Mittwoch, 30. September 2026

GesekeGründung neuer Stadtwerke

[07.03.2017] Die Stadt Geseke im Kreis Soest hat eigene Stadtwerke. Die Neugründung hat der Rat vergangene Woche in einer Sondersitzung beschlossen. Die Stadtwerke sollen vor allem in der Immobilienwirtschaft tätig werden.
Bürgermeister Remco van der Velden gratuliert den beiden Geschäftsführern der Stadtwerke Geseke GmbH.

Bürgermeister Remco van der Velden gratuliert den beiden Geschäftsführern der Stadtwerke Geseke GmbH.

v.l.: Hans-Jürgen Kayser und Bernd Funke, Gesekes Bürgermeister Dr. Remco van der Velden

(Bildquelle: Stadt Geseke)

Der Rat der Stadt Geseke hat jetzt in einer Sonderratssitzung die Gründung von Stadtwerken beschlossen. Das Gemeinschaftsunternehmen von Stadt und VGW, einer Tochtergesellschaft des Gelsenwasser-Konzerns, wird laut der Stadt Geseke den Namen Stadtwerke Geseke GmbH erhalten. Dabei ruht das Geschäft der neuen Stadtwerke auf zwei Säulen: die Stadtwerke halten 74,9 Prozent der Eigentumsanteile am Gas- und Stromnetz in Geseke – die übrigen 25,1 Prozent gehören weiterhin RWE/Innogy – und die Stadtwerke werden in der Wohnungswirtschaft aktiv sein und wollen in dieser Funktion bezahlbaren Wohnraum in Geseke schaffen.
Die Stadt wird ihren Anteil von 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen in Form von Geld aber auch als Häuser und Grundstücke einbringen. Bürgermeister Remco van der Velden (CDU) sagt: „Wir bezahlen unseren Anteil an den Stadtwerken zum Großteil mit Immobilien als so genannte Sacheinlage, so dass nur knapp 700.000 Euro als Geldeinlage verbleiben. Die Immobilien sind der Kern des wohnungswirtschaftlichen Geschäftsfelds unserer neuen Stadtwerke.“
Neben vier Häusern für die Unterbringung von Migranten, wird die Stadt Geseke das Haus der Vereine, die Stadtverwaltung, das ehemalige Gesundheitsamt, das Haus Thoholte sowie ein Wohn- und Geschäftshaus in der Bachstraße in die Stadtwerke einbringen. Wie die Stadt mitteilt, ist die herrschende Wohnungsknappheit in Geseke durch den Zuzug von Migranten und der seit einigen Wochen bestehenden Residenzpflicht für bestimmte Migranten verschärft worden. Deshalb sollen die Stadtwerke sozialen Wohnraum durch Neubauten sowie durch Erwerb und Renovierung bestehender Gebäude schaffen. Laut dem Bürgermeister profitieren davon beide Seiten: „Für den städtischen Haushalt entfallen die Abschreibungen und die Gebäudeunterhaltung. Die Stadtwerke übernehmen die Unterhaltung, Sanierung und Nachnutzung der Gebäude. Im Gegenzug erhalten die Stadtwerke Mietzahlungen von der Stadt und können die Folgenutzung der Gebäude beziehungsweise Grundstücke organisieren.“
Das Strom- und Gasnetz befindet sich nach Informationen der Stadt im Eigentum von Stadtwerke Geseke Netze. An der Netzgesellschaft halten die Stadtwerke 74,9 Prozent, den Rest hält das Unternehmen Innogy Netze Deutschland. Während Gelsenwasser Energienetze das Gasnetz betreibt, verantwortet die Innogy-Tochter Westnetz den Betrieb des Stromnetzes. Beide Unternehmen zahlen für den Betrieb eine Pacht, informiert die Stadt. Zwar halten die Stadtwerke die Eigentumsanteile am Gas- und Stromnetz, sie bieten jedoch weder Strom noch Gas an Endkunden an. Die beiden Geschäftsführer Bernd Funke von VGW und der Geseker Hans-Jürgen Kayser leiten die Stadtwerke Geseke gemeinsam.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
bericht

Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK

[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...

Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen

[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...

Windenergie: Verbände fordern Südquote

[22.09.2026] Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie an Land sind nach Angaben von Erneuerbaren-Verbänden nur knapp fünf Prozent der bezuschlagten Leistung auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern fordern deshalb Änderungen am Ausschreibungssystem und eine Südquote im EEG. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...

BDEW/VKU: Kritik am BNetzA-Entwurf

[17.09.2026] BDEW und VKU haben Nachbesserungen bei der geplanten Kapitalverzinsung für Gasnetzbetreiber gefordert. Aus Sicht der Verbände reichen die von der Bundesnetzagentur vorgesehenen Zinssätze nicht aus, um die notwendigen Investitionen in die Transformation der Gasnetze zu finanzieren. mehr...

Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert

[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...

BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen

[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...

Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen

[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...

Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an

[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...

BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag

[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...

Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen

[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...

RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme

[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...

interview

Interview: Schocks absorbieren

[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...

Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen

[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...