Freitag, 6. November 2026

HamburgProjekt zum Ladestations-Sharing

[15.09.2023] Das jetzt gestartete Förderprojekt Famous verfolgt das Ziel, eine wirtschaftlich und volkswirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Ladestationen zu erreichen. Dabei wird eine Software-Lösung für die Buchung und gemeinsame Nutzung von Ladestationen entwickelt und pilotiert.

Das Förderprojekt Famous ist in dieser Woche mit dem Kick-off offiziell gestartet. Wie die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation mitteilt, hat sich das industriegeführte Forschungskonsortium zum Ziel gesetzt, Ladestationen wirtschaftlich und volkswirtschaftlich sinnvoll zu nutzen.
Im Famous-Projekt werde eine Software-Lösung für die Buchung und gemeinsame Nutzung von Ladestationen entwickelt und pilotiert. Durch das so genannte Assetsharing soll die Wirtschaftlichkeit von betrieblich genutzten Ladestationen erhöht und damit die flächendeckende Umstellung des Verkehrs auf elektrifizierte Antriebe gefördert werden.
Über die zu entwickelnde Assetsharing Software könnten Ladestations-Besitzer ihre Ladestationen zur Nutzung in Zeiten anbieten, in denen sie diese selbst nicht benötigen. Anwender könnten die reservierbaren Zeitfenster buchen und erhielten so einen verlässlichen Zugang zu Ladestationen.
Bei der Konzeption des Geschäftsmodells zum Assetsharing würden Anreize für alle Marktteilnehmer zur Beteiligung am Ladestations-Sharing definiert – sowohl für Anbieter und Nutzer der Ladestationen als auch deren Betreiber. Im Projekt würden sowohl B2B- als auch B2C-Anwendungsfälle in den Fokus genommen, so soll die Lösung unter anderem auf Betriebshöfen, Supermärkten, stationären Carsharing-Parkplätzen, Busdepots, und P+R-Anlagen erprobt werden.

Präventiv reagieren

Neben der zu entwickelnden Software-Lösung mit offenen Schnittstellen zu anderen Systemen würden im Projekt auch Fragen der Abrechnung, des Zugangs zum Betriebshof und der erforderlichen Rahmenvertragsstruktur beantwortet. Durch die bessere Prognostizierbarkeit der Ladevorgänge aufgrund der Reservierungen der Nutzer werde auch die Netzzustandsprognose des Stromnetzbetreibers optimiert. Dadurch könnten Netzbetreiber präventiv auf kritische Netzsituationen reagieren.
In dem industriegeführten Konsortium übernehme das Unternehmen hySOLUTIONS die Rolle des Konsortialführers. Das Unternehmen Stromnetz Hamburg werde die Lösung zum Reservieren und Teilen der Ladestationen verantworten und hierbei in Bezug auf die Abrechnung und Zahlungsabwicklung von msu solutions ergänzt. cambio Mobilitätsservice werde das stationsbasierte Carsharing in Konzepte des Ladestations-Sharing integrieren, während die Boesche Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft die rechtlichen und gesetzlichen Fragestellungen abdeckt. Vervollständigt werde das Förderkonsortium durch die Forschungspartner Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das die Nutzerakzeptanz untersucht und den Ladebedarf für Mobilitätsdienstleistungen ermittelt, sowie das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität, das die Markt- und Bedarfsanalyse leitet.

Unterstützung durch das BMWK

Neben den Förderpartnern umfasse das Konsortium neun weitere Institutionen. Dabei seien die Hamburger Behörden für Wirtschaft und Innovation sowie für Verkehr und Mobilitätswende und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in die Konzeption der Assetsharing Lösung einbezogen. enercity und Hamburger Energiewerke brächten hier zudem Anforderungen aus Sicht von Ladestationsbetreibern in Bezug auf Regelwerk, Marktrollen und Geschäftsmodell mit ein. Hamburger Hochbahn, MOIA Operations Germany und die P+R-Betriebsgesellschaft wollen als Standortpartner eigene Ladestationen zum Teilen anbieten. MILES Mobility sowie ebenfalls MOIA träten zudem als Nutzer der Ladestationen auf.
Unterstützt werde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Initiative des Ministeriums zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität ziele unter anderem auf Projekte ab, die wesentlich dazu beitragen, dass Laden einfacher, komfortabler und wirtschaftlicher wird sowie eine höhere Interoperabilität und Akzeptanz bei Nutzern erreicht. Hier setze der Lösungsansatz von Famous an und treffe damit genau die Strategie der Bundesregierung, weshalb das Ministerium das auf drei Jahre ausgelegte Projekt mit rund 3,6 Millionen Euro fördert.





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