Sonntag, 12. April 2026

Energie und Wasser PotsdamGenehmigung für Kreditaufnahme

[16.07.2025] Energie und Wasser Potsdam darf Kredite von 375 Millionen Euro aufnehmen. Damit startet der nächste Abschnitt des 1,3‑Milliarden‑Programms, das Potsdams Wärmeversorgung mit Tiefengeothermie und weiteren erneuerbaren Quellen bis 2030 umbauen soll.

Die Wärmewende mit Tiefengeothermie in Potsdam ist jetzt frei.

(Bildquelle: Stadtwerke Potsdam/Florian Sorge)

Mit dem gemeinsamen Beschluss von Aufsichtsrat und Gesellschaftern ist der Weg für die Wärmewende in Potsdam frei. Wie die Stadt Potsdam mitteilt, erhält der regionale Energieversorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) die Genehmigung, Darlehen in Höhe von rund 375 Millionen Euro aufzunehmen – ein Kernbaustein des insgesamt 1,3 Milliarden Euro schweren Investitionspakets, das Strom‑, Wärme‑ und Wassernetze schrittweise auf erneuerbare Energien umstellt.

Wärmewende mit Tiefengeothermie

Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), der im Auftrag der Stadtverordneten mit den beiden Anteilseignern Stadtwerke Potsdam und E.DIS verhandelt hatte, spricht von einer „großen Chance“ und zugleich von erheblichen Risiken: „Die Wärmewende mit Tiefengeothermie in Potsdam ist frei. Aber ein Vorhaben dieser Größenordnung birgt auch deutliche Risiken. Umso wichtiger ist es, dass beide Gesellschafter unseres Energieversorgers Verantwortung übernehmen.“

Das vereinbarte Finanzierungspaket sieht vor, dass die Anteilseigner Eigenkapital entsprechend ihrer Beteiligungsquoten bereitstellen. Zudem verpflichtet sich die EWP, wirtschaftliche und technische Alternativen zum aktuellen Wärmekonzept fortlaufend zu prüfen und einzuarbeiten. Ein neu eingerichteter Steuerungskreis, dem Vertreter der Landeshauptstadt, der Politik und beider Gesellschafter angehören, soll den Projektfortschritt eng begleiten. Der steuerliche Querverbund innerhalb der Stadtwerke‑Gruppe bleibt für mindestens 15 Jahre gesichert.

Blockheizkraftwerke sorgen für Basiswärme

Aus technischer Sicht setzt Potsdam vor allem auf Tiefengeothermie. Ergänzt wird die Basiswärme künftig durch erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke, die perspektivisch auf klimaneutrale Gase umgestellt werden sollen, sowie durch moderne Spitzenlastkessel. Bis 2030 soll so eine zuverlässige, bezahlbare und weitgehend CO₂‑freie Wärmeversorgung entstehen.

EWP‑Geschäftsführerin Christiane Preuß unterstreicht den Zeitplan: „Wir starten jetzt mit ganzer Kraft in die Umsetzung. Tiefengeothermie, Blockheizkraftwerke und Spitzenlastkessel werden in Zukunft die nachhaltige Wärme der Potsdamerinnen und Potsdamer liefern.“ Stadtwerke‑Chef Monty Balisch kündigt an, dass mit der nun geschaffenen Planungssicherheit alle Kräfte auf die Wärmewende konzentriert werden: „Zusätzliche finanzielle Spielräume sind damit nicht mehr vorhanden – das wird sich auf andere Entscheidungen auswirken.“

Bezahlbarkeit hat Priorität

Die Verantwortungsträger betonen dennoch, dass die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger oberste Priorität behalten. Mit dem heutigen Schritt hat Potsdam die erste große finanzielle Hürde genommen; nun rücken Bohrungen, Anlagenbau und Netzintegration in den Mittelpunkt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen
bericht

Trianel: Beeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. mehr...

enercity: Neuer CEO bei enercity Erneuerbare

[08.04.2026] Der Energiekonzern enercity besetzt die Spitze seiner Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien neu. Mit Jörg Kubitza übernimmt ein Branchenmanager die Leitung. Der bisherige CEO Ralf Nietiet scheidet auf eigenen Wunsch aus. mehr...

