Donnerstag, 22. Oktober 2026

Stadtwerke GießenProjekt PowerLahn kommt voran

[07.07.2025] Die Stadtwerke Gießen bauen eine neue Anlage zur umweltfreundlichen Wärmegewinnung. Ab Mitte 2026 sollen drei Großwärmepumpen Energie aus dem Wasser der Lahn gewinnen. Damit wollen die Stadtwerke einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten.

Energiezentrale des Projekts PowerLahn ist im Bau.

(Bildquelle: Stadtwerke Gießen)

Vor knapp drei Jahren begannen die Stadtwerke Gießen mit der Planung eines neuen Projekts für die Fernwärmeversorgung (wir berichteten). Es heißt PowerLahn und soll die Wärmeerzeugung in der Stadt umweltfreundlicher machen. Nun ist das Gebäude fast fertig, in dem die neue Technik eingebaut wird. Die Anlage steht in der Schlachthofstraße in Gießen.

Ab Mitte nächsten Jahres sollen dort drei große Wärmepumpen in Betrieb gehen. Sie entziehen dem Wasser der Lahn Wärme. Diese Wärme wird dann in das städtische Fernwärmenetz eingespeist. Der Strom für den Betrieb der Pumpen stammt laut den Stadtwerken aus erneuerbaren Quellen. So könne die Wärme CO₂-neutral erzeugt werden.

Fernwärme für fast 3.900 Wohnungen

Nach Angaben der Stadtwerke reicht die erzeugte Energie aus, um etwa 3.900 Wohnungen mit Fernwärme zu versorgen. Zusätzlich zu den Wärmepumpen gehören zur neuen Anlage auch zwei Blockheizkraftwerke und ein elektrischer Wärmeerzeuger. Diese Technik ist Teil eines iKWK-Systems. Die Abkürzung steht für „innovative Kraft-Wärme-Kopplung“.

Die Stadtwerke luden kürzlich Politikerinnen und Politiker sowie andere Interessierte auf die Baustelle ein, um über das Projekt zu informieren. „Mit PowerLahn bringen die Stadtwerke die Fernwärmeversorgung in unserer Stadt auf ein neues Niveau“, sagte Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (SPD) bei der Veranstaltung. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Wright betonte die Rolle der Stadtwerke: Sie würden zeigen, dass sich neue Technik sinnvoll in bestehende Systeme einfügen lasse. Laut Stadtwerke-Vorstand Matthias Funk gab es für das Projekt in Hessen bislang keine Vorbilder. Genehmigungen und Planungen mussten daher neu gedacht werden. „Wir wussten von Anfang an, dass wir uns auf neuem Terrain bewegen. Aber wir waren uns immer sicher, dass wir ein solches Projekt bewältigen können“, sagte er in seinem Vortrag.

Projekt liegt im Zeitplan

Der Bau der Anlage liegt nach Angaben der Stadtwerke im Zeitplan. Derzeit bauen Fachfirmen die technische Ausrüstung in das Erdgeschoss der Energiezentrale ein – dazu gehören Rohrleitungen, Pumpen und Ventile. Die Wärmepumpen sollen Ende Juli eingebaut werden. Auch im Außenbereich gibt es Fortschritte. Das Einlaufbauwerk an der Lahn ist bereits fertig. Durch dieses fließt künftig das Wasser zu den Wärmepumpen. Das Auslaufbauwerk ist noch im Bau. Die Rückleitung zur Lahn ist bereits verlegt. Eine naturnahe Zone mit Steinen und Kies, in der das Wasser mit Sauerstoff angereichert wird, soll im nächsten Jahr fertig sein. Das Projekt ist Teil der Klimaschutzstrategie der Stadt. Andreas Hergaß, Vorstand der Stadtwerke, erklärte: „Wir unternehmen alles in unserer Macht stehende, um die Stadt beim Erreichen ihres ambitionierten Klimaziels zu unterstützen.“

10.000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr

Nach Berechnungen der Stadtwerke reduziert die neue Anlage den Ausstoß von Kohlendioxid um rund 10.000 Tonnen pro Jahr – verglichen mit herkömmlichen Heizsystemen, die mit Gas arbeiten. Außerdem werde die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert, was laut Hergaß auch mit Blick auf die politische Lage von Bedeutung sei.





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