Samstag, 29. November 2025

BDEW-UmfragePersonalbedarf bei EVU nimmt zu

[21.03.2024] Bereits heute müssen knapp die Hälfte der Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft mehr Aufwand betreiben, um Stellen adäquat zu besetzen. Rund 80 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Fachkräftesicherung künftig noch herausfordernder wird, so eine BDEW-Umfrage.

Die Energiewende ist ein Jobmotor: Zum einen entstehen durch die neuen Technologien und den notwendigen Umbau des Energiesystems viele neue Jobs, gleichzeitig steht in der Energiewirtschaft ein Generationenwechsel bevor und viele Stellen müssen in den kommenden Jahren neu besetzt werden. Der BDEW hat vor diesem Hintergrund gemeinsam mit Arthur D. Little über 150 Unternehmen zu ihrer aktuellen Personalsituation befragt und danach, welche Entwicklung sie in den nächsten zwei Jahren erwarten. Die wichtigsten Ergebnisse:
Knapp die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) gab an, bereits heute deutlich mehr Aufwand betreiben müssen, um offene Stellen adäquat zu besetzen. In zwei Jahren erwarten vier von fünf Unternehmen (79 Prozent) eine Verschärfung der Situation. Dies zeigt sich auch bei der Besetzungsdauer: Bleiben heute offene Stellen rund vier Monate vakant, rechnen die Unternehmen damit, dass Stellen zukünftig sechs Monate unbesetzt bleiben. Als Hauptursache für die Fachkräftelücke wird der demografische Wandel gesehen (73 Prozent). Aber auch der absolut steigende Personalbedarf durch die Transformation (56 Prozent) und die steigende Komplexität (48 Prozent) werden als wichtige Gründe genannt. Hier wird deutlich: Der Engpass besteht beim Fachpersonal.

Bedarf bei Berufsausbildung und Meister

Konkret gaben die Unternehmen an, dass der Bedarf im Bereich Berufsausbildung (68 Prozent) und Meister (55 Prozent) am größten ist (Mehrfachnennungen möglich). Studierte Fachkräfte werden von 48 Prozent der Unternehmen dringend gesucht.
Die allermeisten der beteiligten Unternehmen (85 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Energiewende verzögert, wenn die Fachkräftelücke bestehen bleibt. Daneben erwartet rund die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent), dass die Kosten steigen und unternehmerische Interessen vernachlässigt werden (38 Prozent).
„Klar ist: Die Bewältigung des demografischen Wandels wird nicht einfach werden. Dennoch gibt es Anlass zu Optimismus: Die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft bieten gute Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und mit der Energiewende ein äußerst spannendes, erfüllendes und zukunftsträchtiges Arbeitsfeld. Mit diesen Argumenten haben wir alle Chancen, auch zukünftig den Nachwuchs, Quereinsteiger und ausländische Fachkräfte zu motivieren, Teil dieser Branche zu werden“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
„Unternehmen können die Fachkräftelücke über Effizienzsteigerungen, etwa durch neue Technologien, Prozessdigitalisierung und neue Organisationsformen zwar etwas kompensieren, dafür werden jedoch hochspezialisierte Fachkräfte benötigt. Die berufliche Qualifikation in der Branche muss hier noch stärker mit dem Praxisbedarf abgeglichen und die Technikaffinität und -begeisterung schon frühzeitig gefördert werden“, sagt Olaf Geyer, Partner von Arthur D. Little.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

Konstanz: Gründung von Wärmeverbund

[27.11.2025] Die Stadtwerke Konstanz gründen gemeinsam mit Solarcomplex eine Gesellschaft für den Aufbau eines regenerativen Wärmeverbunds im neuen Stadtteil Hafner. Der Entscheidung des Gemeinderats zufolge soll Wärmeversorgung Hafner Wärmepumpen und eine eigene Photovoltaikanlage bündeln. mehr...

Stadtwerke Fürstenfeldbruck: Digitaler Assistent im Kundenservice

[26.11.2025] Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck setzen seit Mitte November auf einen KI-basierten Telefonassistenten, um ihre Erreichbarkeit zu verbessern. Der digitale Mitarbeiter namens Oskar beantwortet Anrufe rund um die Uhr und übernimmt erste Kundenanliegen selbstständig. mehr...

