Ansatz gewählt. mehr...
Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt
[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...
cortility: Zusatzmodule an SAP S/4HANA angepasst
[20.02.2026] Das Unternehmen cortility hat mehrere Zusatzmodule für SAP S/4HANA Utilities überarbeitet. Die Lösungen nutzen die neue Systemarchitektur und lassen sich ohne große Anpassungen integrieren. Weitere Erweiterungen sind angekündigt. mehr...
Salesfive: CRM-Vorlage für Stadtwerke
[20.02.2026] Die Energieversorgung Oberhausen und Salesfive präsentieren eine CRM-Lösung für Stadtwerke. Die auf Praxiserfahrungen basierende Vorlage soll den Kundenservice schneller und effizienter machen. Laut den Unternehmen ist der Start innerhalb weniger Wochen möglich. mehr...
Martin: Umstieg auf Stackable Data Platform
[18.02.2026] Das Unternehmen Martin für Umwelt- und Energietechnik analysiert Betriebsdaten seiner Waste-to-Energy-Anlagen mit der Stackable Data Platform zentral in einer Open-Source-Umgebung. Damit will das Unternehmen Emissionen präziser steuern, Wartungen vorausschauend planen und als Teil Kritischer Infrastruktur datensouverän bleiben. mehr...
Kisters: Neue Plattform für den Energiehandel
[12.02.2026] Das Unternehmen Kisters präsentiert auf der E-world energy & water 2026 eine neue Software für das Portfoliomanagement. Die Lösung richtet sich an Energiehändler, Stadtwerke und Dienstleister. Sie soll Prozesse automatisieren und den Handel mit Strom und Gas effizienter machen. mehr...
Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand
[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...
ITC: KI-Werkzeugkasten vorgestellt
[30.01.2026] ITC hat einen cloudbasierten KI-Werkzeugkasten für Stadtwerke und Energieversorger vorgestellt, der sofort einsetzbare Funktionen für Kundenservice, Prozessautomatisierung und Energiemanagement bündelt. Ziel ist es, technische Hürden abzubauen und Künstliche Intelligenz als praktisches Arbeitsmittel im Tagesgeschäft einzuführen. mehr...
Stadtwerke Eberbach: Umstieg auf Kraftwerk-Plattform
[29.01.2026] Die Stadtwerke Eberbach ersetzen ihr bisheriges SAP-System durch die Kraftwerk-Plattform auf Basis von Microsoft Business Central. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Möglichkeit, alle energiewirtschaftlichen Prozesse auf einer durchgängigen Softwarelösung abzubilden. mehr...
GABO IDM: Zunehmende Bedeutung von Digitalen Informationszwillingen
[27.01.2026] Digitale Informationszwillinge sollen ungeplante Stillstände in Energieanlagen deutlich verkürzen und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. Nach Angaben der GABO IDM bündeln sie technische Daten, Dokumentation und Prozesse in einer zentralen, webbasierten Plattform. mehr...
TelemaxX: Verunsicherung bei Cyber-Sicherheit nimmt zu
[15.01.2026] Seit Inkrafttreten des NIS-2-Gesetzes nimmt die Verunsicherung vieler mittelständischer Unternehmen bei Fragen der Cyber-Sicherheit deutlich zu. Der Rechenzentrumsbetreiber TelemaxX meldet eine stark gestiegene Nachfrage nach Beratung zu Compliance, IT-Betrieb und Nachweispflichten. mehr...
The Green Bridge: Mit KI Netze schützen
[14.01.2026] Sabotageakte auf Strom- und Versorgungsnetze zeigen, wie verwundbar Städte sind. Ein KI-gestütztes Geo-Clustering soll helfen, kritische Knotenpunkte präzise zu erkennen, gezielt zu schützen und im Ernstfall schneller zu reagieren. mehr...











