Mittwoch, 20. Mai 2026

Marktoffensive Erneuerbare EnergienVertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements vorgelegt

[18.02.2026] Die Marktoffensive Erneuerbare Energien hat jetzt ein Vertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements vorgelegt. Damit soll der bislang wenig verbreitete vPPA-Markt in Deutschland standardisiert und für Unternehmen rechtssicherer zugänglich werden.

vPPA dienen in der Regel als Energiederivate oder Finanzinstrumente.

(Bildquelle: pitinan/123rf)

Die Marktoffensive Erneuerbare Energien hat ein Vertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements (vPPA) veröffentlicht. Wie die Deutsche Energie-Agentur (dena) mitteilt, soll das Muster die Standardisierung im deutschen PPA-Markt voranbringen und Transaktionskosten senken.

Power Purchase Agreements sind langfristige Stromlieferverträge außerhalb der EEG-Förderung. Sie werden meist zwischen Betreibern erneuerbarer Anlagen und Großabnehmern oder Energieversorgern geschlossen. Während physische PPA eine konkrete Stromlieferung vorsehen, verkaufen Anlagenbetreiber den Strom bei virtuellen PPA an der Börse. Die Vertragspartner gleichen die Differenz zwischen Marktpreis und vertraglich fixiertem Preis bilateral aus. Diese Konstruktion dient wie bei physischen PPA der Absicherung gegen Strompreisrisiken und ermöglicht die Übertragung von Herkunftsnachweisen.

Virtuelle PPA lassen sich ohne Eingriff in bestehende Lieferverträge und ohne Auswirkungen auf Bilanzkreise integrieren. Unternehmen können Strommengen aus mehreren Standorten und auch aus unterschiedlichen Gebotszonen in einem Vertrag bündeln. Gleichzeitig entfällt die physische Lieferverpflichtung. Dadurch gelten vPPA in der Regel als Energiederivate oder Finanzinstrumente. Das zieht besondere Anforderungen an Bilanzierung und Finanzberichterstattung nach sich.

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, betont: „Der marktgetriebene, ungeförderte Zubau der erneuerbaren Energien über PPA wird immer wichtiger. Virtuelle PPA sind in Deutschland und Europa vergleichsweise wenig verbreitet und aufgrund der vertraglichen Komplexitäten besonders herausfordernd. Das neue Vertragsmuster verringert die Transaktionskosten für Marktakteure und trägt dazu bei, das Modell für mehr Unternehmen branchenübergreifend in Deutschland zugänglich zu machen.“

Ergänzend zum Vertragsmuster stellt die Marktoffensive mehrere Begleitdokumente bereit. Sie erläutern Vor- und Nachteile von physischen und virtuellen PPA und vertiefen rechtliche Fragen, etwa zur finanziellen Bilanzierung. Das Muster entstand gemeinsam mit den Kanzleien DLA Piper und gunnercooke sowie den Beratungsunternehmen Pexaparkund Deloitte.

Vorgestellt wurde das Vertragsmuster erstmals auf der E-World in Essen im Rahmen eines Fachpanels. Die Marktoffensive bietet zudem begleitende Webinare an, um Unternehmen bei der Prüfung und Umsetzung von vPPA zu unterstützen. Operativ getragen wird der Zusammenschluss von der dena und der Deutsche Industrie- und Handelskammer.





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