Montag, 11. Mai 2026

Monitoringbericht 2013Energiemärkte in Bewegung

[20.12.2013] Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben einen gemeinsamen Monitoringbericht über die Entwicklung der deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkte im Jahr 2012 vorgelegt. Fazit: Die Energiemärkte in Deutschland sind im Wandel.
Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben den Monitoringbericht 2013 veröffentlicht: Er zeigt enorme Veränderung in den Energiemärkten Deutschlands.

Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben den Monitoringbericht 2013 veröffentlicht: Er zeigt enorme Veränderung in den Energiemärkten Deutschlands.

(Bildquelle: www.bundesnetzagentur.de)

Der Monitoringbericht 2013 der Bundesnetzagentur (BNetzA) und des Bundeskartellamtes (BKartA) liegt vor. Demnach verlief die Entwicklung der deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkte im Jahr 2012 nicht wie erhofft. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts: „Die hergebrachte Erzeugungsstruktur in Deutschland steht unter erheblichem Druck. Wir erleben eine Umwälzung beim Erzeugungsmix; konventionelle Stromerzeugung wird durch erneuerbare Energien verdrängt.“ Das Problem hierbei: Die erneuerbaren Energien brauchen sich nicht im Markt zu behaupten. Sie sind gesetzlich geschützt und subventioniert. Die wachsenden Kosten würden die Verbraucher über die stetig steigende EEG-Umlage tragen. Eine Lösung könnte darin bestehen, Neuanlagen für erneuerbare Energien mittels der verpflichtenden Direktvermarktung aus dem Subventionsmechanismus zu lösen und in den Markt zu integrieren. „Dies wäre ein wichtiges Signal“, so Mundt. Denn dort, wo der Wettbewerb sich im Energiebereich entfalten kann, zeige er seine positive Wirkung. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur sieht indes Nachholbedarf beim Netzausbau: „Die Energiewende führt zu tiefgreifenden Veränderungen im Erzeugungsbereich. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Stromnetze aus, denn der hauptsächlich im Norden Deutschlands aus den Erneuerbaren gewonnene Strom muss in die Verbrauchszentren im Süden und Südwesten der Republik transportiert werden.“ Die Übertragungsnetze müssten daher weiter ausgebaut werden, da diese bereits jetzt an ihre Grenzen stoßen würden.

Energiewende paradox

Entwicklungen gibt es auch im Erdgasbereich: Laut Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt erfolgte in der Heizperiode 2012/2013 eine weitgehende Entleerung der Untergrundgasspeicher. Ab Anfang Juni 2013 wurde verstärkt Gas gespeichert, sodass bis Anfang November 2013 ein Füllstand der Gasspeicher von über 90 Prozent erreicht worden sei. Die Einzelhandelspreise für Gaskunden haben sich im Haushaltsbereich erhöht; bei den Industrie- und Gewerbekunden hätten sie sich hingegen nur geringfügig verändert.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht die Entwicklungen, wie sie im Monitoringbericht beschrieben sind, kritisch: Obwohl Gaskraftwerke mit rund 26 Prozent den größten Anteil am konventionellen Kraftwerkspark ausmachen, gehen die Erzeugungsanteile immer weiter, auf etwa 14 Prozent im Bereich der nicht erneuerbaren Erzeugung, zurück. Dagegen steige die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU: „Das ist Energiewende paradox. Gerade die flexiblen und umweltfreundlichen Kraftwerke kommen nicht an den Markt, während die alten Kraftwerke mit hohen CO2-Emissionen im Geld sind.“ Dieses Ungleichgewicht sei vor allem auf den dysfunktionalen Emissionshandel zurückzuführen.
Der Monitoringbericht zeige zudem, dass die Investitionen und Aufwendungen der Verteilnetzbetreiber deutlich zurückgegangen sind – von 6.930 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 925 Millionen Euro im Jahr 2012. Durch die gestiegenen vorgelagerten Netzkosten der Übertragungsnetzbetreiber und die Erweiterungsinvestitionen seien gleichzeitig die Erlösobergrenzen angestiegen und somit auch die Netzentgelte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Hier wird der Effekt des Basisjahres in der Anreizregulierung deutlich“, so Reck. „Wir sind hier auf bestem Wege in eine regulatorisch vorbestimmte Fünf-Jahresplanung.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Smight/Thüga SmartService/Robotron: Vollständige Steuerkette umgesetzt

[06.05.2026] Smight, Thüga SmartService und Robotron haben eine vollständige Steuerkette nach §14a EnWG erstmals im Realbetrieb durchgängig umgesetzt. Damit steht Verteilnetzbetreibern eine standardkonforme End-to-End-Architektur zur Verfügung, die Netzengpässe automatisiert erkennt, marktseitig verarbeitet und steuernd auf Verbrauchseinrichtungen zugreift. mehr...

Pilotprojekt: Wärmepumpen entlasten Stromnetz

[27.04.2026] Wärmepumpen können als flexible Verbraucher aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Ein Pilotprojekt von Viessmann Climate Solutions mit Übertragungsnetzbetreibern zeigt erstmals unter Realbedingungen, wie sich Haushaltsgeräte ins Engpassmanagement integrieren lassen. mehr...

München: Supraleitung für Stromnetz soll kommen

[16.04.2026] Die Stadtwerke München und der Kabelhersteller NKT möchten ihre Zusammenarbeit ausbauen. Ziel ist ein besonders leistungsfähiges Stromkabel im Zentrum der Stadt. Es könnte das weltweit längste supraleitende Hochspannungssystem werden. mehr...

bericht

Voltaris-Expertengespräch: Fachkräfte bleiben Engpass beim Smart-Meter-Roll-out

[15.04.2026] Der Einbau intelligenter Messsysteme in Deutschland nimmt Fahrt auf, bleibt aber hinter den langfristigen Zielen zurück. Das wurde bei einem digitalen Expertengespräch des Messdienstleisters Voltaris deutlich. Als größte Hürden nannten die Fachleute fehlende Montagekapazitäten, Datenqualität und technische Anbindung. mehr...

Elektriker installiert und verdrahtet Komponenten in einem geöffneten Zählerschrank mit Kabeln und Klemmenleisten

Hager: Zählerplätze für EnWG-Vorgaben

[09.04.2026] Seit 2024 gelten für leistungsstarke Stromverbraucher neue gesetzliche Anforderungen. Diese sollen dabei helfen, die Stromnetze bei steigender Belastung stabil zu halten. Der Hersteller Hager präsentiert dazu angepasste Lösungen für Zählerplätze. mehr...

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...