Montag, 15. Juni 2026

DStGBStellungnahme zum Masterplan Ladeinfrastruktur 2030

[29.10.2025] Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) begrüßt die Ziele des Masterplans Ladeinfrastruktur 2030 der Bundesregierung, sieht jedoch Nachbesserungsbedarf bei Zuständigkeiten, Fristen und der Unterstützung der Kommunen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt die Ziele des Masterplans Ladeinfrastruktur 2030 der Bundesregierung, sieht jedoch auch Nachbesserungsbedarf.

(Bildquelle: adobestock)

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat gemeinsam mit den anderen kommunalen Spitzenverbänden eine Stellungnahme zum Entwurf des Masterplans Ladeinfrastruktur 2030 der Bundesregierung vorgelegt. Wie der Verband berichtet, unterstützt er das Ziel, die Rahmenbedingungen für Investitionen, Nutzung und Betrieb von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge zu verbessern, ausdrücklich. Städte, Gemeinden und kommunale Unternehmen seien bereits zentrale Akteure der Elektromobilität – etwa durch eigene Fuhrparks, öffentliche Ladesäulen oder die Förderung privater Projekte. Dennoch handele es sich beim Aufbau der Lade-Infrastruktur nicht um eine originär kommunale Aufgabe. Hauptverantwortlich bleibe die Privatwirtschaft, flankiert durch gezielte Förderprogramme und vereinfachte Genehmigungsverfahren.

Keine Unterstützungsmaßnahmen

Kritisch bewertet der DStGB, dass der Masterplan 2030 keine konkreten Maßnahmen zur finanziellen oder personellen Unterstützung der Kommunen enthalte. Angesichts knapper Kassen und Fachkräftemangel drohe eine Überforderung vieler Städte und Gemeinden. Skeptisch äußert sich der Verband auch zum im Entwurf enthaltenen Haushaltsvorbehalt, der laut DStGB den Eindruck erwecke, die Bundesregierung wolle Erwartungen frühzeitig dämpfen. Außerdem fehle eine Bilanz zum bisherigen Masterplan II, die den erreichten Fortschritt sichtbar mache.

Nach Auffassung des DStGB besteht zudem ein Ungleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Regionen: Während in Ballungsräumen ein hohes Betreiberinteresse herrsche, sei der wirtschaftliche Betrieb von Lade-Infrastruktur im ländlichen Raum vielfach schwierig. Das vom Bund aufgebaute Deutschlandnetz sei daher ein zentraler Bestandteil einer flächendeckenden Versorgung. Kommunen dürften – ähnlich wie beim Breitbandausbau – nicht gezwungen sein, Versorgungslücken selbst zu schließen.

Mehr Engagement des Bunds gefordert

Mit Blick auf den Zugang zu geeigneten Flächen fordern die kommunalen Spitzenverbände mehr Engagement des Bunds. Während viele Kommunen ihre Grundstücke für Lade-Infrastruktur bereitstellten, würden Bundesliegenschaften bislang kaum genutzt. Der DStGB kritisiert außerdem, dass der Entwurf des Masterplans im Gegensatz zu seinem Vorgänger keine klaren Zuständigkeiten, Fristen oder Prioritäten enthalte. Er fordert deshalb einen verbindlichen Umsetzungsplan sowie eine Stärkung der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur als zentrales Unterstützungsinstrument.

Mehr Flexibilität sei laut DStGB bei der Umsetzung europäischer Vorgaben aus der Gebäuderichtlinie nötig. Vorgeschriebene Quoten für Ladepunkte an öffentlichen Gebäuden sollten so gestaltet werden, dass beispielsweise gemeinsame Ladehubs für mehrere kommunale Einrichtungen möglich bleiben. Andernfalls drohten Fehlinvestitionen.

Zugleich erkennt der Verband an, dass viele Vorschläge des Masterplans in die richtige Richtung gehen. Dazu zählen Programme zur Förderung von Lade-Infrastruktur in Busdepots, Mehrparteienhäusern und Wohnquartieren. Entscheidend sei nun, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und den Hochlauf der Fahrzeugzahlen mit einem entsprechenden Ausbau der Lade-Infrastruktur zu verknüpfen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Elektromobilität

Dresden: Autonomer Laderoboter vorgestellt

[08.06.2026] Volkswagen hat in Dresden erstmals einen autonomen Laderoboter für die Elektromobilität vorgestellt. Das System ist Teil eines neuen Mobilitätskonzepts für den Sportpark Ostra und soll bestehende Lade-Infrastruktur gezielt ergänzen. mehr...

Wiesbaden: Neuer Schnellladepark entsteht am Hauptbahnhof

[05.06.2026] Am Wiesbadener Hauptbahnhof entsteht ein Schnellladepark mit 16 Ladepunkten und bis zu 400 kW Ladeleistung pro Anschluss. Das Projekt ist Teil des Deutschlandnetzes und soll das öffentliche Schnellladenetz der Stadt deutlich erweitern. mehr...

Kreis Harburg: Konzessionen für Ladepunkte vergeben

[03.06.2026] Der Landkreis Harburg vergibt Konzessionen für den Aufbau von mehr als 600 öffentlichen Ladepunkten an rund 200 Standorten. Das europaweit ausgeschriebene Projekt soll bis 2030 eine flächendeckende Lade-Infrastruktur schaffen und gilt als mögliches Vorbild für andere Kommunen. mehr...

Karlsruhe: Elektrifizierung des Fuhrparks schreitet voran

[02.06.2026] Karlsruhe baut seinen Fuhrpark konsequent auf Elektrofahrzeuge um. Im Fokus stehen nun auch schwere Nutzfahrzeuge, für die in den kommenden Jahren hohe Investitionen nötig werden. mehr...

