Sonntag, 10. Mai 2026

MVV EnergieNeuer Investor steigt ein

[06.04.2020] Die Aktionäre EnBW und RheinEnergie verkaufen ihre Anteile am Mannheimer Unternehmen MVV Energie an den Vermögensverwalter First State Investments. Mehrheitseigner bleibt die Stadt Mannheim.
Das Mannheimer Energieunternehmen MVV hat einen neuen strategischen Investor gefunden.

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV hat einen neuen strategischen Investor gefunden.

(Bildquelle: MVV Energie AG)

Das einzige börsennotierte Stadtwerk in Deutschland, das Mannheimer Energieunternehmen MVV, hat einen neuen strategischen Investor gefunden. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft First State Investments will die bisher vom Karlsruher Energiekonzern EnBW und der Kölner RheinEnergie gehaltenen Anteile erwerben. Sobald alle üblichen behördlichen Genehmigungen für den Vollzug der Transaktion vorliegen, wird First State mit 45,1 Prozent zum größten Minderheitsaktionär der MVV, heißt es in einer Pressemeldung.
Mehrheitseigentümer bleibe die Stadt Mannheim, die weiterhin 50,1 Prozent der Anteile besitzt. EnBW war zuletzt mit 28,8 Prozent der Anteile an MVV beteiligt, RheinEnergie mit einem Anteil von 16,3 Prozent. Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung bezifferte First State den Kaufpreis auf 753 Millionen Euro.

Vereinbarung mit der Stadt Mannheim

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz bezeichnet den Einstieg von First State bei MVV als „wichtigen Meilenstein für die weitere Entwicklung unserer MVV“. Der neue Investor unterstütze als langfristiger Partner den strategischen Kurs der MVV zur Gestaltung der Energiewende, der sich mit dem nachhaltigen Kurs der Stadt Mannheim decke. Gemeinsames Ziel sei eine marktgerecht preiswerte, sichere und nachhaltige Energie- und Wasserversorgung sowie die Sicherung der Arbeitsplätze sowie die Erhaltung und der Ausbau wesentlicher Wertschöpfungsstufen des Unternehmens.
Laut der Pressemeldung hat First State im Rahmen des Anteilserwerbs eine strategische Vereinbarung mit der Stadt unterzeichnet. Darin bekräftigen die beiden Hauptaktionäre die hohe Bedeutung und die verpflichtende Beibehaltung der Börsennotierung der MVV im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.

Langfristig stabile Aktionärsstruktur

#bild2 Für MVV-Vorstandschef Georg Müller hat das Mannheimer Energieunternehmen mit der Stadt Mannheim als dauerhaftem Mehrheitseigner und dem neuen Minderheitsaktionär First State „eine sehr belastbare Grundlage zur erfolgreichen Umsetzung unser Unternehmensstrategie.“ Daneben stehe für MVV bei dem Verkauf eine langfristig stabile Aktionärsstruktur im Vordergrund. „Beide Ziele können wir mit First State erreichen“, erklärt Müller.
Auch die Verkäufer der MVV-Anteile äußern sich zufrieden mit der Transaktion. EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer erklärt: „Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss des gemeinsamen Verkaufsprozesses. Mit First State Investments ist es gelungen, einen Käufer zu finden, der langfristig bei der MVV engagiert bleiben möchte. Seit unserem Einstieg bei der MVV im Jahr 2004 hat sich das Unternehmen sehr erfreulich entwickelt. Jetzt nutzen wir die Gelegenheit, um uns zu einem attraktiven Preis aus dieser Finanzbeteiligung zurückzuziehen.“
RheinEnergie-Vorstandschef Dieter Steinkamp kündigt an: „Unseren strategischen Fokus werden wir nun umso mehr auf den Ausbau unserer energiewirtschaftlichen Kooperationen im Rheinland sowie unserer erneuerbaren Energien, die Stärkung unserer Infrastruktur sowie den Aufbau neuer Geschäftsfelder richten.“

Investitionen im Infrastruktursektor

First State ist ein internationaler Vermögensverwalter im Besitz des japanischen Bankenkonzerns Mitsubishi UFJ. In Europa investiert das Unternehmen in profitable und nachhaltige Unternehmen in den Sektoren Versorgung, Energie und Verkehr – vor allem im Auftrag europäischer Altersversorgungskassen und Versicherungsgesellschaften. Im europäischen Infrastruktursektor verwaltet First State nach eigenen Angaben derzeit rund acht Milliarden Euro Eigenkapital. So sei der Vermögensverwalter langfristig unter anderem an mehreren Betreibern von Stromverteilungs-, Gas- und Fernwärmenetzen sowie Windparks beteiligt.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

EnBW: Hohe Investitionen geplant

[07.05.2026] Der Energieversorger EnBW hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 7,6 Milliarden Euro in den Umbau des Energiesystems investiert. Der Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Leistung stieg auf 66 Prozent. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro. mehr...

