Mittwoch, 5. August 2026

MainovaMit Zukunftsstrategie an die Spitze

[23.04.2018] Über 132 Millionen Euro Gewinn vor Steuern hat der Frankfurter Versorger Mainova im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftet, 32 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Auch beim Umsatz legte das kommunale Unternehmen zu. Die Erlöse stiegen um fast 30 Millionen Euro auf knapp zwei Milliarden Euro.
Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer (l.) und Mainova-Vorstandsmitglied Norbert Breidenbach präsentieren den aktuellen Geschäftsbericht 2017.

Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer (l.) und Mainova-Vorstandsmitglied Norbert Breidenbach präsentieren den aktuellen Geschäftsbericht 2017.

(Bildquelle: Mainova AG)

Der Frankfurter Energieversorger Mainova hat am vergangenen Freitag (20. April 2018) die Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt. Auf der Bilanzpressekonferenz zeigte sich Mainova-Chef Constantin H. Alsheimer zufrieden mit dem Ergebnis: „Mainova hat auch im Geschäftsjahr 2017 hohe Leistungsfähigkeit bewiesen. Wir konnten die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der letzten Jahre mit positiven Geschäftszahlen und einem guten Ergebnis fortsetzen. So haben wir uns weiterhin erfolgreich im Wettbewerb behauptet, unsere Marktposition ausgebaut und deutlich Kunden hinzugewonnen.“

Über 30 Millionen Euro mehr Gewinn

Der Mainova-Geschäftsbericht 2017 weist einen Konzerngewinn vor Steuern (EBT) von über 132 Millionen Euro aus, 32 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Auch beim Umsatz legte das kommunale Unternehmen zu. Die Erlöse stiegen um fast 30 Millionen Euro auf knapp zwei Milliarden Euro. Dazu beigetragen hätten auch deutliche Kundenzuwächse. Mainova habe die Zahl der Kunden um über 40.000 auf nun über 700.000 gesteigert. Nach den Worten von Vorstandschef Constantin H. Alsheimer zeigen auch diese Zahlen die operative Stärke von Mainova. Davon profitiere auch die Stadt Frankfurt. Alsheimer nannte einen „Wertbeitrag“ des Unternehmens für die Mainmetropole in Höhe von 141 Millionen Euro (Vorjahr: 135 Millionen Euro). Der Betrag setze sich aus der Gewinnabführung (70 Millionen Euro), den Konzessionsabgaben (51 Millionen Euro) und der Steuerumlage von rund 20 Millionen Euro zusammen.
Bei der Betrachtung einzelner Geschäftsbereiche wird deutlich, dass das Gewinnplus von Mainova vor allem aus der Energieerzeugung kommt. Wurde im Geschäftsjahr 2016 noch ein bilanzielles Minus von 21,6 Millionen Euro bei der Strom- und Wärmeproduktion ausgewiesen, gab es 2017 einen Gewinn von 16 Millionen Euro, also ein Plus von 37,6 Millionen Euro. Ursache hierfür seien insbesondere im Vergleich zum Vorjahr geringere Risikovorsorgen in Höhe von 33 Millionen Euro für die Gaskraftwerke Irsching und Bremen, an denen das Unternehmen beteiligt ist.

Politik muss die Weichen richtig stellen

Dass die hocheffizienten Gaskraftwerke nicht wirtschaftlich betrieben werden können, während Braunkohlekraftwerke ausgelastet sind, sorgt für deutlichen Unmut beim Mainova-Vorstand. Alsheimer machte die Bundesregierung verantwortlich für diese paradoxe Situation. Die Energiepolitik sei auch der Grund, weshalb Mainova die Power-to-Gas-Technologie nicht weiter verfolge. Die Frankfurter Demonstrationsanlage der Thüga-Gruppe zur Umwandlung von Strom in speicherbaren Wasserstoff habe zwar einen Wirkungsgrad von bis zu 77 Prozent erzielt (wir berichteten). Weitere Investitionen in die Technologie will Alsheimer aufgrund der „Lebenserfahrung“ mit Irsching nicht tätigen. Das Risiko, dass politische Entscheidungen die Wirtschaftlichkeit einer großen Power-to-Gas-Anlage untergrabe, sei zu hoch.
Der Mainova-Chef hofft nun, dass die neue Bundesregierung die Weichen in der Energiepolitik richtig stellt. Die Energiewende sollte nach Auffassung von Alsheimer grundsätzlich technologieoffen und marktlich-wettbewerblich umgesetzt werden: „Eine verfrühte, dogmatische Vorfestlegung, dass die Umsetzung der Energiewende durch eine reine Elektrifizierung aller Sektoren erfolgen soll, halte ich für falsch. Insbesondere Gas sowie die Power-to-Gas-Technologie können sich zu einem wichtigen Baustein der Energiewende entwickeln.“ Hierfür sei jedoch ein fairer Ordnungsrahmen erforderlich. Es sollten sich diejenigen Technologien durchsetzen können, welche die Reduktion der CO2-Emissionen zu den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten ermöglichen.

