Dienstag, 27. Oktober 2026

Stadtwerke KonstanzSolarausbau kommt voran

[03.11.2023] In Konstanz ist die geplante Solaroffensive auf einem guten Weg. Damit dies so bleibt, sind weitere Maßnahmen wie ein neues Beteiligungsportfolio und die erleichterte Realisierung von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen geplant.
Erfolgreiche Solaroffensive der Stadtwerke Konstanz: Allein in diesem Jahr wurde über 550 Anlagen in Betrieb genommen.

Erfolgreiche Solaroffensive der Stadtwerke Konstanz: Allein in diesem Jahr wurde über 550 Anlagen in Betrieb genommen.

(Bildquelle: Stadtwerke Konstanz)

Die Solaroffensive von Stadt und Stadtwerken Konstanz zeigt erste Erfolge. Wie die Stadtwerke mitteilen, sind mittlerweile 2.376 Anlagen in Betrieb (Stand September 2023). Allein in diesem Jahr seien bereits 553 Anlagen in Betrieb genommen worden. Zum Vergleich: 2018 waren es 49 Anlagen. Die Leistung der 2.376 Anlagen in Konstanz betrage insgesamt rund 25 Megawatt peak (MWp). Im Jahr 2022 würden rund 1,7 MWp in Betrieb gehen, in diesem Jahr seien es bis zum 20. September bereits 4,3 MWp gewesen. Der Markt habe sich deutlich verbessert.
Die Stadtwerke selbst förderten den PV-Ausbau mit geeigneten Instrumenten. Bereits im Jahr 2021 hätten sie mit dem Beteiligungsportfolio „Sonnenkraft I“ den Solarausbau forciert. Mit dem Volumen von 520.000 Euro seien 13 Photovoltaik-Dachanlagen mit einer Leistung von rund 720 Kilowatt peak (kW) errichtet worden. Derzeit planten die Stadtwerke ein weiteres Beteiligungsportfolio mit attraktiver Verzinsung, das noch in diesem Jahr platziert werden soll. Das Emissionsvolumen von rund einer Million Euro soll für die Errichtung von 15 PV-Dachanlagen mit einer Leistung von rund einem MWp verwendet werden. Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Bürgeranleihe Sonnenkraft II“ beteiligen möchten, können sich auf der Website der Stadtwerke registrieren und erhielten rechtzeitig zum Start der Bürgerbeteiligung weitere Informationen.

PV-Dachanlagen reichen nicht aus

Nach Angaben der Stadtwerke reichen die in Konstanz möglichen PV-Dachanlagen bei weitem nicht aus, um die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen. Die Stadtwerke wollen daher möglichst schnell die vergleichsweise einfacher zu realisierenden PV-Anlagen auf Freiflächen umsetzen. PV-Anlagen über Parkplätzen, Straßen oder landwirtschaftlichen Flächen (Agri-PV) seien derzeit noch unwirtschaftlich. Die bisher in der Öffentlichkeit diskutierten Anlagen seien fast alle Pilotprojekte. „Sie beschäftigten sich zum Beispiel mit Fragen der Landwirtschaft, unter anderem welche Kulturen überhaupt unter Agri-PV-Anlagen wachsen. Von einer Standardisierung sind diese Projekte noch weit entfernt“, erklärt Gordon Appel, der bei den Stadtwerken den Bereich Energiedienstleistungen verantwortet.
Aus Sicht der Stadtwerke ist es generell wichtig, mit möglichst vielen Flächen in das Verfahren zu starten, um den notwendigen Solarausbau in der gebotenen Schnelligkeit zu erreichen. „Es hat keinen Sinn, jetzt Ackerflächen auszuschließen oder nachrangig zu betrachten. Mit der Potenzialanalyse haben wir jetzt einige Flächen, die im Rahmen der Projektentwicklung zügig bearbeitet werden können“, sagt Gordon Appel. Bei der Ausweisung von Flächen in Schutzgebieten sei mit längeren Verfahren zu rechnen.

Zwei Hektar sind Mindestfläche

Nach Angaben der Stadtwerke ist für eine PV-Freiflächenanlage eine Mindestgröße von zwei Hektar (circa zwei MWp) erforderlich, um die im Rahmen der Klimaschutzstrategie angestrebten zehn MWp pro Jahr ( inklusive PV-Dachanlagen) zügig zu erreichen. Die vorhandenen personellen Ressourcen sollten dort eingesetzt werden, wo größere Anlagen realisiert werden können. Sowohl die personellen Ressourcen als auch die Netzanschluss- und Planungskosten seien bei kleineren Anlagen von beispielsweise einem Hektar (rund ein MWp) nahezu identisch. Zudem müssten für Potenzialstudien zwingend Rahmenparameter festgelegt werden. Andere Studien verwenden drei Hektar oder mehr. Die in der Potenzialstudie verwendete Mindestgröße liege mit zwei Hektar bereits relativ niedrig.
Zum Thema PV auf Wasserflächen des Bodensees liege den Stadtwerken Konstanz aktuell eine Beurteilung durch das Landratsamt Konstanz vor. Sie komme zum Ergebnis: „Der Errichtung von Floating-PV-Anlagen auf dem Bodensee kann nicht zugestimmt und die für derartige Anlagen zwingend erforderliche wasserrechtliche Erlaubnis nicht in Aussicht gestellt werden.“
Entscheidend für den Ausbau von PV-Freiflächen seien auch ausreichende Netzanschlüsse.
Gordon Appel: „Daher ist es entscheidend, zunächst die Potenzialanalyse durchzuführen und entsprechende Beschlüsse zu fassen. Erst dann können die Ergebnisse in die Zielnetzplanung Strom einfließen und die Netze gezielt verstärkt sowie Trafostationen errichtet werden.“





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