Montag, 21. September 2026

Stadtwerke TübingenBlau machen ist wieder erlaubt

[19.04.2016] Vier Bürgerenergiegenossenschaften haben Anteile an einem Solarpark der Stadtwerke Tübingen (SWT) erworben. Sie wollen sich so aktiv an der Energiewende beteiligen – ein Engagement, das der Tübinger Stromversorger begrüßt.
Am Solarpark der Stadtwerke Tübingen auf der Schwäbischen Alb beteiligen sich künftig vier Energiegenossenschaften.

Am Solarpark der Stadtwerke Tübingen auf der Schwäbischen Alb beteiligen sich künftig vier Energiegenossenschaften.

(Bildquelle: Stadtwerke Tübingen)

In den Solarpark der Stadtwerke Tübingen (SWT) in Engstingen-Haid investieren künftig vier Energiegenossenschaften. Die Bürgerenergie Tübingen, die ErneuerbareEnergien Neckar-Alb, die erneuerbare Energien Rottenburg sowie die Ökumenische Energiegenossenschaft Baden-Württemberg erwarben nach Angaben der Stadtwerke insgesamt 15 Prozent Anteile an dem Photovoltaik-Anlagenpark auf der Schwäbischen Alb. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Tübingen, bewertet die Beteiligung als positives Signal. Ihn freue, dass blau machen (wir berichteten) wieder erlaubt sei: „Bis vor Kurzem war es wegen der durch die BaFin auferlegten Prüfungspflichten recht schwierig und langwierig, Beteiligungen zwischen Bürgerenergiegenossenschaften an Projekten der erneuerbaren Energien zu initiieren. Umso erfreulicher ist es, dass die gemeinsamen Anstrengungen beim Solarparkprojekt in Engstingen-Haid nun mit der erfolgreichen Unterzeichnung der Beteiligung Früchte getragen haben.“ Nach dem Durchbruch zeigen sich auch die Investoren zufrieden. Klaus Digel, Vorstand ErneuerbareEnergien Neckar-Alb: „Diese Investitionsmöglichkeit für unsere Genossen in unmittelbarer Umgebung ist ein wichtiges Signal für mehr genossenschaftliche Bürgerbeteiligung an Projekten der erneuerbaren Energien. Auf diese Art ist es uns möglich, unsere bestehenden Photovoltaikanlagen um eine große Beteiligung zu ergänzen.“ Günther Gamerdinger, Vorstand der Bürgerenergie Tübingen berichtet, dass nach einer zwei Jahre dauernden Hängepartie hinsichtlich Anforderungen der Bankenaufsicht nun endlich die Beteiligung an diesem Bestandsprojekt realisiert werden konnte. Für ihn sei das eine sichere Investition, weil die Ertragslage klar ist. Zudem stärke die Beteiligung die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Tübingen.

SWT verstehen sich als Partner

Für die erneuerbaren Energien Rottenburg stellt die Investition einen wichtigen Schritt auf ihrem Weg zu einem umfangreicheren Projektportfolio dar, wie Vorstand Klaus-Jürgen Lehmann erläutert: „In der Region mit anderen Genossenschaften zusammen und einem kommunalen Stadtwerk als Partner ist die Energiewende richtig verortet. Für unsere eher kleine Genossenschaft eine tolle Möglichkeit, an Großprojekten zu partizipieren.“ Auch für die Ökumenische Energiegenossenschaft Baden-Württemberg ist das Projekt in Engstingen eine Chance, betont Vorstand Jobst Kraus: „Wir wollen den Ausbau der erneuerbaren Energien aktiv und bei uns in der Region voranbringen und damit ökologische Verantwortung übernehmen. Beteiligungen im Verbund mit anderen regionalen Genossenschaften einzugehen ist ein toller Weg, um für die Energiewende etwas zu bewegen.“ Die Stadtwerke Tübingen bezeichnen das Beteiligungsmodell als wichtiges Instrument, damit sich Bürger vor Ort in den Kommunen an der Energiewende beteiligen können. Ortwin Wiebecke, Sprecher der Geschäftsführung der SWT, erklärt: „In der Bürgerbeteiligung bei Projekten erneuerbarer Energien liegt eine große Chance für die Umsetzung der Energiewende in Deutschland und regional in Baden-Württemberg. Die Beteiligung von gleich vier Bürgerenergiegenossenschaften in Engstingen zeigt nicht nur, dass das Interesse an solchen Projekten und Beteiligungen in unserer Region vorhanden ist, sondern auch, dass solche Modelle praxistauglich und zukunftsfähig sind.“ Auf diese Weise würden Bürger direkt und vor ihrer Haustüre an der Energiewende beteiligt. Das sei gut für die Kommunen und für die Energiewende insgesamt, denn diese könne nur gelingen, wenn breite Akzeptanz und konkretes Engagement auf kommunaler Ebene entstehe. Die Stadtwerke verstehen sich dabei als Partner und begleitender Experte für Bürgergenossenschaften.





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