Mainova strebt Spitzenposition an

Für die Herausforderungen der Zukunft sieht sich Mainova gut gerüstet. Das Unternehmen sei wirtschaftlich und operativ stark. Mit über einer Milliarde Euro Eigenkapital und Know-how aus allen Bereichen könne Mainova weiter wachsen – und die Ansprüche sind hoch. Der Frankfurter Versorger will seine Marktposition ausbauen und mit der Strategie Mainova 2028 an die Spitze der Energieunternehmen in Deutschland vorstoßen. Alsheimer erklärte vor den Pressevertretern: „Wir beherrschen komplexe Lösungen und wollen bei der Qualität von Energiedienstleistungen ganz vorne mitspielen.“
Mainova unterstütze die Kunden heute schon, Energie lokal zu erzeugen und zu nutzen. Dazu habe das Unternehmen erfolgreich neue Produkte auf den Markt gebracht. Als Beispiele nannte Mainova-Vorstand Norbert Breidenbach Mieterstrommodelle, die gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft umgesetzt werden (wir berichteten), sowie neue Photovoltaik-Produkte für Privatkunden. Im Geschäft mit Firmenkunden spielten Contracting-Modelle bei der Wärmeversorgung eine wichtige Rolle. Steigende Nachfrage verzeichneten auch die Angebote im Bereich Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. „Die Produkt-Pipeline ist gefüllt, wir verlängern damit die Wertschöpfungskette. Für die Kunden soll Energie einfach funktionieren, wir kümmern uns um Komplexität,“ erklärte Breidenbach.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

naturstrom: Gewinnplus für das Geschäftsjahr 2025

[03.08.2026] naturstrom hat 2025 Umsatz, Gewinn und Energieabsatz gesteigert. Das Unternehmen will den finanziellen Spielraum nutzen, um flexible Stromangebote, eigene Erzeugungsanlagen und Wärmelösungen weiter auszubauen. mehr...

Steag Iqony Group: Nachhaltigkeitsbericht 2025 veröffentlicht

[31.07.2026] Die Steag Iqony Group hat ihren Nachhaltigkeitsbericht 2025 veröffentlicht. Darin beschreibt das Unternehmen den Umbau seines Energieportfolios und nennt Fortschritte bei Fernwärme, Emissionsminderung und Nachhaltigkeitsberichterstattung. mehr...

LichtBlick: Ankündigung neuer Investitionen

[21.07.2026] LichtBlick will bis 2030 insgesamt 700 Millionen Euro in eigene Energie-Infrastruktur und E-Mobilität investieren. Mit dem Ausbau von Speichern, Erzeugungsanlagen und Schnelllade-Infrastruktur richtet der Energieversorger sein Geschäft auf integrierte Energielösungen aus. mehr...

Der gläserne „Energiewürfel“ der Stadtwerke Konstanz steht auf einem modernen Unternehmenscampus. Das kubische Gebäude mit transparenter Glasfassade wird von einem klaren, tiefblauen Himmel und strahlendem Sonnenschein überragt. Rechts befindet sich ein mehrgeschossiges Bürogebäude, links rahmen Bäume und ein Carport den Vorplatz ein. Vor dem Energiewürfel führen Wasserspiele und bepflanzte Sitzbereiche zum Eingangsbereich und unterstreichen den modernen, nachhaltigen Charakter des Standorts.

Stadtwerke Konstanz: Wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsinvestitionen

[20.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben das Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben besser abgeschlossen als geplant. Trotz eines Jahresfehlbetrags nach Steuern seien Investitionen in Netze, Mobilität, Digitalisierung und Wasserversorgung fortgesetzt worden. Dazu trugen vor allem die ertragsstarken Geschäftsfelder bei. mehr...

rku․it: hsag AI Suite wird Teil von NextGen Market

[13.07.2026] rku․it nimmt die Anwendung hsag AI Suite in sein Partner-Ökosystem NextGen Market auf und erweitert damit sein Angebot für KI-gestützten Kundenservice in der Energiewirtschaft. Die Plattform soll Energieversorgern den Einsatz intelligenter Serviceprozesse erleichtern und lässt sich in unterschiedliche IT-Landschaften integrieren. mehr...

