BürgeranleiheRiskantes Investment?
Mit einer Stellungnahme reagiert der Übertragungsnetzbetreiber Tennet auf Medienberichte, wonach die Bürgeranleihe zur Finanzierung der Westküstenleitung ein riskantes Investment sei. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 20. Juli 2013 stufen Finanzexperten das Papier als nicht sinnvoll für Kleinsparer ein. Nicht nur aufgrund ihrer komplizierten Struktur sei die Anleihe für Privatanleger auf „keinen Fall zu empfehlen“, zitiert die FAS einen Fondsmanager. Im Vergleich zu Anleihen anderer Unternehmen wie RWE und E.on sei zudem der Zinssatz von bis zu fünf Prozent viel zu niedrig. Die Rendite müsste bei mindestens sieben Prozent liegen. Das Blatt kritisiert, dass die Bürger mit der „Bürgeranleihe“ keine Beteiligung an der Stromleitung oder am Betreiber der Leitung erwerben. Stattdessen gebe der Anleger der Betreiberholding Tennet mit Sitz im niederländischen Arnheim einen Kredit. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der Verkauf der Anleihe nur schleppend anlaufe.
Tennet weist hingegen darauf hin, dass die Zeichnungsfrist für die Bürgeranleihe noch bis Ende August laufe. Im kommenden Monat will das Unternehmen in den Landkreisen Nordfriesland und Dithmarschen weitere Informationsveranstaltungen zur Westküstenleitung und zur Bürgeranleihe durchführen. Es sei deshalb noch zu früh, um abschließend zu bewerten, auf welche Resonanz die finanzielle Beteiligungsmöglichkeit bei den Bürgern stoße, heißt es in der Stellungnahme. Die Bürgeranleihe werde außerdem von der Nord/LB in einer unabhängigen Studie als attraktive Anlage bewertet. Die Anleihebedingungen seien fair und die Bürgeranleihe biete im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine attraktive Anleiherendite, so die Nord/LB. Anders urteilt laut FAS die Ratingagentur Standard & Poor’s. Sie vergab die Note BB+, die hochspekulative Anlagen kennzeichnet: „Mit Ausfällen ist zu rechnen.“
Beurteilung der Bürgeranleihe durch die Nord/LB (PDF, 290 KB)
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