Beteiligung: enercity und Thüga trennen sich

[06.05.2026] Die Energieunternehmen enercity und Thüga wollen ihre gegenseitigen Beteiligungen auflösen. Ziel ist nach eigenen Angaben eine klarere strategische Ausrichtung und mehr finanzieller Spielraum. mehr...

Steag Iqony Group: Neues Führungsteam angetreten

[05.05.2026] Der Energiekonzern Steag Iqony hat seine Unternehmensspitze neu besetzt. Seit Anfang Mai stehen ein neuer Vorstandschef und eine neue Personalchefin an der Spitze. Der Wechsel soll die weitere Entwicklung des Unternehmens begleiten. mehr...

Mainova: Operatives Geschäft verbessert

[04.05.2026] Mainova hat 2025 sein Ergebnis deutlich verbessert und kündigt weitere Investitionen an. Vor allem das operative Geschäft entwickelte sich besser als im Vorjahr. Für 2026 erwartet das Unternehmen jedoch ein schwächeres Ergebnis. mehr...

kraftwerk: Neue App für den Kundenkontakt veröffentlicht

[29.04.2026] Die kraftwerk Software Gruppe ergänzt ihre Portallösungen für Versorger um die mobile App-Plattform kraftwerk.One. Die neue Kooperation mit endios soll Energie- und Wasserunternehmen eine durchgängige digitale Kundenschnittstelle vom Abrechnungssystem bis zum Smartphone liefern. mehr...

Quadra energy: Migration in KISTERScloud

[28.04.2026] Quadra energy hat sein Energie- und Portfoliomanagement in wenigen Stunden aus einer On-Premise-Umgebung in die KISTERScloud verlagert. Der Umstieg soll bei laufendem Betrieb mehr Performance, höhere Stabilität und Spielraum für den weiteren Ausbau der Handels- und Marktkommunikationsprozesse schaffen. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Gründung vor 35 Jahren

[23.04.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck bestehen seit 35 Jahren. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich der kommunale Versorger seit der Gründung 1991 von einem kleinen Betrieb zu einem regionalen Anbieter für Strom, Gas und Fernwärme. Heute setzt das Unternehmen verstärkt auf Projekte zur Energiewende. mehr...

Stadtwerke München: Insgesamt ein gutes Jahr

[20.04.2026] Im Geschäftsjahr 2025 haben die Stadtwerke München über eine Milliarde Euro investiert. Das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr, blieb aber im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig überwies der Konzern erneut 100 Millionen Euro an die Stadt München. mehr...

Region Rhein-Eifel: Genossenschaft für Wärmewende

[17.04.2026] Zwölf Kommunen aus drei Kreisen haben gemeinsam mit dem Energieunternehmen e-regio die Genossenschaft Energiewende RheinEifel gegründet. Nach Angaben der Beteiligten soll sie Projekte zur Energie- und Wärmewende regional koordinieren. mehr...

interview

Interview: Pioniergeist trifft Exzellenz

[17.04.2026] Seit Mitte 2025 trägt MAN Energy Solutions den Namen Everllence. Was es mit der Umbenennung auf sich hat und welche Strategie das Unternehmen beispielsweise im Bereich der Energiewirtschaft fährt, erläutert CEO Uwe Lauber im Interview mit stadt+werk. mehr...

enercity: Umsatz geht zurück

[13.04.2026] Im Jahr 2025 hat enercity einen geringeren Umsatz und Gewinn erzielt als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Investitionen erhöht und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. mehr...

bericht

Trianel: Beeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. mehr...

enercity: Neuer CEO bei enercity Erneuerbare

[08.04.2026] Der Energiekonzern enercity besetzt die Spitze seiner Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien neu. Mit Jörg Kubitza übernimmt ein Branchenmanager die Leitung. Der bisherige CEO Ralf Nietiet scheidet auf eigenen Wunsch aus. mehr...

Jena: Baustart von Reallabor JenErgieReal

[02.04.2026] Das Reallabor JenErgieReal geht in Jena in die bauliche Umsetzung und vernetzt erstmals Speicher, Lade-Infrastruktur und Netze intelligent. Das Projekt zeigt, wie ein digitales Energiesystem im urbanen Raum praktisch funktioniert und welche Lösungen bis 2027 entstehen. mehr...

VNEW: Unter neuer Flagge unterwegs

[27.03.2026] Der Stadtwerkeverband VSHEW firmiert künftig als Verband der Norddeutschen Energie- und Wasserwirtschaft (VNEW). Hintergrund ist die Ausweitung auf weitere Bundesländer sowie der Anspruch, die Energiewende regional stärker zu bündeln. mehr...