Energiedaten-ManagementWenn Excel nicht mehr ausreicht

Daten im Blick: Modulare Lösungen erleichtern die Verwaltung und Bearbeitung der Energiedaten.
(Bildquelle: VOLTARIS)
Von neuen Geschäftsprozessen beim Lieferantenwechsel im Strom- und Gasbereich über weiterführende Regeln zur Bilanzierung bis hin zu den Wechselprozessen im Messwesen (WiM): Die Prozessautomatisierung in der Energiebranche wird durch regulatorische Veränderungen derzeit stark beschleunigt. Künftig werden vor allem die Weiterentwicklung der Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS 2.0) und der Kooperationsvereinbarungen (KoV VI/VII) wie auch die Wechselprozesse für Einspeiser das Energiedaten-Management (EDM) verändern. Auch im Bereich der Zählerfernauslesung (ZFA) erfordert die Umstellung auf neue Kommunikationswege und die Umsetzung der Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit zahlreiche Investitionen.
Herausforderung MDM-System
Als Bindeglied zwischen der Prozessdatenverarbeitung und der energiewirtschaftlichen Informationsverarbeitung stellen so genannte Meter-Data-Management-Systeme (MDM) zukünftig das zentrale Daten-Management-System für die neuen Messsysteme dar. Die Aufgaben reichen von der Datenerfassung und dem Datenaustausch über Entschlüsselung und Messdatenverarbeitung bis hin zur Gateway-Administration. Dabei muss die Abfrage von Zähl- und Messsystemen sicher, flexibel und transparent erfolgen und auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sein.
Aktuell werden die Details zu den Messsystemen durch die Technische Richtlinie des Bundesamts für Sicherheit in der Infomationstechnik (BSI) sowie durch die Lastenhefte des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) beschrieben. Intelligente Messsysteme werden demnächst ab einem bestimmten Schwellenwert verpflichtend bei Endkunden und Einspeisern eingebaut werden. Daher müssen sich die Energieversorger mit eigenen Strategien zum Einsatz der Smart Meter und der Messsysteme auseinandersetzen. Entsprechend der Anforderung in § 40 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind nach Einführung der Messsysteme den betroffenen Kunden monatlich die Verbrauchs- und Kosteninformationen zur Verfügung zu stellen. Ideal dafür sind Lösungen, die sich über ein Web-Portal am PC und Laptop oder mittels App realisieren lassen.
Hoher Investitionsaufwand
Neben dem großen Personalaufwand lösen diese Veränderungen und Weiterentwicklungen bei Stadt- und Gemeindewerken vor allem hohe Investitionskosten aus. Im Mittelpunkt stehen dabei neue Software-Systeme: Während zu Beginn der Marktliberalisierung oftmals die gängigen Office-Lösungen wie Excel oder Access-Datenbanken zur Verwaltung und Bearbeitung der Energiedaten ausreichten, muss heute auf deutlich komplexere Systeme zurückgegriffen werden. Um den zunehmenden regulatorischen Anforderungen, dem erhöhten Datenaufkommen und der Schaffung neuer Marktrollen sowie der EDIFACT-Datenaustauschformate Rechnung tragen zu können, müssen die Prozesse hochautomatisiert und standardisiert sein und über erweiterte Monitoring-Lösungen verfügen. Jede Prozessautomatisierung erfordert eine dauerhafte Qualitätsüberwachung, um dem Anwender eine transparente Prozesssicht zu gewährleisten – Voraussetzung hierfür ist die Dokumentation aller Prozesse. Das Unternehmen Voltaris hat schon früh alle relevanten Dienstleistungsprozesse für EDM-Strom und EDM-Gas erfasst, dokumentiert und um entsprechende Prüfreports und Arbeitsanleitungen ergänzt. Als eines der ersten Dienstleistungsunternehmen im Energiemarkt entschied sich Voltaris dafür, die Prozesse durch eine unabhängige Stelle prüfen und zertifizieren zu lassen.
Vorteil für kleinere Energieversorger
Zur Bewältigung der neuen Herausforderungen übertragen immer mehr Energieversorger die anstehenden Aufgaben an geeignete Dienstleister. Gegenüber den integrierten, unternehmensinternen Lösungen haben Dienstleister den Vorteil, dass sie durch die Spezialisierung auf wesentliche Kernprozesse und durch die Nutzung entstehender Bündeleffekte vergleichbar günstige Dienstleistungen für alle Marktrollen anbieten können – unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse. Davon profitieren vor allem kleine und mittlere Stadt- und Gemeindewerke. Während die wesentlichen Kundenprozesse, zum Beispiel die Lieferantenwechselprozesse, im eigenen Unternehmen verbleiben, können die sowohl zeitlich als auch wirtschaftlich aufwändigen MDM- und EDM-Prozesse übertragen und über standardisierte Verfahren abgewickelt werden. Die Stadt- und Gemeindewerke sparen sich somit die Investitionen und die kontinuierlichen Anpassungen an die sich ständig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen. Bei der Übertragung und Bearbeitung der EDM-Prozesse werden klare Produktziele verfolgt. Bei Voltaris beispielsweise beinhalten die Basis-EDM-Pakete neben der einfachen, auf Dauer kostengünstigen Kopplung der bestehenden ERP-Systeme über standardisierte Marktschnittstellen (EDIFACT-Standard) lediglich die Leistungen und Prozesse, die von der jeweiligen Marktrolle wirklich benötigt werden, um die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Die zusätzlich angebotenen Leistungspakete sind auf die individuellen Bedürfnisse der Marktrollen Netzbetreiber, Lieferant oder Bilanzkreisverantwortlicher zugeschnitten und bieten punktuellen Mehrwert. Durch die Nutzung eines effizienten Schnittstellenkonzeptes auf Basis der Marktnachrichtentypen werden zudem alle Stammdaten aus den Lieferantenwechselprozessen (GPKE/GeLi) kontinuierlich geprüft und so die Stammdatenqualität durch Rückmeldung in den vorgelagerten Prozess erhöht.
Transparenz als Basis
Die Integration der Dienstleistungsprozesse über Standardmarktnachrichten vermeidet dauerhaft Mehraufwände beim Kunden und sichert über die am Markt vorgegebenen gesetzlichen Änderungs- und Anpassungsfristen die synchrone Angleichung an die Schnittstelle. Voltaris hat hierfür aus der langjährigen Erfahrung von über 50 operativen Kundenumsetzungen Praxisanforderungen für alle Marktrollen entwickelt, die in den effizienten Dienstleistungspaketen abgebildet werden. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Transparenz. Speziell entwickelte Reports sowie Web-Lösungen erlauben dem Netzbetreiber oder Lieferanten beziehungsweise Bilanzkreisverantwortlichen, sowohl Ergebnisse als auch Basisdaten einzusehen und für die weitere interne Bearbeitung zu verwenden. Ein Ansatz, den Voltaris bei der Entwicklung der Produkte konsequent verfolgt, sodass neben den eigentlichen Lösungen wie Meter-Data-Management – inklusive der klassischen Zählerfernauslesung – auch eine zentrale Geräteverwaltung für die Abwicklung der Prozesse des Messstellenbetreibers einschließlich der Wechselprozesse im Messwesen eingesetzt werden kann.
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