WolfsburgLade-Infrastruktur besser planen
Welche Ladepunkte in der Stadt sind besonders gefragt? Für Ladesäulenanbieter ist das mit Blick auf künftige Bauprojekte wichtig zu wissen. Darum hat die Stadt Wolfsburg mit GEOLIS ein eigenes Informationssystem für die Lade-Infrastruktur im Stadtgebiet weiterentwickelt, mit dem auch der Strukturausbau geplant werden kann. Wie die niedersächsische Kommune mitteilt, basiert GEOLIS auf dem Geo-Informationssystem der Stadt und besteht aus zwei Anwendungen. Seit Anfang 2019 werden der aktuelle Bestand sowie Planungen für die öffentlich zugängliche Lade-Infrastruktur erfasst. „Wir konnten bereits ein Netzwerk aus den wesentlichen Akteuren und Multiplikatoren in der Stadt wie der Volkswagen AG, den Wohnungsbauunternehmen, den Stadtwerken, den Wirtschaftsförderungsgesellschaften und dem Netzbetreiber etablieren, in dem sich zu Bestand und Planungen für Lade-Infrastruktur ausgetauscht wird. Mit dem GEOLIS können die Informationen präzise im Geo-Informationssystem abgebildet werden. Eine abgestimmte Weiterentwicklung der Lade-Infrastruktur wird somit möglich“, erklärt Ralf Sygusch, Leiter des Referats Strategische Planung, Stadtentwicklung, Statistik, welches GEOLIS gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Informationstechnologie der Stadt umgesetzt hat.
Heatmap zeigt Potenzial
Ab Dezember soll eine Heatmap das Angebot ergänzen und zeigen, wo sich der Ausbau der Lade-Infrastruktur besonders lohnt, kündigt Wolfsburg an. GEOLIS errechne dazu aus Einzelwerten von Strukturdaten alle 100 mal 100 Meter auf der Stadtkarte einen Gesamtwert, der das Potenzial für eine neue Lademöglichkeit angibt. Aus den jeweiligen Gesamtwerten wird dann die Heatmap erstellt, eine grafische Darstellung deren Farbverlauf das Potenzial für einen neuen, öffentlich zugänglichen Ladepunkt anzeigt. Die einbezogenen Strukturdaten sind beispielsweise die Bevölkerungsdichte im Geschosswohnungsbau, die Verkaufsfläche des Einzelhandels, Daten zur Anzahl von Transformatoren des Netzbetreibers, die Anzahl der beschäftigten Personen am Standort, Parkplätze, das Verkehrsaufkommen sowie die Anschlussstellen von Autobahnen. Kämen in einer Zelle von 100 mal 100 Meter also zum Beispiel viele Parkplätze, eine hohe Einwohnerdichte, ein Einzelhandelsangebot und genügend Stromnetzkapazitäten zusammen, würde der Gesamtwert, der so genannte Heatwert, der Zelle und damit das Potenzial für neue Lade-Infrastruktur wachsen.
Informationsangebot für alle
Bisher werden die Einzelwerte gleich gewichtet, heißt es aus Wolfsburg, ein Parkplatz ist also für den Gesamtwert je Zelle genauso bedeutend wie ein Einzelhandelsangebot. Ob eine andere Gewichtung nötig wird, sollen Erfahrungen mit dem System zeigen. Bisher bilde GEOLIS den Bedarf für Schnellladeinfrastruktur, ab 50 Kilowatt Ladeleistung, ab. Im nächsten Schritt soll eine Heatmap auch den Bedarf für Normalladepunkte zeigen. Hierfür beziehe man teils andere Einzelwerte in die Berechnung ein. „Mit der Darstellung des Bestands an Ladepunkten wollen wir ein Informationsangebot für alle Interessierten in und außerhalb Wolfsburgs schaffen. Die neue Heatmap soll aktuellen und künftigen Betreibern und Investoren von Lade-Infrastruktur schnell ersichtlich machen, wo Potenziale für neue Ladepunkte in der Stadt liegen. Ein solches Angebot seitens einer Kommune ist bisher neu“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs.
Wie die Stadt mitteilt, wächst die Zahl der Elektrofahrzeuge in Wolfsburg stetig, man geht deswegen bereits ab dem kommenden Jahr von einer stark steigenden Nachfrage nach Ladepunkten aus. Gemeinsam mit Volkswagen wurde das strategische Ziel definiert, bis zum Jahr 2025 einen Anteil von 50 Prozent Elektrofahrzeuge im Fahrzeugbestand zu erreichen.
GEOLIS ist im Online-Stadtplan der Stadt Wolfsburg unter dem Reiter Elektromobilität zu finden.
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