Stadtwerke Verbund SüdniedersachsenKooperation für den Ausbau Erneuerbarer

Mit der Gründung von Stadtwerke Verbund Südniedersachsen bündeln südniedersächsische Energieversorger ihre Kompetenzen.*
(Bildquelle: Städtische Werke AG)
Mit der Gründung von Stadtwerke Verbund Südniedersachsen (SVS) schaffen neun südniedersächsische Energieversorger und die Städtischen Werke aus Kassel eine neue Struktur zur Entwicklung gemeinsamer Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Wie die Städtischen Werke mitteilen, befindet sich die Gesellschaft derzeit in Gründung, geht aber aus dem bereits bestehenden, losen Stadtwerke-Verbund Südniedersachsen hervor. Neben den Stadtwerken aus Duderstadt, Bovenden, Clausthal-Zellerfeld, Leine-Solling, Uslar, Hann. Münden, Einbeck und Northeim gehören auch Harz Energie sowie die Kasseler Versorger zu den Gründungspartnern.
Ausbau von Erneuerbaren beschleunigen
Die SVS verfolgt das Ziel, den Ausbau von Wind- und Solarenergie in der Region entscheidend zu beschleunigen. Als Vorbild dient die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN), ein vergleichbares Bündnis, das in Nordhessen bereits mehrere Windparks und Photovoltaik-Freiflächenanlagen realisiert hat. Die SVS möchte an dieses Modell anknüpfen, setzt dabei aber auf eine eigene Struktur mit klarem Fokus auf Südniedersachsen. „Für wirklich große Bauvorhaben im Bereich der Erneuerbaren fehlen uns bislang die Ressourcen“, erklärt Stefan Poehling, Geschäftsführer der Stadtwerke Clausthal-Zellerfeld und einer der beiden SVS-Geschäftsführer. „Mit zwei großen Partnern können wir jetzt ganz andere Projekte umsetzen.“
Einer dieser Partner sind die Städtischen Werke aus Kassel. Sie bringen laut eigenen Auskünften umfassende Erfahrung aus allen Projektphasen mit – von der Flächenakquise über den Bau bis hin zur Betriebsführung und Umsetzung von Bürgerbeteiligungsmodellen. „Dieses Know-how ist in der Region einzigartig und wird der Energiewende in Südniedersachsen entscheidende Impulse geben“, betont Bernd Cranen, Geschäftsführer der Stadtwerke Einbeck.
Zentrales Element Bürgerbeteiligung
Ein zentrales Element der neuen Zusammenarbeit ist die breite Bürgerbeteiligung. Die Projektgesellschaften sollen nach erfolgreicher Umsetzung Mehrheiten an lokale Energiegenossenschaften, Kommunen und regionale Versorger abgeben. „Wir sind überzeugt, dass Akzeptanz entsteht, wenn die Menschen vor Ort auch wirtschaftlich vom Ausbau der Erneuerbaren profitieren können“, sagt Olaf Hornfeck, Vorstand der Städtischen Werke Kassel.
Das Projektvorgehen der SVS sei dabei klar geregelt: Die Kooperationsgesellschaft identifiziert geeignete Flächen, anschließend bilden interessierte Mitgliedsunternehmen ein projektspezifisches Konsortium. Die Beteiligung bleibe freiwillig; jedes Mitglied entscheidet selbst über Chancen und Risiken. Auch die Anteilsverteilung in den Projektgesellschaften kann von der in der SVS abweichen. Konrad Aichner, Geschäftsführer von Harz Energie, beschreibt das Prinzip als flexibel, aber verbindlich in der Umsetzung.
Ihren Sitz wird die neue Gesellschaft in Hannoversch Münden haben, wo auch ein Großteil der kaufmännischen Dienstleistungen angesiedelt ist. Die Geschäftsführung übernehmen Marc Pfütz, Versorgungsbetriebe Hann. Münden, und Stefan Poehling, Stadtwerke Clausthal-Zellerfeld – beide aus der ursprünglichen Kooperation hervorgegangen.
Aufteilung der Kapitalanteile
Die Kapitalanteile der SVS verteilen sich auf zehn Partner. Jeweils sechs Prozent halten die Stadtwerke Uslar, Leine-Solling, Clausthal-Zellerfeld, die Gemeindewerke Bovenden und die Eichsfelder Entwicklungsgesellschaft. Zehn Prozent entfallen auf die Stadtwerke Einbeck, Northeim und die Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Mit jeweils zwanzig Prozent sind die Harz Energie und die Städtischen Werke Kassel die stärksten Gesellschafter.
Eine Konkurrenz zur Stadtwerke Union Nordhessen sieht die SVS in ihrer Arbeit nicht. Vielmehr wollen beide Zusammenschlüsse voneinander lernen und gemeinsam den Umbau der Energieversorgung in der Region gestalten. Marc Pfütz betont: „Wir verstehen uns als Partner mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber einem gemeinsamen Ziel.“
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