NürnbergKommunalen Wärmeplan verabschiedet

Die Stadt Nürnberg hat jetzt ihre kommunale Wärmeplanung verabschiedet.
(Bildquelle: Stadt Nürnberg)
Die Stadt Nürnberg hat Anfang Juni einen kommunalen Wärmeplan beschlossen, der eine langfristig klimafreundliche, effiziente und bezahlbare Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet ermöglichen soll. Wie die Stadt mitteilt, folgt die Planung gesetzlichen Vorgaben des Bundes und analysiert detailliert, welche Wärmequellen und Infrastrukturen sich in welchen Stadtteilen eignen. Dabei wird Nürnberg in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete unterteilt, um je nach Gebäudedichte, Wärmebedarf und technischer Machbarkeit differenzierte Lösungen zu entwickeln.
Zentrales Element des Plans
Ein zentrales Element des Plans ist der Ausbau des bestehenden Fernwärmenetzes. In dicht bebauten Stadtbereichen mit hohem Wärmebedarf – etwa im Zentrum mit seinen oft denkmalgeschützten Altbauten – soll das Netz erweitert und verdichtet werden. Der Anteil der Fernwärme an der städtischen Heizversorgung liegt derzeit bei rund 25 Prozent und soll bis 2040 auf bis zu 50 Prozent steigen. Die Dekarbonisierung des Fernwärmesystems erfolgt schrittweise unter Nutzung verschiedener erneuerbarer Energiequellen wie Abwärme, Geothermie und Biomasse. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Energieversorger N-Ergie, der bereits vier konkrete Ausbaugebiete definiert hat – unter anderem am Friedrich-Ebert-Platz, im Nordostpark und in Wetzendorf.
Für weniger dicht bebaute Gebiete sieht der Wärmeplan dezentrale Versorgungslösungen vor. Wärmepumpen gelten dort vielfach als bevorzugte Option, ergänzt durch Biomasse- und Biogasanlagen. Allerdings zeigt der Plan auch, wo diese Technologien aufgrund baulicher Gegebenheiten, Platzmangel oder Emissionsgründen nicht sinnvoll einsetzbar sind. In diesen Fällen sind weitere Untersuchungen zur Versorgungslösung vorgesehen.
Ein Anschlusszwang an das Fernwärmenetz besteht laut Plan nicht. Die Stadt setzt auf Wahlfreiheit und Transparenz für Bürgerinnen und Bürger. „Wo immer möglich ist Fernwärme ein optimaler Weg, aber darüber können die Menschen selbst entscheiden“, betont Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Für Neubauten und bestehende Gebäude gelten die Regelungen des Gebäudeenergiegesetzes in Verbindung mit dem Wärmeplan ab dem 1. Juli 2026.
Kein Endkundennetz auf Wasserstoffbasis
Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Andrea Heilmeier weist darauf hin, dass ein Endkundennetz auf Wasserstoffbasis aus wirtschaftlichen Gründen nicht vorgesehen sei. Die vorhandenen Mengen würden in der industriellen Nutzung dringender gebraucht. Der Wärmeplan bildet somit einen zentralen Bestandteil der städtischen Klimaschutzstrategie, wie Umweltreferentin Britta Walthelm erklärte: „Die Wärmeplanung ist ein wichtiger Baustein des neuen Klimaschutzkonzepts der Stadt Nürnberg.“
Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben am Montag, 23. Juni 2025, um 16 Uhr die Möglichkeit, sich bei einer Informationsveranstaltung näher zu informieren. Weitere Einzelheiten werden gesondert bekannt gegeben. Ergänzende Informationen zur kommunalen Wärmeplanung sowie eine interaktive Übersichtskarte der Wärmeversorgungsgebiete stehen online zur Verfügung.
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