Donnerstag, 26. Februar 2026

JenaUmsetzbarkeit von Abwärmeprojekt bestätigt

[20.08.2025] Abwärme aus der Jenaer Kläranlage könnte künftig Unternehmen in Jena-Nord mit Heizenergie versorgen. Eine Machbarkeitsstudie bestätigt die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Projekts ANIKA.

Christoph Kindt, Bereichsleiter Energiedienstleistungen und Erzeugung bei den Stadtwerken Energie, präsentiert bei der Mitgliederversammlung der IG Jena-Nord die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Wärmeprojekt ANIKA.

(Bildquelle: Stadtwerke Jena GmbH)

Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck wollen mit dem Projekt ANIKA Abwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen nutzbar machen. Wie der regionale Energieversorger mitteilt, ist es das Ziel, die ganzjährig mindestens zwölf Grad Celsius warme Ablauffracht des gereinigten Abwassers über Großwärmepumpen in Heizenergie umzuwandeln. Ergänzt durch Wärmespeicher und eine Power-to-Heat-Anlage soll eine zuverlässige Versorgung gewährleistet werden. Zunächst ist die Anbindung von Unternehmen entlang der Wiesenstraße geplant, später könnte das Netz in Richtung Wenigenjena und Tümplingviertel erweitert werden.

Eine von der Dornier Gruppe erstellte Machbarkeitsstudie bescheinigt dem Vorhaben technische, wirtschaftliche und rechtliche Tragfähigkeit. Analysiert wurden unter anderem der Bedarf potenzieller Wärmeabnehmer, die Netzinfrastruktur sowie Genehmigungsfragen. Das nutzbare Wärmepotenzial wird mit rund 120 Gigawattstunden pro Jahr beziffert – genug für den Wärmebedarf von etwa 10 000 Haushalten. Bei einer Präsentation der Ergebnisse am 14. August stieß das Projekt bei der Interessengemeinschaft Jena-Nord auf positive Resonanz.

Der Fahrplan sieht vor, nun in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung einzusteigen. In den kommenden Monaten sollen Ausschreibung und Vergabe vorbereitet werden, der Baustart ist für 2028 geplant. Die Inbetriebnahme von ANIKA soll 2030 erfolgen. Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange hob die Verbindung von Klimaschutz, Standortstärkung und sinnvoller Nutzung bestehender Infrastruktur hervor. Projektleiter Jonas Waldhäusl betonte die regionale Verfügbarkeit der Ressource und die damit verbundene Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und volatilen Märkten. Auch Vertreter der lokalen Wirtschaft und Wirtschaftsförderung sehen in dem Projekt einen Beitrag zur Wärmewende und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Jena-Nord.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Böhl-Iggelheim: Entstehung von kaltem Nahwärmenetz

[26.02.2026] In Böhl-Iggelheim entsteht an der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Das Projekt soll die kommunale Wärmeversorgung ab 2026 klimafreundlich sichern und perspektivisch ein ganzes Quartier einbinden. mehr...

Sechsstufige Wärmepumpenanlage „Energy Unit 2.0“ in der XL-Variante: Außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpenmodule in schallgedämmter Einhausung vor einem Mehrfamilienhaus, teilweise mit geöffneten Schutzgittern.

Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser

[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...

Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft

[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...

Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz

[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...

BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen

[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...

Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand

[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...

SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung

[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung

[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...

Stuttgart: Abwärme von Rechenzentrum macht Schule

[06.02.2026] Ein Rechenzentrum in Stuttgart speist seine Abwärme erstmals systematisch in ein lokales Wärmenetz ein. Das Projekt von nLighten und Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart zeigt, wie digitale Infrastruktur konkret zur Dekarbonisierung städtischer Wärmeversorgung beitragen kann. mehr...

Leverkusen: Wärmeplan liegt öffentlich aus

[05.02.2026] Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Leverkusen liegt nun öffentlich aus. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, den Plan online einzusehen und Stellung zu nehmen. Das Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. mehr...

Darmstadt/Wiesbaden: Fortschritte bei kommunaler Wärmeplanung

[05.02.2026] Wiesbaden legt den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung öffentlich aus, Darmstadt hat seine Wärmeplanung bereits beschlossen und vorgestellt. Beide Städte wollen damit den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral, wirtschaftlich tragfähig und planbar gestalten. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

Pforzheim: Energiezentrale in Betrieb gegangen

[29.01.2026] In Huchenfeld ist eine neue Energiezentrale in Betrieb gegangen, die den Pforzheimer Stadtteil künftig mit überwiegend erneuerbarer Wärme versorgen soll. Betreiber sind die Stadtwerke Pforzheim, die damit ihre Nah- und Fernwärmestrategie weiter ausbauen. mehr...

Nexiga/DBI: Wärmebedarf von Gebäuden berechnen

[21.01.2026] Eine neue, normbasierte Methode berechnet erstmals den Wärmebedarf nahezu aller Gebäude in Deutschland gebäudescharf. Entwickelt von Nexiga und der DBI-Gruppe, soll sie Kommunen, Energiewirtschaft und Wohnungswirtschaft präzisere Planungsgrundlagen liefern. mehr...