Hamburger Energienetze: Freie und Hansestadt profitiert vom Ergebnis

[10.07.2026] Die Hamburger Energienetze haben im Jahr 2025 ihre Investitionen in die Energieinfrastruktur deutlich erhöht und gleichzeitig ihre Gewinnabführung an die Stadt gesteigert. Nach Angaben des Unternehmens stiegen zudem Umsatz und Ergebnis nach Steuern gegenüber dem Vorjahr. mehr...

Call for Applications: Förderung von hessischen Energie-Start-ups

[09.07.2026] Der hessische Energie-Akzelerator genesis startet in die dritte Runde und öffnet erneut die Bewerbung für Green-Energy-Start-ups. Bis zum 31. Juli 2026 können sich junge Unternehmen aus Hessen um Unterstützung bei Validierung, Marktzugang und Skalierung bewerben. mehr...

STAWAG: Vorstand für weitere fünf Jahre verlängert

[07.07.2026] Wilfried Ullrich bleibt für weitere fünf Jahre Vorstand von STAWAG. Der Aufsichtsrat setzt damit in einer Phase der Energie- und Wärmewende auf Kontinuität an der Unternehmensspitze. mehr...

German Brand Award: Badenova hat Auszeichnung erhalten

[06.07.2026] Der regionale Energieversorger Badenova ist beim German Brand Award 2026 doppelt ausgezeichnet worden. Prämiert wurde der neue Markenauftritt, der den Wandel des Unternehmens zur Gestalterin der Energie- und Wärmewende sichtbar machen soll. mehr...

Stadtwerke Bochum: Milliardeninvestitionen geplant

[03.07.2026] Nach einem Gewinn von über 100 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 planen die Stadtwerke Bochum Investitionen von rund einer Milliarde Euro bis 2030 an. Schwerpunkte sind der Ausbau der Wärme- und Strominfrastruktur sowie die Digitalisierung der Energienetze. mehr...

Modernes Bürogebäude des Energieversorgers Entega mit mehreren Fahnenmasten, auf denen Entega-Flaggen wehen. Vor dem Gebäude befinden sich eine gepflegte Rasenfläche, ein Parkplatz mit Fahrrädern und Autos sowie Bäume. Der Himmel ist klar und sonnig.

Entega: Planzahlen übertroffen

[02.07.2026] Entega hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren Betriebsergebnis als geplant abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben sollen in den kommenden Jahren rund 1,1 Milliarden Euro in Strom- und Wärmenetze, Glasfaser sowie die Wasserinfrastruktur in Südhessen investiert werden. mehr...

Mainova: Starkes operatives Geschäft

[02.07.2026] Mainova hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren bereinigten Konzernergebnis abgeschlossen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Investitionen von rund 2,7 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren an. mehr...

Außenansicht der RheinEnergie-Unternehmenszentrale: Das moderne, mehrgeschossige Bürogebäude mit heller Metall-Glas-Fassade trägt gut sichtbar den Schriftzug „RheinEnergie“. Im Vordergrund liegen eine gepflegte Rasenfläche und ein zylindrischer Lüftungsbau, links verläuft ein Fuß- und Radweg entlang einer Baumreihe. Der Himmel ist wolkenlos und blau.

RheinEnergie: Ergebnis gesteigert

[30.06.2026] RheinEnergie hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 275,6 Millionen Euro abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Überschüsse vor allem Investitionen in Energie-, Wärme- und Wasserinfrastruktur sowie in den Ausbau erneuerbarer Energien ermöglichen. mehr...

bericht

Trianel: Prognose deutlich übertroffen

[29.06.2026] Trianel hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Vorsteuerergebnis von über 46 Millionen Euro abgeschlossen und die eigene Planung nach Unternehmensangaben um fast 50 Prozent übertroffen. Zwar blieben Umsatz und Gewinn unter den außergewöhnlich hohen Vorjahreswerten, die Geschäftsführung wertet das Ergebnis jedoch als Beleg für die Stabilität des Geschäftsmodells. mehr...

evm: Gewinn mit neuen Kunden

[29.06.2026] Einen Gewinn von rund 56 Millionen Euro erzielt die Energieversorgung Mittelrhein im Geschäftsjahr 2025. Nun will der Koblenzer Versorger verstärkt in Stromnetze sowie Wind- und Solarparks investieren. mehr...