Samstag, 10. Januar 2026

KlimawandelFolgen in Deutschland

[07.11.2016] Der Weltklimaschutzvertrag ist in Kraft getreten, Mitte November findet die 22. Vertragsstaatenkonferenz in Marrakesch statt. Pünktlich dazu ist das Kompendium „Klimawandel in Deutschland“ erschienen, das zeigt: Auch wenn sich die Erde nur um 1,5 bis zwei Grad Celsius erwärmt, sind alle Landesteile betroffen.
Das Wissenschaftsbuch "Klimawandel in Deutschland" stellt die Folgen des Klimawandels für Deutschland dar und empfiehlt notwendige Reaktionen.

Das Wissenschaftsbuch "Klimawandel in Deutschland" stellt die Folgen des Klimawandels für Deutschland dar und empfiehlt notwendige Reaktionen.

(Bildquelle: Wissenschaftsverlag Springer)

Am Freitag, den 4. November 2016, ist das Pariser Weltklimaschutzabkommen in Kraft getreten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte: „Der weltweite
Klimaschutz bekommt ein Grundgesetz. Noch nie ist ein globaler völkerrechtlicher Vertrag von derart großer Bedeutung so schnell in Kraft getreten.“ Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit legt der Weltklimavertrag Prinzipien für die Umsetzung fest: nationale und regelmäßig zu aktualisierende Klimaschutzpläne. Hendricks kündigte an, dass die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050 in Kürze verabschieden werde. Bereits am 15. November 2016 startet die 22. Vertragsstaatenkonferenz in Marrakesch.

Klimawandel von der Nordsee bis zu den Alpen

Pünktlich dazu ist das Sachbuch „Klimawandel in Deutschland“ von Guy P. Brasseur, Daniela Jacob und Susanne Schuck-Zöller im Wissenschaftsverlag Springer erschienen. Es fasst laut einer Meldung des Climate Service Center fächerübergreifend alle wichtigen Informationen zusammen: Inhalte des fünften IPCC-Sachstandsberichts (Intergovernmental Panel on Climate Change) sowie weitere wissenschaftliche Arbeiten und Fallstudien. Eines der wesentlichen Ergebnisse: Selbst eine globale Erwärmung von nur 1,5 bis zwei Grad Celsius wird auch in Deutschland zu Veränderungen in allen Naturräumen, Wirtschaftssektoren und sämtlichen Lebensbereichen führen. Zu den Veränderungen zählen eine steigende Anzahl von warmen Tagen und Hitzewellen sowie eine Zunahme der bodennahen Ozon- und Feinstaubkonzentrationen, verstärkte Niederschläge mit Hochwasser, aber auch Dürreperioden, die die Grundwasserneubildung beeinträchtigen und die Wasserverkehrswege gefährden. Aufgrund von Vernässung oder Austrocknung wird die Qualität von Acker- und Waldböden abnehmen und eine verstärkte Bodenerosion wird die Menge an verfügbaren, produktiven Böden weiter reduzieren. Zahlreiche Rückkopplungseffekte in den Böden werden voraussichtlich ebenfalls das Klima beeinflussen. Deshalb müsse schnell gehandelt werden, so die Autoren. Anpassungsmaßnahmen und Risiokominderung müssten über die gesamte gesellschaftliche Breite erfolgen, Ansatzpunkt sei beispielsweise eine Novellierung der Umweltverträglichkeitsprüfung. Grundsätzlich müsste die Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel in alle Planungsvorhaben einfließen, erklärt Daniela Jakob, Direktorin am Climate Service Center. Guy Brasseur, ehemaliger Direktor der Forschungseinrichtung, sagt: „Darüber hinaus kennen unsere globalen Wirtschaftsverbindungen oder die klimabedingte Migration keine Ländergrenzen und hängen stark vom globalen Wandel ab. Deshalb sind hier vermehrt Reaktionen auch auf europäischer und internationaler Ebene nötig.“ Nach Angaben der Autoren richtet sich das Buch an Professionals aller Disziplinen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die in ihrer Tätigkeit mit dem Klimawandel konfrontiert sind.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb

[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...

Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert

[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...

Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie

[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...

BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs

[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...

Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen

[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...

AEE: Tool soll Klimaschutz und Energiewende vermitteln

[28.11.2025] Ein neues mehrsprachiges Online-Tool soll Kommunen und Institutionen helfen, Klimaschutz und Energiewende verständlich zu vermitteln. Entwickelt wurde das kostenlose Awareness Toolkit im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts Energiewende Partnerstadt 3.0. mehr...

Difu: Sechs klimaaktive Kommunen ausgezeichnet

[27.11.2025] Sechs Kommunen erhalten im Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2025 jeweils 40.000 Euro für besonders gelungene Klimaschutzprojekte. Ziel des vom Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobten Wettbewerbs ist es, wirksame lokale Maßnahmen sichtbar zu machen und Nachahmer zu finden. mehr...

Osnabrück: Erster Klima-Abend

[25.11.2025] In Osnabrück haben vergangene Woche rund 200 Gäste beim ersten Klima-Abend der Stadt über Wege zur Klimaneutralität 2040 diskutiert. Die Veranstaltung bot laut Stadt Einblicke in zentrale Handlungsfelder und viel Raum für direkten Austausch. mehr...

Difu: Auszeichnung von klimaaktiven Kommunen

[24.11.2025] Auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin werden diese Woche am 25. November die sechs Preisträger des Bundeswettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2025“ vorgestellt. Jede ausgezeichnete Kommune erhält 40.000 Euro, insgesamt stehen 240.000 Euro bereit. mehr...

Mainz: Fördermittel ausgeschöpft

[24.11.2025] Das Mainzer Förderprogramm für Photovoltaik-Speicher ist beendet, die Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIPKI sind vollständig vergeben. Rund 500.000 Euro ermöglichten den Bau hunderter Anlagen mit großer Solar- und Speicherkapazität. mehr...

Baden-Württemberg: Positive Bilanz zu Klimaschutz-Projekt

[20.11.2025] Vier Kommunen in Baden-Württemberg ziehen zwei Jahre nach Start des Landesprojekts „Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035“ eine positive Bilanz. Denzlingen, Freiburg, Ludwigsburg und der Landkreis Calw haben ihre Förderung für zahlreiche Klimaschutzvorhaben genutzt. mehr...

Kreis Uelzen: Förderbescheid für digitales Standortprofil

[17.11.2025] Niedersachsen fördert ein digitales Standortprofil, das die erneuerbaren Energien im Landkreis Uelzen präziser erfassen und nutzbar machen soll. Der Landkreis, der sich bereits vollständig mit lokal erzeugtem Ökostrom versorgt, erhält dafür gut 52.000 Euro. mehr...

Bad Münstereifel: Energie-Kommune trotz Flut

[14.11.2025] Mit viel Beteiligung und klaren Plänen baut Bad Münstereifel nach der Flut von 2021 eine neue Energiezukunft auf. Die Stadt setzt auf Sonne und Wind sowie auf Beratung und Austausch. Dafür wurde sie von der Agentur für Erneuerbare Energien zur Energie-Kommune des Monats ernannt. mehr...

Bonn: Onlinebeteiligung zu Klimaplan

[13.11.2025] Die Stadt Bonn startet eine Onlinebeteiligung zur Fortschreibung ihres Klimaplans 2035. Bis zum 30. November können Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen und Kommentare zu den überarbeiteten Klimaschutzmaßnahmen abgeben. mehr...

badenova: Förderung von acht Klima- und Wasserschutzprojekten

[13.11.2025] Der badenova Innovationsfonds fördert im Herbst 2025 acht neue Projekte für Klima- und Wasserschutz in Baden-Württemberg mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Damit setzt der Energieversorger eigene Akzente für grüne Quartiere, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Mobilität in der Region. mehr...