Montag, 7. September 2026

ElektromobilitätMehr E-Autos, mehr Ladesäulen

[17.09.2025] So viele Elektroautos wie noch nie wurden im ersten Halbjahr 2025 neu zugelassen. Auch das öffentliche Ladeangebot ist deutlich gewachsen. Der Branchenverband BDEW sieht Deutschland auf einem guten Weg, mahnt aber eine klare Strategie der Politik an.

Die Elektromobilität in Deutschland kommt voran. Das zeigt der 7. Elektromobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). So wurden im ersten Halbjahr 2025 248.726 Elektro-Pkw neu zugelassen, was einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und von 13 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2023 entspricht.

Der Anteil reiner Batterieautos an den Neuzulassungen lag im August bei 19 Prozent. Nach Einschätzung des Verbands trug dies dazu bei, die CO₂-Flottengrenzwerte der Neuwagen einzuhalten.

Auch beim Laden geht es laut BDEW voran. Deutschlandweit gibt es inzwischen rund 184.000 öffentliche Ladepunkte. Seit Januar sind mehr als 20.000 hinzugekommen, was einem Plus von 11 Prozent entspricht. Vor allem bei den Ultraschnellladern stieg die Leistung deutlich. Im Durchschnitt waren nur 15 Prozent der Ladepunkte belegt, 85 Prozent waren also frei.

Erstmals schwere Lastwagen dabei

Der Monitor weist erstmals auch Zahlen zum Laden schwerer Lastwagen aus. In Deutschland gibt es demnach bereits 70 Standorte für E-Lkw, von denen 50 die Kriterien der Europäischen Union erfüllen. Damit decken sie zwei Drittel des 13 300 Kilometer langen Autobahnnetzes ab. Das EU-Ziel für Deutschland von 15 Prozent ist damit weit übertroffen.

Auch die Kosten sind für viele Fahrer von Elektroautos ein Argument. In den meisten Fällen ist Laden günstiger als Tanken. Laut dem BDEW gilt das für das Laden zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Vertragspartner oder beim Roamingpartner. Nur beim Schnellladen über Roaming kann es teurer werden – und auch dann nicht zwingend.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärte: „Die Elektromobilität erhält derzeit neuen Schwung. Die guten E-Pkw-Neuzulassungszahlen und die Erfolge beim Ausbau des Ladeangebots für E-Pkw und E-Lkw zeigen, dass der Markt läuft.“ Bedenken bezüglich der Reichweite oder des Ladens gehörten ihrer Ansicht nach der Vergangenheit an.

Mehr Tempo gefordert

Andreae forderte zugleich mehr Tempo in der Politik. So solle die Bundesregierung ihre eigene Fahrzeugflotte stärker elektrifizieren und den sogenannten Innovationsbooster auch für Leasing-Fahrzeuge öffnen. Anstelle neuer Förderprogramme seien steuerliche Anreize sinnvoll. Außerdem dürften die CO₂-Flottengrenzwerte der Europäischen Union nicht aufgeweicht werden. Sie seien derzeit die wichtigste Grundlage für Planungssicherheit.

Der BDEW sieht die Elektromobilität damit auf einem positiven Kurs. Zugleich mahnt der Verband eine umfassende Strategie von Bundesregierung und EU-Kommission an, um Investitionen und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.



Stichwörter: Elektromobilität, BDEW


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