JUWI: Grüner Strom für Stahlproduktion

[19.11.2025] Feralpi Stahl und der Projektentwickler JUWI wollen prüfen, ob Wind- und Solarkraft aus Sachsen künftig grünen Strom für die Stahlproduktion in Riesa liefern kann. Die Unternehmen sehen darin einen möglichen Schritt zu klimafreundlicherem Stahl und zu mehr regionaler Wertschöpfung. mehr...

sewikom/BeSte Stadtwerke: Start von kombinierten Tarifen

[18.11.2025] sewikom und BeSte Stadtwerke starten kombinierte Tarife für Glasfaserinternet, Ökostrom und Gas in mehreren Kommunen des Kreises Höxter. Die Kooperation soll Haushalten günstigere Konditionen und einen einfacheren Einstieg in die nachhaltige Energieversorgung bieten. mehr...

Stadtwerke Bocholt Gruppe: Übernahme der Stadtwerke Rhede

[07.11.2025] Die Stadtwerke Rhede schließen sich Anfang November 2025 der Stadtwerke Bocholt Gruppe an, um die Energie- und Wasserversorgung in der Region zukunftssicher zu stärken. Für Kundinnen und Kunden sollen sich dabei weder Tarife noch bestehende Angebote ändern. mehr...

dena: Energy Efficiency Awards 2025 vergeben

[06.11.2025] Auf dem dena-Energiewende-Kongress in Berlin sind fünf Unternehmen mit dem Energy Efficiency Award 2025 geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt innovative Projekte, die zeigen, wie Energiewende und Klimaschutz in der Wirtschaft vorankommen. mehr...

Steag Iqony: Übernahme von Uniper Wärme abgeschlossen

[04.11.2025] Die Steag Iqony Group hat die Übernahme von Uniper Wärme abgeschlossen und stärkt damit ihre Position im Fernwärmemarkt im Ruhrgebiet. Laut Unternehmensangaben soll die Wärmeversorgung in der Region sicherer und klimafreundlicher werden. mehr...

Frankfurt am Main: Mainova bleibt Energiepartnerin

[04.11.2025] Die Stadt Frankfurt am Main bezieht auch ab 2026 weiter Strom und Erdgas von Mainova. Der regionale Energiedienstleister versorgt tausende kommunale Gebäude und stellt vollständig Ökostrom bereit. mehr...

EnBW: Gründung des Energy Launchpad

[28.10.2025] Mit dem Energy Launchpad haben EnBW und Partner aus Wissenschaft, Industrie und Start-up-Szene eine neue europäische Plattform für Energieinnovation ins Leben gerufen. Ziel ist es, grenzüberschreitend Lösungen für ein widerstandsfähiges und nachhaltiges Energiesystem zu entwickeln. mehr...

MVV Energie/Stadtwerke Offenbach: Partnerschaft verlängert

[14.10.2025] MVV Energie und die Stadtwerke Offenbach Holding haben ihre Partnerschaft bei der Energieversorgung Offenbach (EVO) vorzeitig bis Ende 2040 verlängert. Damit wollen die Partner die Eigenständigkeit der EVO sichern und den Ausbau der Energieinfrastruktur in Offenbach langfristig absichern. mehr...

Trianel Erneuerbare Energien: Zehnjähriges Jubiläum

[13.10.2025] Trianel Erneuerbare Energien feiert sein zehnjähriges Bestehen. Das kommunale Unternehmen blickt auf den Aufbau eines der größten Stadtwerke-Portfolios für Wind- und Solarenergie in Deutschland zurück. mehr...

STADTWERKE AWARD 2025: Vier Projekte ausgezeichnet

[09.10.2025] Vier Projekte aus Deutschland und Österreich sind mit dem STADTWERKE AWARD 2025 ausgezeichnet worden. Die Preisträger zeigen, wie Stadtwerke mit Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung, Wasserstofftechnologien und gesellschaftlichem Engagement die Energiewende vorantreiben. mehr...

Intergeo: Lösungen von Getac und Mettenmeier

[07.10.2025] Getac und Mettenmeier präsentieren auf der Intergeo 2025 neue KI-fähige Komplettlösungen für die Versorgungswirtschaft und Geodäsie. Die robusten Geräte und Softwarelösungen sollen Außendienstprozesse effizienter, sicherer und widerstandsfähiger machen. mehr...

Hager: Produktneuheiten im Oktober

[06.10.2025] Hager bringt im Oktober zahlreiche Neuheiten für Elektroinstallation und Energieverteilung auf den Markt. Dazu zählen eine neue Ladelösung für den öffentlichen Raum, überarbeitete Installationssysteme und günstigere KNX-Aktoren. mehr...

Mainova: Zahlen für erstes Halbjahr 2025 vorgelegt

[02.10.2025] Mainova hat im ersten Halbjahr 2025 deutlich bessere Zahlen vorgelegt als im Vorjahreszeitraum. Der Frankfurter Energieversorger profitierte von einer stabileren Marktlage und erzielte ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von 169,7 Millionen Euro. mehr...