Mittwoch, 11. März 2026

KarlsruheSektorkopplung im Reallabor

[23.04.2019] Das Forschungsprojekt Sektorkopplung (SEKO) hat jetzt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ins Leben gerufen. Dabei soll das Zusammenspiel unterschiedlicher Energietechnologien unter praxisnahen Bedingungen im Reallabor erforscht werden.
KIT will Konzept der Sektorkopplung im Reallabor erforschen.

KIT will Konzept der Sektorkopplung im Reallabor erforschen.

Luftaufnahme der unterschiedlichen Energiesystemkomponenten auf dem Campus Nord des KIT.

(Bildquelle: Sebastian Mang, KIT)

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will das flexible Zusammenspiel von Strom, Wärme und Gas unter praxisnahen Bedingungen im Megawatt-Maßstab erproben. Wie das KIT mitteilt, wird im Rahmen des Forschungsprojekts Sektorkopplung (SEKO) ein großskaliges Reallabor errichtet, das die Liegenschaften und Energienetze des Instituts einschließt. Insgesamt seien sieben Institute des KIT beteiligt, die innerhalb des Projekts in unterschiedlichen Konstellationen transdisziplinär zusammenarbeiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördere das Vorhaben über vier Jahre hinweg mit über 6,5 Millionen Euro.
„Ziel von Sektorkopplung ist es, Energie je nach Bedarf und Angebot möglichst effizient zwischen den unterschiedlichen Sektoren zu verschieben und dabei Treibhausemissionen und Kosten einzusparen“, erklärt Professor Joachim Knebel, der am KIT als Koordinator das Forschungsprojekt SEKO leitet. „In den letzten Jahren haben wir am KIT eine ganze Reihe von Technologien zur Energiespeicherung und Energiekonversion sowie Strategien zur Steuerung solcher Prozesse entwickelt. Im Forschungsprojekt SEKO wollen wir diese nun praxisnah erproben.“
„Die Infrastruktur für das SEKO-Reallabor am KIT muss nicht gänzlich neu errichtet werden“, berichtet Projekt-Managerin Isabelle Südmeyer. Mit den beiden Forschungsinfrastrukturen Energy Lab 2.0 und dem Living Lab Energy Campus werde am Campus Nord des KIT im Rahmen der Helmholtz-Gemeinschaft bereits eine geeignete Technologieplattform errichtet, welche Sektorkopplung sowohl physisch als auch mithilfe der Informations- und Kommunikationstechnologie ermögliche. Bis Ende 2019 soll der Aufbau der wesentlichen Komponenten abgeschlossen sein. „Dadurch werden wir dann die Möglichkeit haben, die Systemintegration unterschiedlichster Technologien zu untersuchen und Methoden für die dynamische Kopplung der einzelnen Sektoren zu entwickeln und zu validieren“, so Südmeyer.
Das Forschungsprojekt SEKO besteht laut KIT aus vier Teilprojekten. Im Teilprojekt Strom steht die Kopplung von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen mit Photovoltaikanlagen unter Einbindung von Stromspeichern im Fokus. Das Teilprojekt Gas erforscht das Zusammenspiel zwischen Gas- und Wärmenetz und wird dabei auch die Dynamik von Power-to-Gas-Prozessen berücksichtigen. Im Teilprojekt Wärme/Kälte werden Methoden zur automatischen Erzeugung von Wärmelastkurven für Gebäude entwickelt sowie die effiziente Umwandlung von Strom in Wärme (Power to Heat) für die häusliche Anwendung experimentell erforscht. In einem übergreifenden Teilprojekt zur Sektorkopplung soll schließlich die übergreifende Vernetzung der unterschiedlichen Anlagen auf Ebene der Informations- und Kommunikationstechnik zur flexiblen Betriebsführung untersucht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei auch der IT-Sicherheit, um Störungen, Angriffe und Manipulationen zu vermeiden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Energiespeicher
Batteriespeichersystem in Containerbauweise auf umzäuntem Gelände, installiert in ländlicher Umgebung mit Windkraftanlagen im Hintergrund bei Sonnenuntergang.

Intilion: Neues Großspeichersystem vorgestellt

[26.02.2026] Der Speicheranbieter Intilion erweitert sein Portfolio. Mit dem System „scalecube i3” richtet sich das Unternehmen an Industrie und Energieversorger. Das neue Konzept basiert auf Standardisierung und festen Ausbaustufen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Nahaufnahme einer Reihe von Batteriespeicher-Containern in einem Windpark. Die technischen Gehäuse mit Lüftungsgittern stehen in einer Linie im Vordergrund, während im Hintergrund mehrere Windkraftanlagen unscharf zu sehen sind. Die Szene vermittelt die Kombination aus Windenergie und Energiespeicherung.

Trianel: Klare Regeln für Batteriespeicher

[12.02.2026] Aus Sicht von Trianel sind Batteriespeicher ein zentraler Baustein der Energiewende. Auf der Messe E-world energy & water 2026 stellte das Unternehmen ein Großprojekt in Waltrop vor und warnte zugleich vor regulatorischer Unsicherheit. mehr...

