Dienstag, 17. Februar 2026

Schleswig-HolsteinErhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben.

Schleswig-Holstein stockt den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro auf und erhöht damit das Gesamtbudget auf nun 15 Millionen Euro.

(Bildquelle: adobestock)

Schleswig-Holstein stockt den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro auf und erhöht damit das Gesamtbudget auf nun 15 Millionen Euro. Wie das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur mitteilt, soll die zusätzliche Finanzierung dazu beitragen, neue Bürgerenergieprojekte in der Start- und Planungsphase abzusichern.

Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte die Aufstockung bei einem Besuch des Bürgerwindparks Neuengörs-Weede an. Nach Angaben des Ministeriums stößt das Förderinstrument seit Jahren auf großes Interesse. Seit dem Start im Jahr 2018 wurden demnach 79 Bürgerenergiewendeprojekte unterstützt. Weitere Vorhaben befinden sich in Vorbereitung. Die aktuelle Aufstockung wird aus dem Sondervermögen Bürgerenergie finanziert.

Tragende Säule der Energiewende

Goldschmidt betonte bei dem Termin die Rolle der Bürgerenergie für die Energiewende im Land. „Ein Dorf produziert seinen Strom oder seine Wärme selbst und profitiert davon – das ist die Idee von Bürgerenergieprojekten“, sagte der Minister. Bürgerwindparks seien eine tragende Säule der Energiewende in Schleswig-Holstein. Vor Ort tauschte sich Goldschmidt mit an dem Projekt beteiligten Bürgerinnen und Bürgern aus und besichtigte die Anlagen.

Der Geschäftsführer der Repower NW, Jan Eike Schuldt, hob die wirtschaftlichen Risiken solcher Vorhaben hervor. Bürgerenergieprojekte seien unternehmerische Wagnisse, die von Anwohnern getragen würden. Nach seinen Worten erleichtern Mittel aus dem Bürgerenergiefonds den Zugang zu Risikokapital und erhöhten die Chancen auf eine tatsächliche Umsetzung deutlich. Für das Projekt in Neuengörs sei die Förderung ein wichtiger Baustein in der Entwicklungsphase gewesen.

Der Bürgerenergiefonds richtet sich an Projektideen aus den Bereichen erneuerbare Energien, neue Mobilität, Energieeffizienz von Gebäuden und Quartieren sowie Digitalisierung im Energiesektor. Gefördert werden vor allem frühe Projektphasen, in denen noch keine Bankfinanzierung möglich ist. Pro Projekt können bis zu 200.000 Euro bereitgestellt werden. Der Fonds ist revolvierend organisiert: Sobald eine reguläre Finanzierung zustande kommt, wird der Förderbetrag in die Gesamtfinanzierung eingebracht und an den Fonds zurückgeführt. Ziel ist es, die Lücke zwischen erster Projektidee und Realisierung zu schließen.

Erfolgreiches Projekt aus dem Fondsumfeld

Anträge können bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein gestellt werden, die den Fonds im Auftrag des Ministeriums verwaltet. Voraussetzung ist der Zusammenschluss von mindestens sieben natürlichen Personen aus verschiedenen Haushalten der beteiligten Gemeinden. Förderfähig sind unter anderem Machbarkeitsstudien, Standortanalysen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Rechtsberatung sowie Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit.

Der Bürgerwindpark Neuengörs-Weede gilt als Beispiel für ein erfolgreiches Projekt aus dem Fondsumfeld. Er wurde von örtlichen Landeigentümern initiiert, die bereits 2013 Projektgesellschaften gründeten und das Entwicklungsrisiko übernahmen. Der erste Windpark ging 2017 mit einer Nennleistung von 20,4 Megawatt in Betrieb. Mit einem zweiten Park, der 2025 eingeweiht wurde, kamen weitere 27,2 Megawatt hinzu. Insgesamt sind rund 100 Bürger aus acht umliegenden Dörfern beteiligt. Der erzeugte Strom wird über ein eigenes Umspannwerk in das 110-Kilovolt-Netz der SH-Netz eingespeist. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 70 Millionen Euro.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Finanzierung Politik
bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...