Montag, 7. September 2026

MaBiS-UmsetzungEin Rädchen greift ins nächste

[02.08.2013] Mit dem Energiedaten-Management-System BelVis von Kisters hat die Kooperationsgesellschaft fränkischer Elektrizitätswerke die umfangreichen MaBiS-Vorgaben zügig realisiert. Zudem wurde dadurch die Energiebeschaffung optimiert.
Bei der Kooperationsgesellschaft fränkischer Elektrizitätswerke (kfe) optimiert ein Energiedaten-Management-System Prozessabläufe.

Bei der Kooperationsgesellschaft fränkischer Elektrizitätswerke (kfe) optimiert ein Energiedaten-Management-System Prozessabläufe.

(Bildquelle: creativ collection Verlag)

Nicht überall wurde die Einführung der Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS) mit stürmischem Applaus begleitet. Viele Unternehmen stoßen sich an dem erhöhten Aufwand bei der Abwicklung zahlreicher Geschäfts- und Datenaustauschprozesse. Die Verantwortlichen der Kooperationsgesellschaft fränkischer Elektrizitätswerke (kfe) blicken hingegen weit über den Tellerrand und haben im Zuge der MaBiS-Umsetzung gleich ihre Prozesse auf Vordermann gebracht. Diese liefern über die Energiedaten-Management-Lösung BelVis heute die Grundlage für eine optimierte und wettbewerbsfähige Energiebeschaffung.

Umdenken mit MaBiS

„Als wir 2011 mit MaBiS an den Start gingen, haben wir die Ärmel hochgekrempelt, um unsere Prozesse von der Prognose integrativ über das Pricing, die Beschaffung, die Lieferung und Bilanzierung bis hin zur Abrechnung zu optimieren. Und zwar so, dass ein Rädchen ins nächste greift“, erläutert Tilo Eschrich, Geschäftsführer der kfe. Ein cleverer Schachzug, wie sich herausstellte, denn mit MaBis fand ein Umdenken bei der Energienetzbilanzierung statt. Netzversorger sind seitdem verpflichtet, ihr Asset von A bis Z auszubilanzieren. Das sorgt auf der einen Seite für Transparenz hinsichtlich sämtlicher Datenflüsse, bedingt aber auf der anderen Seite einen hohen organisatorischen und informationstechnischen Aufwand.
Darüber hinaus gibt es weitere Effekte. So werden beispielsweise alle Energieflüsse im Netz einzeln erfasst und verursachergerecht zwischen Netz und Lieferanten aufgeteilt. Daraus resultierten eine hohe Transparenz und gleichzeitig eine signifikante Verbesserung der Datenqualität als Grundlage für die Optimierung der Vertriebsprognose. Daneben erfolgt eine Reduzierung von Bilanzierungsfehlern durch permanente Überwachung der Deltamengen (im Rahmen der Bilanzierung nicht erfasster Energiemengen). Auch die Differenzmengen werden nicht mehr automatisch dem assoziierten Vertrieb zugeordnet, sondern von diesem im Auftrag des Verteilnetzbetreibers bewirtschaftet. Das bewirkt eine Gleichstellung des assoziierten Vertriebs mit den anderen Lieferanten. Zu guter Letzt verlagert sich bei Anwendung des synthetischen Lastprognose-Verfahrens ein Großteil des Prognoserisikos vom assoziierten Vertrieb auf den Netzbetreiber.