Jena: Baustart von Reallabor JenErgieReal

[02.04.2026] Das Reallabor JenErgieReal geht in Jena in die bauliche Umsetzung und vernetzt erstmals Speicher, Lade-Infrastruktur und Netze intelligent. Das Projekt zeigt, wie ein digitales Energiesystem im urbanen Raum praktisch funktioniert und welche Lösungen bis 2027 entstehen. mehr...

VNEW: Unter neuer Flagge unterwegs

[27.03.2026] Der Stadtwerkeverband VSHEW firmiert künftig als Verband der Norddeutschen Energie- und Wasserwirtschaft (VNEW). Hintergrund ist die Ausweitung auf weitere Bundesländer sowie der Anspruch, die Energiewende regional stärker zu bündeln. mehr...

JUWI: Strategische Neuausrichtung

[17.03.2026] Der Projektentwickler JUWI richtet seine Organisation neu aus und fokussiert sich stärker auf seine europäischen Kernmärkte im Wind- und Solarsektor. Hintergrund sind verschärfter Wettbewerb um Investoren, Netzanschlüsse und Ausschreibungen – mit der Neuausrichtung will das Unternehmen seine Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sichern. mehr...

Stadtwerke Essen: Ausweitung der Partnerschaft mit Iqony Fernwärme

[17.03.2026] Die Stadtwerke Essen und Iqony Fernwärme wollen ihre Wärmeinfrastrukturen künftig enger verzahnen. Eine neue Partnerschaftsvereinbarung soll Synergien beim Ausbau klimafreundlicher Netze heben und Optionen wie Netzkopplungen oder gemeinsame Erzeugungsanlagen prüfen. mehr...

Solarpark der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Görgeshausen mit mehreren Reihen von Photovoltaikmodulen auf einer Wiese.

evm: Nachhaltige Energiegewinnung

[13.03.2026] Die Wind- und Solarparks der Energieversorgung Mittelrhein (evm) haben im vergangenen Jahr mehr als 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Nun plant das Unternehmen die Errichtung weiterer Anlagen in der Region. mehr...

Stadtwerke Jena Netze: Relaunch der Webseite

[13.03.2026] Die Stadtwerke Jena Netze haben ihre Webseite vollständig überarbeitet und neu strukturiert. Der Relaunch soll Kundinnen und Kunden den Zugang zu Informationen rund um Netzanschlüsse, Photovoltaik, Wärmepumpen und aktuelle Baustellen deutlich erleichtern. mehr...

GISA/TMZ: Fortsetzung der Zusammenarbeit

[12.03.2026] GISA stellt Thüringer Mess- und Zählerwesen Service künftig auch das Management steuerbarer lokaler Systeme (CLS) vollständig als Software-as-a-Service bereit. Mit der Verlängerung ihrer Smart-Metering-Partnerschaft um fünf Jahre bauen beide Unternehmen ihre gemeinsame Plattform für Gateway-Administration und Messdatenmanagement weiter aus. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

JUWI: Partnerschaft mit Vestas ausgebaut

[26.02.2026] Mit einer neuen Rahmenvereinbarung wollen zwei Windenergie-Unternehmen ihre Kooperation festigen. Das Ziel besteht darin, künftige Projekte in Deutschland effizienter umzusetzen. Beide Seiten verweisen auf ihre langjährige Zusammenarbeit. mehr...

Stadtwerke Herrenberg/Energie Calw: Gemeinsame Neugründung von Energie Herrenberg

[25.02.2026] Die Stadtwerke Herrenberg gründen gemeinsam mit Energie Calw die Gesellschaft Energie Herrenberg. Mit dem neuen kommunalen Versorger will die Stadt Herrenberg Vertrieb und Energiewende vor Ort neu organisieren und Wertschöpfung in der Region sichern. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt

[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...

dena: 100 vielversprechende Start-ups

[17.02.2026] Die Deutsche Energie-Agentur und die Start Up Energy Transition haben die SET100-Liste 2026 mit den weltweit vielversprechendsten Climate-Tech-Start-ups veröffentlicht. Die Auswahl zeigt, welche Technologien der Energiewende den Sprung aus der Pilotphase schaffen und sich im internationalen Wettbewerb behaupten. mehr...

Bilanz: E.ON steigert Gewinn und Investitionen

[16.02.2026] Der Energiekonzern E.ON hat im Jahr 2025 mehr verdient und mehr investiert. Vor allem das Netzgeschäft wuchs deutlich. Bis 2030 plant das Unternehmen Investitionen von rund 48 Milliarden Euro. mehr...