Dienstag, 3. März 2026

BürgeranleiheLernen aus Erfahrung

[21.10.2013] Das umstrittene Projekt Bürgeranleihe Westküstenleitung ist abgeschlossen. Übertragungsnetzbetreiber Tennet will das Projekt begutachten und die Ergebnisse mit der Öffentlichkeit diskutieren.
Unternehmensleitung Bayreuth: Das Unternehmen Tennet will aus den Erfahrung der Bürgeranleihe zur Westküstenleitung lernen.

Unternehmensleitung Bayreuth: Das Unternehmen Tennet will aus den Erfahrung der Bürgeranleihe zur Westküstenleitung lernen.

(Bildquelle: Tennet)

Es klang nach einer guten Idee: Als Mitte Mai dieses Jahres das Unternehmen Tennet ankündigte, zur Finanzierung der Westküstenleitung eine Bürgeranleihe auf den Weg zu bringen, hofften einige schon auf den Beginn eines „echten Gemeinschaftsprojekts“ (16296+wir berichteten). Doch es dauerte nicht lange, bis Kritik laut wurde. Finanzexperten stuften das Papier als zu riskant für Kleinsparer ein: Der Zinssatz sei zu niedrig, eine echte Beteiligung an der Stromleitung vonseiten des Netzbetreibers nicht vorgesehen. Entsprechend schleppend verlief zunächst der Verkauf der Anleihe (16608+wir berichteten). Wie Netzbetreiber Tennet nun mitteilt, hat das Projekt Bürgeranleihe Westküstenleitung planmäßig seinen Abschluss gefunden. Bis zum 14. Oktober 2013 hätten sich über 100 Haushalte in der Region beteiligt. Tennet kündigt an, das Projekt in den kommenden Wochen umfassend zu evaluieren und aus den Ergebnissen die nötigen Schlüsse zu ziehen. Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung: „Wir werden das Modell Bürgeranleihe analysieren und gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Behörden und Verbänden sowie Finanzexperten wichtige Erfahrungen austauschen.“ Ausgewertet werden sollen die tatsächlichen Zeichnungsaufträge, die abgerufenen Zeichnungsunterlagen sowie die Anfragen der Bürger zur Anleihe über Internet, Call Center und auf Veranstaltungen. Auch die repräsentativen Umfragen des Marktforschungsinstitut TNS Emnid sollen herangezogen werden. Anfang November will das Unternehmen ein erstes Fazit zur Bürgeranleihe ziehen. Ziel sei es, herauszuarbeiten, welche Erkenntnisse es bei der Planung zukünftiger Projekte zu berücksichtigen gilt und welche Modelle sich für eine aktive Beteiligung durch Bürger eignen. „Die Bürgeranleihe ist ein Instrument, mit dem wir um Akzeptanz werben“, so Hartmann. „Der Erfolg des Projekts bemisst sich für uns nicht in der Anzahl der gezeichneten Anleihen. Im Vordergrund steht die Erweiterung unseres intensiven Dialogverfahrens um ein weiteres Element.“





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