Montag, 16. März 2026

StuttgartWärmewende nimmt Gestalt an

[28.07.2023] Ein erstes Konzept und weitere Schritte für die Wärmeplanung wurden jetzt in Stuttgart vorgestellt. Eine nachhaltige Wärmeversorgung ist ein wesentlicher Baustein, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen.
Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung markiert im Stuttgarter Stadtgebiet die Zonen mit bestehenden Wärmenetzen

Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung markiert im Stuttgarter Stadtgebiet die Zonen mit bestehenden Wärmenetzen, Eignungs‐ und Versorgungsgebiete, Erweiterungsbereiche und Einzelversorgungsgebiete.

(Bildquelle: Amt für Umweltschutz, LHS)

In Stuttgart wurde jetzt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt der Entwurf für die Einstufung des Stadtgebiets in Eignungsgebiete für Wärmenetze vorgestellt. Außerdem wurden die weiteren Schritte skizziert, die notwendig sind, damit der Gemeinderat noch in diesem Jahr die Wärmeplanung beschließen kann. Wie die Stadt Stuttgart mitteilt, ist eine nachhaltige Wärmeversorgung von zentraler Bedeutung, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Die Voraussetzungen dafür seien in den 23 Stadtbezirken jedoch sehr unterschiedlich. Das Amt für Umweltschutz (AfU) und die Stadtwerke Stuttgart berichteten dem Gremium über ihre Einschätzung und den Stand der gemeinsam erarbeiteten Planung. Das Leitbild soll den Umbauprozess in den nächsten Jahren begleiten und bei allen städtebaulichen Entwicklungen berücksichtigt werden.
Die klimaneutrale Wärmeversorgung könne sowohl über eine Einzelversorgung als auch über ein Wärmenetz realisiert werden. Dabei spiele auch die bestehende Fernwärmeversorgung eine wichtige Rolle. Für den Ausbau des Netzes gelte es, Gebiete zu identifizieren, in denen ein Wärmenetz praktikabel sei.

Wärmenetze lassen sich verdichten

Der im Ausschuss für Klima und Umwelt vorgestellte Entwurf der Eignungsgebiete zeige, dass die bestehenden Wärmenetze in Stuttgart verdichtet und teilweise erweitert werden können. Hinzu kämen Gebiete, die sich aufgrund ihrer Struktur und möglicher Wärmequellen für ein neues klimaneutrales Wärmenetz eignen. Sie würden nach ihrem zeitlichen und planerischen Stand in zwei Prioritäten eingeteilt. Daneben gebe es Gebiete, die aufgrund ihrer sehr hohen Bebauungsdichte und geringen Gebäudeabstände kaum Möglichkeiten für eine klimaneutrale Einzelversorgung bieten, sodass auch hier Wärmenetze als Option zu prüfen sind.
Außerhalb dieser Wärmenetz-Eignungs- und Versorgungsgebiete sei eine Einzelversorgung der Gebäude erforderlich. In beiden Fällen unterstütze die Stadt Stuttgart bereits mit zahlreichen Förderprogrammen die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes, beispielsweise durch die Förderung von Gebäudesanierung, Photovoltaik, Balkonkraftwerken, Wärmepumpen oder dem Anschluss an ein Wärmenetz.

Schritte bis zur fertigen Wärmeplanung

Die Landeshauptstadt will die vorläufigen Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung am 29. September erneut im Ausschuss für Klima und Umwelt vorstellen. Unmittelbar danach sollen die Bürgerinnen und Bürger in die Wärmeplanung einbezogen werden. Eine Informationsveranstaltung am 5. Oktober werde dazu den Planungsstand der breiten Öffentlichkeit vorstellen und die Methodik erläutern.
Die vorläufigen Ergebnisse würden dann auf der Website der Stadt veröffentlicht und könnten auch im Amt für Umweltschutz eingesehen werden. Im Oktober bestehe die Möglichkeit, Anregungen, Rückmeldungen und Stellungnahmen an das Amt für Umweltschutz zu senden, die in die Beratungen zur Endfassung des kommunalen Wärmeplans einfließen. Es sei geplant, dass der Gemeinderat im Dezember den Wärmeplan für das Stadtgebiet Stuttgart beschließt.
Fragen zur Aufstellung des kommunalen Wärmeplans können Interessierte an waermeplanung@stuttgart.de senden.



Stichwörter: Wärmeversorgung, Stuttgart


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung
Von links: Wolf-Thomas Hendrich (Versorgungsbetriebe Hoyerswerda), Katrin Bartsch (Stadtwerke Weißwasser) und Michael Schiemenz (Städtische Werke Spremberg) unterzeichnen eine Vereinbarung.

Kooperation: Klimaneutrale Wärme in der Lausitz

[16.03.2026] Drei Stadtwerke aus der Lausitz treiben ihre Wärmewende voran. Die Unternehmen aus Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg haben einen Planervertrag für ein gemeinsames Projekt zur Transformation der Wärmeversorgung unterzeichnet. Das Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. mehr...

BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...

Jade Hochschule: Vereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung

[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen. mehr...

Saarland: Studie analysiert Wärmeversorgung

[04.03.2026] Eine neue Studie analysiert die Wärmeversorgung im Saarland und zeigt Wege zur klimaneutralen Wärmewende auf. Die Untersuchung soll Kommunen eine belastbare Grundlage für ihre Wärmeplanung bis 2045 liefern. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

Braunschweig: Holzheizkessel in Betrieb genommen

[27.02.2026] BS Energy und SH Kraft & Wärme haben im Braunschweiger Energie Effizienz Quartier Gliesmarode/Querum einen zweiten Holzheizkessel in Betrieb genommen. Mit der Leistungssteigerung um 50 Prozent wächst der Anteil erneuerbarer Wärme im Quartiersnetz weiter und das Ziel einer vollständig regenerativen Versorgung bis 2040 rückt näher. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Böhl-Iggelheim: Entstehung von kaltem Nahwärmenetz

[26.02.2026] In Böhl-Iggelheim entsteht an der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Das Projekt soll die kommunale Wärmeversorgung ab 2026 klimafreundlich sichern und perspektivisch ein ganzes Quartier einbinden. mehr...

Sechsstufige Wärmepumpenanlage „Energy Unit 2.0“ in der XL-Variante: Außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpenmodule in schallgedämmter Einhausung vor einem Mehrfamilienhaus, teilweise mit geöffneten Schutzgittern.

Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser

[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...

Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft

[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...

Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz

[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...

BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen

[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...

Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand

[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...

SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung

[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung

[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...