Hamburg: Ausbau der E-Auto-Ladepunkte geht voran

[01.06.2026] Hamburg hat die Zahl seiner öffentlichen E-Auto-Ladepunkte binnen eines Jahres um 40 Prozent auf 5.063 erhöht. Den schnellen Ausbau ermöglichten ein digitales Anschlussportal, mehrere Betreiber und ein Rekordvolumen neuer Netzanschlüsse durch die Hamburger Energienetze. mehr...

Zwei Menschen stehen an einer Ladesäule von Mainova neben einem Elektroauto mit Shell-Recharge-Logo. Die Frau hält ein Smartphone in der Hand, der Mann lehnt am Fahrzeug und zeigt eine Ladekarte. Die Szene zeigt das Laden eines Elektroautos im öffentlichen Raum.

Mainova: Kooperation mit Shell

[12.05.2026] Mit einer langfristigen Partnerschaft wollen die Unternehmen Shell Recharge und Mainova den Zugang zur Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausbauen. Mainova-Kundinnen und -Kunden sollen über die Shell-App Rabatte und Zugang zu einem europaweiten Ladenetz erhalten. mehr...

Öffentliche Ladesäule der Stadtwerke Tübingen: Förderung durch den Bund ist laut BDEW zu bürokratisch.

BSI: Wie sicher ist die öffentliche Lade-Infrastruktur?

[08.05.2026] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat erstmals einen Bericht zur IT-Sicherheit öffentlicher Lade-Infrastruktur veröffentlicht. Die Analyse benennt Schwachstellen bei Protokollen, Software und Zertifikatsverwaltung und zeigt, warum vernetzte Ladesäulen zu einem kritischen Faktor der Verkehrswende werden. mehr...

Kornwestheim: Ladepunkte decken Bedarf ab

[08.05.2026] Kornwestheim verfügt bereits heute über genügend öffentliche Ladepunkte, um den prognostizierten Bedarf bis 2028 abzudecken. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim bauen das Netz dennoch weiter aus und planen zusätzliche Standorte an stark frequentierten Orten wie dem Bahnhof. mehr...

Wiesbaden: Jahresbericht zeigt Wachstum der E-Mobilität

[08.05.2026] Wiesbaden zählt beim Anteil von Elektroautos und beim Ausbau öffentlicher Ladepunkte bundesweit zur Spitzengruppe. Ein neuer Jahresbericht der Stadt zeigt, wie stark die Elektromobilität wächst und welche Rolle kommunale Steuerung und neue Schnellladeangebote dabei spielen. mehr...

NTT DATA: E-Autos als mobile Stromspeicher

[08.05.2026] Bidirektionales Laden macht Elektroautos zu mobilen Stromspeichern für Haushalte, Unternehmen und Stromnetze. Nach Einschätzung von NTT DATA könnte die Technik Kommunen helfen, Netze zu stabilisieren, Energiekosten zu senken und die Energiewende schneller voranzutreiben. mehr...

Bindlach: E.ON nimmt Schnelllade-Standort in Betrieb

[27.04.2026] E.ON nimmt in Bindlach bei Bayreuth einen neuen Schnelllade-Standort mit bis zu 400 Kilowatt Leistung in Betrieb. Die Anlage ist Teil des Deutschlandnetzes und zeigt, wie Infrastruktur, Komfort und erneuerbare Energie beim Laden zusammenwachsen. mehr...

Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses mit mehreren an der Betonwand montierten Wallboxen. Ein blaues Elektroauto steht an einem Ladeplatz und ist mit einer Ladestation verbunden. Entlang der Wand verläuft eine sichtbare Stromschiene mit mehreren Anschlüssen für Ladepunkte.

Hager: Ladelösungen für Mehrfamilienhäuser

[24.04.2026] Mit Blick auf das neue Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr für Lade-Infrastruktur in Mehrparteienhäusern verweist Hager auf eigene Systeme für solche Anwendungen. Nach Angaben des Unternehmens richten sich die Lösungen an private, halböffentliche und öffentliche Einsatzorte. mehr...

LichtBlick: Monopolanalyse warnt vor Marktkonzentration bei Ladesäulen

[22.04.2026] LichtBlick diagnostiziert in seiner Monopolanalyse 2026 eine starke Marktkonzentration an öffentlichen Ladesäulen mit dominierenden Einzelbetreibern. Die Studie sieht darin ein Risiko für Wettbewerb, Preise und Tempo der Elektromobilität – und schlägt ein alternatives Marktmodell vor. mehr...

BNM: Fachgipfel zur günstigeren Lade-Infrastruktur

[22.04.2026] Der Bundesverband Neue Mobilität treibt neue Konzepte für transparenteres und kostengünstigeres öffentliches Laden von Elektrofahrzeugen voran. Auf einem Fachgipfel in Berlin stellten Experten konkrete technische und regulatorische Ansätze vor, die Milliarden-Einsparungen ermöglichen könnten. mehr...

Fünf Elektroautos von Volkswagen stehen nebeneinander auf einem Parkplatz vor einem modernen Gebäude. Die Fahrzeuge sind in Rot, Blau, Weiß, Grau und Rot lackiert. Im Hintergrund sind Bäume und ein heller Himmel zu sehen.

BDEW: Starkes Jahr für die Elektromobilität

[16.04.2026] Die Elektromobilität in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft im Jahr 2025 deutlich gewachsen. Auch das erste Quartal 2026 habe den Trend fortgesetzt. mehr...