LechwerkeNetz der Zukunft im Test

Lechwerke bauen erstes Smart Grid im Netzgebiet.
Die Lechwerke AG ist als regionaler Energieversorger für rund 500.000 Kunden in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig. LEW beschäftigt mehr als 1.700 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zur RWE-Gruppe. Das Pilotprojekt Smart Operator ist Bestandteil
(Bildquelle: Lechwerke)

Lechwerke bauen erstes Smart Grid im Netzgebiet.
Die Lechwerke AG ist als regionaler Energieversorger für rund 500.000 Kunden in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig. LEW beschäftigt mehr als 1.700 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zur RWE-Gruppe. Das Pilotprojekt Smart Operator ist Bestandteil
(Bildquelle: Lechwerke)
Der süddeutsche Energieversorger Lechwerke (LEW) baut das erste intelligente Stromnetz innerhalb seines Netzgebiets auf: In der Siedlung Wertachau, einem Ortsteil der Stadt Schwabmünchen (Landkreis Augsburg), soll das Stromnetz der Zukunft im Rahmen des Pilotprojekts Smart Operator entstehen. Mehr als 100 Haushalte der Siedlung beteiligen sich an dem Projekt, das bis Ende 2014 läuft. Ziel ist es, Erfahrungen mit dem Betrieb eines intelligenten Stromnetzes zu sammeln und zu untersuchen, welchen Beitrag die Steuerung einzelner, intelligenter Komponenten zum Ausgleich von Verbrauch und Erzeugung in einem Ortsnetz leisten kann.
Smarte Stromzähler
Das Smart-Operator-Projekt gliedert sich in zwei Phasen: Im ersten Abschnitt baut LEW bis Ende dieses Jahres in der Siedlung ein Glasfasernetz auf, an das die teilnehmenden Haushalte angeschlossen werden. Die Lechwerke tauschen in den Häusern die bestehenden Zähler gegen intelligente Stromzähler aus. Diese messen Spannung und Verbrauch eines Haushalts und übertragen die ermittelten Werte über das Glasfasernetz. Auf Basis dieser Informationen entwickelt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen die Programmierung für das Gehirn des intelligenten Stromnetzes – den Smart Operator.
In der zweiten Projektphase zwischen Anfang 2013 und Ende 2014 soll der Smart Operator dann in das Stromnetz integriert werden. Parallel will LEW das Netz um intelligente Bausteine wie Energiespeicher, Wärmepumpen und intelligente Haushaltsgeräte erweitern. Der Smart Operator ermittelt unter anderem anhand von Wetterprognosen die zu erwartenden Einspeiseleistungen sowie Lasten, Aufnahmefähigkeit und Speichermöglichkeiten im Stromnetz. Er stimmt diese Faktoren auf Basis der aktuellen Messwerte aufeinander ab und bringt sie in Einklang.
Beitrag zur Energiewende
„Die Entwicklung intelligenter Netze ist ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der Ziele der Energiewende“, sagt Markus Litpher, Vorstandsmitglied der Lechwerke. „Wir erproben in dem Projekt Technologien, mit denen das Potenzial der schwankenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien so gut wie möglich genutzt werden kann. Wenn wir Erzeugung und Verbrauch vor Ort besser im Einklang halten können, sinken auch die Kosten für den Ausbau der Stromnetze. Nicht zuletzt sind die Technologien auf lange Sicht auch ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit.“
Die Siedlung Wertachau eignet sich nach Angaben der Lechwerke wegen der lokalen technischen Voraussetzungen besonders gut für das Projekt: Es ist ein abgeschlossenes Siedlungsgebiet, das Ortsnetz ist komplett verkabelt und durch Lehrrohre für die Verlegung des Glasfasernetzes vorbereitet. Gleichzeitig verfügt der Ort über eigene Stromerzeugung: Mehr als 20 Photovoltaikanlagen sind dort auf Hausdächern bereits in Betrieb. Außerdem nutzen die Haushalte elektrische Verbraucher wie Nachtspeicherheizungen, Warmwasserspeicher und andere Geräte, die sich für die Erprobung des intelligenten Netzes als Energiespeicher sehr gut eignen.
Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken
[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...
Balzhausen: Pilot für die Einspeisesteckdose
[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...
enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb
[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...
Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt
[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...
Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip
[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...
Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz
[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...
BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert
[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...
Hessen: Projektstart von SGLive
[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...
Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen
[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...
TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet
[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...
Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet
[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Strategiepapier für mehr Netz-Flexibilität
[28.11.2025] Ein neues Strategiepapier soll mehr Flexibilität beim Netzanschluss schaffen und Engpässe bei der Energiewende vermeiden. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Energiewendeministeriums sollen dafür Vergaberegeln, Anschlussverfahren und die Nutzung bestehender Netzpunkte grundlegend überarbeitet werden. mehr...
Hamburg: Projekt zur Netzsteuerung gestartet
[24.11.2025] In Hamburg startet das Leitprojekt FARFALLE, das eine präzisere und fairere Netzsteuerung nach §14a EnWG ermöglichen soll. Die Partner entwickeln dafür ein Verfahren, das steuerbare Verbrauchseinrichtungen gezielt statt pauschal drosselt und so Engpässe effizienter beseitigt. mehr...
Langmatz: Plastik schlägt Beton
[17.11.2025] Warum Kabelschächte aus Kunststoff langfristig die bessere Wahl sind und welche Vorteile sich daraus für Tiefbauunternehmen, Netzbetreiber und Kommunen ergeben, erklärt Dieter Mitterer, einer der beiden Geschäftsführer von Langmatz, im Interview. mehr...
TransnetBW: Forschungsprojekt zur digitalen Vernetzung gestartet
[13.11.2025] Mit DataFleX startet unter der Leitung von Tennet Germany ein neues Forschungsprojekt zur digitalen Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Ziel ist es, dezentrale Energieflexibilitäten erstmals sektorenübergreifend nutzbar zu machen und damit Netzstabilität, Klimaschutz und Bezahlbarkeit zu sichern. mehr...