EDM als Schlüssel zum Erfolg

Mithilfe des professionellen, zentralen Energiedaten-Management-Systems BelVis des Anbieters Kisters haben die kfe-Verantwortlichen die umfangreichen MaBiS-Vorgaben zügig realisiert. Die Lösung ermöglicht den Gesellschaftern des Eichstätter Unternehmens, alle erforderlichen Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität und Gas lückenlos abzubilden. Die kfe-Spezialisten sorgen dafür, dass die Absatzmengen der Vertriebe im Sinne eines Bottom-up-Ansatzes einzeln aufaddiert und zudem Netzverluste und Differenzzeitreihen gesondert ermittelt werden. „Diese zählpunktscharfe Ausbalancierung des gesamten Verteilnetzes ermöglicht uns eine erhebliche Verbesserung der Prognosegüte für die Energiebeschaffung, sodass sich der Mehraufwand auf Seiten der Gesellschafter trotzdem rechnet“, erklärt Tilo Eschrich. Um diesen abzufangen, hat die kfe ihr Portfolio erweitert und bietet den Anteilseignern an, die MaBis-Prozesse für sie abzuwickeln. „So konnten wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dank unserer IT, dessen Herzstück unser EDM-System ist, konnten wir nicht nur unsere Geschäftsprozesse optimieren, es ist uns gleichzeitig auch gelungen, unser Angebotsspektrum zu erweitern“, so der Geschäftsführer der kfe. Und das wissen auch die Gesellschafter zu schätzen. Neben den Vorteilen der gemeinsamen optimierten Strombeschaffung wickeln viele Gesellschafter die MaBiS-Prozesse komplett über die kfe ab. Weitere Anteilseigner nutzen BelVis im Strom- und im Gasbereich.

Kooperationsgesellschaft fränkischer Elektrizitätswerke

Die Kooperationsgesellschaft fränkischer Elektrizitätswerke (kfe) mit 35 Gesellschaftern aus Stadt- und Gemeindewerken hat sich die umfassende versorgungswirtschaftliche Zusammenarbeit, die gemeinsame Strombeschaffung, den Aufbau und Betrieb eines gemeinsamen Energiedaten-Managements sowie die Erbringung von entsprechenden Dienstleistungen für die Gesellschafter auf die Fahnen geschrieben. Die Vorteile dieser horizontalen Kooperation sind Synergieeffekte hinsichtlich des Energieeinkaufs, der Beschaffung und des Betriebs von Software-Systemen, energiewirtschaftsrechtlicher Beratung und des Sammelns und Verwertens von Marktinformationen.

Jörg Kranich ist Pressereferent bei der TEMA Technologie Marketing AG, Berlin.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

cortility: KI automatisiert Standardanliegen

[03.09.2026] cortility und Pipeforce wollen Künstliche Intelligenz stärker für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanliegen bei Energieversorgern einsetzen. Standardvorgänge wie Zählerstandsmeldungen, Umzüge oder Abschlagsfragen sollen sich damit weitgehend ohne manuelle Eingriffe verarbeiten lassen. mehr...

Illustration eines Laptops, aus dessen Bildschirm eine Rechnung in Papierform ausgegeben wird. Die Darstellung symbolisiert den digitalen Rechnungsversand.

E-Rechnung: Versandpflicht wird ausgeweitet

[26.08.2026] Für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz verschärfen sich zum Jahreswechsel die Vorgaben für elektronische Rechnungen. Ab Januar 2027 müssen sie E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 versenden. Ein Jahr später gilt die Vorgabe für alle Unternehmen. mehr...

bericht

KRITIS-Schutz: Resilienz ist Pflicht

[18.08.2026] Mit dem KRITIS-Dachgesetz sind Städte und Gemeinden unter Zugzwang: Bis Mai 2027 müssen Schutzkonzepte stehen. Doch zwischen gesetzlicher Pflicht und gelebter Resilienz klafft häufig noch eine gefährliche Lücke. mehr...

Maingau: Portfoliomanagement in der Cloud

[14.08.2026] Maingau hat sein Portfolio-Management auf eine Cloud-Lösung von Kisters umgestellt. Damit will der Energieversorger Handelsprozesse stärker automatisieren und weitere Funktionen in die Systemlandschaft integrieren. mehr...

bericht

Kundenservice: Vom Antrag zur Lösung

[13.08.2026] Stadtwerke können ihre Kundenservices mit durchgängigen End-to-End-Prozessen effizienter gestalten. Standardisierte Abläufe, intelligentes Routing und KI sollen Bearbeitungszeiten verkürzen und Mitarbeitende entlasten – entscheidend bleibt dabei die Verbindung von Technik, Daten und Menschen. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Joules erhält KI-Funktionen

