Bürgerwindpark HohenloheSystem für den Vogelschutz

Windpark Weißbach: Hochleistungskamerasysteme überwachen den Luftraum.
(Bildquelle: Bürgerwindpark Hohenlohe)
Die Anforderungen an den Artenschutz bei Windenergievorhaben sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. An vielen möglichen Standorten können Windparks nicht gebaut werden, weil dort bestimmte Vögel wie der Rotmilan vorkommen. Die Branche versucht mithilfe technischer Systeme zu verhindern, dass Windräder zur Todesfalle werden. Bei Fledermäusen wurde dadurch das Tötungsrisiko bereits deutlich gesenkt. Technische Systeme zur automatischen Erkennung von windkraftempfindlichen Vogelarten sind allerdings bislang nur in Spanien und Frankreich im Einsatz.
Das will die Gesellschaft Bürgerwindpark Hohenlohe ändern und ein eigenes System zur Erfassung von Vögeln im Gefahrenbereich einer Windkraftanlage entwickeln. Wie das Unternehmen meldet, sollen Hochleistungskamerasysteme den Luftraum überwachen. Ein erstes Kamerasystem wurde im Windpark Weißbach installiert. Seit März dieses Jahres finden Tests statt, zudem wird an der Entwicklung einer Basis-Software gearbeitet. Mit einer innovativen Bildverarbeitungstechnologie sollen Rotmilan und Mäusebussard zuverlässig erkannt werden. Dazu seien rund 200.000 Bilder der Greifvögel aufgenommen und mittels einer eigens programmierten teilautomatisierten Tagging-Software in einer intelligenten Datenbank klassifiziert worden. Das Live-Bild des Kamerasystems an der Windenergieanlage werde künftig in Echtzeit mit der Datenbank abgeglichen. Bei einer Übereinstimmung der Vogelart soll ein Tracking des Objekts begonnen und der Vogel so lange verfolgt werden, bis er sich angenähert hat. Dann würden die Windräder automatisch abgeschaltet oder die Drehzahl reduziert, um das Risiko einer Kollision zu mindern.
Ziel sei es, den Praxisbetrieb automatischer Erfassungssysteme windkraftempfindlicher Vogelarten auch in Deutschland nachzuweisen und dem Markt ein behördlich anerkanntes System anzubieten. Die Windenergie-Gesellschaft hofft, dass dadurch Konflikte zwischen Windenergienutzung und Artenschutz deutlich minimiert werden. An zahlreichen artenschutzrechtlich bedenklichen Standorten könnten dann Windparks errichtet werden.
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