RWE: Batteriespeicher in Lingen geplant

[10.02.2026] RWE plant am Kraftwerksstandort Lingen einen Batteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung und mindestens 800 Megawattstunden Kapazität. Die Anlage soll ab 2028 das Stromnetz stabilisieren und zeigt, welche Rolle Großspeicher im künftigen Energiesystem spielen. mehr...

Studie: Batteriegroßspeicher erzeugen Wohlfahrtsgewinne

[22.01.2026] Eine neue Analyse zeigt, dass Batteriegroßspeicher im deutschen Stromsystem deutliche Wohlfahrtsgewinne erzeugen und zur Stabilisierung des Marktes beitragen. Die Autoren warnen zugleich, dass pauschale regulatorische Eingriffe diesen Nutzen schmälern können. mehr...

BSW-Solar: Zunahme von stationären Batteriespeichern

[14.01.2026] Die Kapazität stationärer Batteriespeicher in Deutschland hat sich nach Branchenangaben innerhalb von fünf Jahren mehr als verfünffacht. Trotz des starken Wachstums sieht der Bundesverband Solarwirtschaft weiteren erheblichen Ausbaubedarf, um die Energiewende effizient voranzubringen. mehr...

Neoen/Uniper: Tolling-Vertrag für Batteriespeicher abgeschlossen

[12.01.2026] Neoen hat für seinen Batteriespeicher in Arneburg einen siebenjährigen Tolling-Vertrag mit Uniper abgeschlossen. Der Vertrag über 30 MW Leistung und 78 MWh Kapazität startet 2027 und regelt die Vermarktung und Optimierung der Anlage. mehr...

Ratingen: Batteriespeicher angeschlossen

[05.01.2026] Quantum hat in Ratingen einen Batteriespeicher mit 2,5 Megawatt Leistung an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Das Projekt soll kleineren und mittleren Stadtwerken Dienstleistungen rund um Speicher und Flexibilisierung ermöglichen. mehr...

interview

Interview: Schlüssel für die Energiewende

[22.12.2025] Gemeinsam mit Stadtwerken realisiert Verbund Energy4Business ­Germany, Vertriebstochter des Unternehmens Verbund, Großbatteriespeicherprojekte. Im Interview erläutert Geschäftsführer Thomas Bächle, warum Batteriespeicher ein zentrales Element der Energiewende sind. mehr...

FFB PreFab: Erste Batterie vom Band gelaufen

[22.12.2025] In Münster ist erstmals eine elektrisch funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle aus der Forschungsfabrik FFB PreFab entstanden. Die Anlage bildet eine vollständige europäische Prozesskette von der Elektrodenfertigung bis zur geladenen Zelle ab und gilt als wichtiger Schritt für Batterien aus Deutschland. mehr...

Kreis Freising: Floor-Vertrag für Batteriespeicher abgeschlossen

[18.12.2025] Ein Floor-Vertrag zwischen MVV Trading und der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land soll die Wirtschaftlichkeit eines neuen Batteriespeichers sichern. Das Konzept verbindet eine garantierte Mindestvergütung mit der flexiblen Vermarktung an Strom- und Regelenergiemärkten. mehr...

SWLB: Stromspeicher in Planung

[16.12.2025] In Ludwigsburg entsteht ab 2026 ein Stromspeicher mit 1,3 Megawatt Leistung und fünf Megawattstunden Kapazität. Das Projekt der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim soll erneuerbare Energien besser ins Netz integrieren und neue Flexibilitätsoptionen erschließen. mehr...

bericht

Second-Life-Batterien: Innovation trifft Ressourceneffizienz

[15.12.2025] E-Auto-Batterien landen oft im Recycling, obwohl sie noch einen Großteil ihrer ursprünglichen Speicherkapazität besitzen. Im Projekt UniSTA zeigen Uniper und STABL Energy, wie sich solche Second-Life-Batterien als Alternative zu neuen Speichersystemen nutzen lassen. mehr...

bericht

Energiespeicherung: Batteriespeicher erleben Boom

[08.12.2025] Batteriespeicher sind ein wichtiges Element der Energiewende, denn sie gleichen Produktions- und Nachfrageschwankungen aus. Deutschland muss schnell rechtssichere und vor allem bundesweit einheitliche Regelungen schaffen, um das Potenzial voll ausschöpfen zu können. mehr...

Zeithain: Baustart von Solar-Batterie-Kombiprojekt

[18.11.2025] In Zeithain entsteht ein Kombiprojekt aus Solarfeld und Batteriespeicher, das den intelligenten Ausbau erneuerbarer Energien demonstrieren soll. SachsenEnergie meldet den Start der Bauarbeiten für eine 20-Megawatt-PV-Anlage, die später um einen leistungsstarken Speicher ergänzt werden soll. mehr...