[13.08.2026] Die kraftwerk Software Gruppe hat die Software Joules erweitert. Das aktuelle Release bringt KI-gestützte Funktionen für verschiedene Arbeitsabläufe sowie ein neu aufgebautes Kunden-, Lead- und Servicemanagement. mehr...

bericht

IT-Infrastruktur: Vollumfassende Integration

[11.08.2026] Neue digitale Angebote und gesetzliche Anforderungen überfordern die IT-Landschaften der Stadtwerke zunehmend. Insbesondere bei systemübergreifenden Prozessen reichen punktuelle Integrationen nicht mehr aus. Gefragt sind vielmehr durchgängige Prozessketten, die verteilte Anwendungen zuverlässig verbinden. mehr...

cortility: EDM-Kooperation mit endica

[11.08.2026] Das Unternehmen cortility überträgt die bislang von endica eingesetzten Lösungen für das Energiedatenmanagement auf SAP S/4HANA Utilities. Damit soll das Energiedatenmanagement für Strom und Gas auch in der neuen Systemlandschaft von endica verfügbar sein. mehr...

Kraftwerk Software Gruppe: Neue KI-gestützte Wissensplattform vorgestellt

[24.07.2026] Die Kraftwerk Software Gruppe hat mit der Lösung kraftwerk.Knowledge eine KI-gestützte Wissensplattform für Versorgungsunternehmen vorgestellt. Sie soll Stadtwerke bei der Dokumentation, der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und der schnellen Suche nach Fachinformationen unterstützen. mehr...

Civitas Connect: Offene digitale Basisinfrastrukturen

[20.07.2026] Ein offener Brief fordert, bestehende offene Daten- und Integrationsplattformen stärker in die föderalen Digitalstrukturen einzubinden. Laut Initiator Civitas Connect richtet sich die Initiative an Bund, Länder und weitere zuständige Gremien. Kommunen, öffentliche Unternehmen und andere Organisationen können sich der Erklärung bis Ende September anschließen. mehr...

cortility: SAP-Umstellung bleibt eine Herausforderung

[17.07.2026] Mit dem Ende des Supports für SAP R/3 Ende 2027 wächst der Zeitdruck für Energieversorger. Nach Einschätzung des IT-Dienstleisters cortility werden jedoch zahlreiche Unternehmen den Termin nicht einhalten können. mehr...

enercity: Test für KI-Energie-Assistenten

[16.07.2026] enercity hat die Testphase eines KI-Energie-Assistenten gestartet, der Kundinnen und Kunden die Verwaltung ihres Energievertrags direkt über ChatGPT ermöglichen soll. Nach Angaben des Unternehmens können unter anderem Vertragsdaten eingesehen, Rechnungen abgefragt und Zählerstände übermittelt werden. mehr...

Stadtwerke Baden-Baden: Neue GIS-Plattform für alle Versorgungssparten

[10.07.2026] Die Stadtwerke Baden-Baden stellen ihre Geoinformations- und Netzsysteme schrittweise auf eine neue webbasierte Plattform um. Nach Angaben von VertiGIS soll damit eine integrierte Arbeitsumgebung für die Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme entstehen. mehr...

bericht

Mahnwesen: Lücke im SAP-System

[09.07.2026] Stadtwerke, die SAP im Mahnwesen einsetzen, müssen Mahngebühren manuell verbuchen. Das kostet wertvolle Arbeitszeit und birgt die Gefahr von Fehlbuchungen und Compliance-Risiken. Eine SAP-basierte Erweiterung automatisiert den Prozess und beseitigt diese Schwachstelle. mehr...

cortility: Einfacher Lieferantenwechsel

[08.07.2026] Der IT-Dienstleister cortility hat eine Software vorgestellt, die Energieversorger beim seit 2025 geltenden 24-Stunden-Lieferantenwechsel unterstützen soll. mehr...