Donnerstag, 17. September 2026

SWTEKonzept für Kalte Nahwärme

[08.08.2022] SWTE Netz, eine Tochter der Stadtwerke Tecklenburger Land, will ein Neubaugebiet in Mettingen mit Wärme aus dem Untergrund versorgen.
Probebohrung weist den Weg für die weitere Entwurfs- und Ausführungsplanung des Kalten-Nahwärme-Netzes in Mettingen.

Probebohrung weist den Weg für die weitere Entwurfs- und Ausführungsplanung des Kalten-Nahwärme-Netzes in Mettingen.

v.l.: SWTE-Ingenieur Christoph Mersch; Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann; Klimaschutz-Manager Benedikt Donnermeyer; SWTE Netz-Geschäftsführer Tobias Kochh; Dirk Ewering, Fendesack Geotechnik; Markus Floth, Bauamt Mettingen

(Bildquelle: Eva Niestegge/Stadtwerke Tecklenburger Land)

Das Projekt Kalte Nahwärme für ein Neubaugebiet in der Gemeinde Mettingen (NRW) geht in die nächste Phase. Wie die Stadtwerke Tecklenburger Land mitteilen, geht es nach umfangreichen Probebohrungen in die Detailplanung für die innovative und ressourcenschonende Wärmeversorgung des geplanten Baugebietes. Die SWTE Netz entwickelt laut der Pressemeldung ein Konzept zur Nutzung von Geothermie für die Wärmeversorgung – inklusive Kühlfunktion – von Quartieren. Der mit der Probebohrung gewonnene Einblick in 150 Meter Tiefe weise nun den Weg für die weitere Entwurfs- und Ausführungsplanung.
Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann und SWTE Netz-Geschäftsführer Tobias Koch verschafften sich jetzt vor Ort einen Eindruck von der Bohrung. Diese zeigt, wie die Erde unter dem geplanten Baugebiet beschaffen ist und welche Temperaturen in den einzelnen Schichten herrschen. Diese Informationen sind für den weiteren Fortgang des Projekts entscheidend. Denn: Ein Kaltes-Nahwärme-Netz sammelt über Erdsonden und das Verteilnetz die Umweltenergie ein. Über dezentrale Wärmepumpen wird diese Energie in den Häusern auf ein nutzbares Niveau angehoben.
Ergänzt werden kann das Netz durch Photovoltaikanlagen, die regenerativ erzeugten Strom für die Wärmepumpen zur Verfügung stellen. Das Netz liefert Wärme und kann an heißen Tagen auch für Kühle sorgen. Im Vergleich zu herkömmlichen Wärmesystemen ist der CO2-Ausstoß nach Angaben von SWTE Netz um ein Vielfaches geringer. Weil die Flüssigkeit im Wärmenetz eine Temperatur von lediglich bis zu 25 Grad aufweist, gebe es deutlich weniger Wärmeverluste.
Nicht nur vor dem Hintergrund der Energiekrise misst SWTE-Netz-Geschäftsführer Tobias Koch der Kalten Nahwärme große Bedeutung bei: „Wir erreichen einen hohen Anteil regenerativer Energien bei einer sehr effektiven Nutzung von Geothermie. Wir schließen viele Häuser an, benötigen aber deutlich weniger Sonden, als wenn jeder Bauherr für sich diese Energieform nutzt.“ Auch die Gesellschafter-Kommunen der Stadtwerke Tecklenburger Land sollen vom Pilotprojekt in Mettingen profitieren. „Wir entwickeln hier eine Art Blaupause für die Wärmeversorgung von Quartieren in unserem Versorgungsgebiet“, erläutert Koch.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

Stadtwerke Weimar: Aufsuchungserlaubnis für Tiefengeothermie erhalten

[14.09.2026] Die Stadtwerke Weimar dürfen das Potenzial für Tiefengeothermie im Raum Weimar untersuchen. Eine bis Juni 2031 befristete Erlaubnis umfasst ein rund 495 Quadratkilometer großes Gebiet und ist Voraussetzung für weitere Erkundungen. mehr...

Stadtwerke Bernau: Tiefengeothermieprojekt pausiert

[11.09.2026] Die Stadtwerke Bernau haben die Planungen für eine Tiefengeothermiebohrung am Schönfelder Weg vorerst gestoppt. Nach einer erneuten Prüfung sei der Bau und Betrieb der geplanten Anlage derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar. Der kommunale Versorger will nun alternative Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung untersuchen. mehr...

Geologischer Dienst NRW: Erkundungen im nördlichen Münsterland

[03.09.2026] Im nördlichen Münsterland untersucht der Geologische Dienst NRW das Potenzial für tiefe Erdwärme. Drei Seismik-Trassen sollen Kommunen und Stadtwerken zeigen, wo sich weitere Erkundungen für die Wärmeversorgung lohnen. mehr...

Münster: Hochschulstandort baut Geothermie-Anlage weiter aus

[02.09.2026] Die FH Münster baut ihre Geothermie-Anlage am Technologie-Campus Steinfurt für 18,8 Millionen Euro aus. Künftig soll Erdwärme rund 64 Prozent des Wärmebedarfs decken und zugleich als Reallabor für effizientere Wärmepumpen dienen. mehr...

Stadtwerke Munster-Bispingen: Heißes Wasser mit bis zu 154 Grad Celsius entdeckt

[28.08.2026] Die Stadtwerke Munster-Bispingen sehen nach ersten Arbeiten am Tiefengeothermie-Projekt in Munster gute Chancen für eine wirtschaftliche Wärmenutzung. In einem ertüchtigten Bohrloch stieß die Unternehmenstochter HeideGeo auf Wasser mit Temperaturen von bis zu 154 Grad Celsius. mehr...

München: Seismik-Messungen gestartet

[26.08.2026] Im Großraum München wird der tiefe Untergrund in den kommenden Monaten großflächig untersucht. Die Daten sollen ein dreidimensionales geologisches Modell ermöglichen und die Planung weiterer Geothermieprojekte unterstützen. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts GIGA-M. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt zu Kalkgestein in der Rhein-Ruhr-Region

[17.08.2026] Ein Forschungsprojekt entwickelt neue Werkzeuge für die Tiefengeothermie in der Rhein-Ruhr-Region. R3Chain soll das Potenzial von Kalkgestein genauer bestimmen und Stadtwerken sowie Energieversorgern frühere Planungssicherheit geben. mehr...

Fraunhofer IEG: EU-Projekt entwickelt neue Bohrtechnik

[13.08.2026] Das EU-Projekt UPLIFT entwickelt mit der MTD-Technologie eine Bohrtechnik, die bestehende Geothermiebohrungen durch seitliche Mikro-Bohrungen erweitern soll. Das Verfahren wird in einer drei Kilometer tiefen Bohrung in Tschechien getestet und soll höhere Wärmeleistungen bei geringerem Erschließungsrisiko ermöglichen. mehr...

Hamburg: Tiefengeothermie-Projekt steht kurz vor Inbetriebnahme

[10.08.2026] Hamburgs erstes Tiefengeothermie-Projekt steht vor der Inbetriebnahme. Noch 2026 soll Erdwärme aus mehr als 1.300 Metern Tiefe in das Fernwärmenetz von Wilhelmsburg eingespeist werden. mehr...

Badenova: Vorbereitung von Tiefbohrungen

[10.08.2026] Das Geothermieprojekt Erdwärme Breisgau hat die bergrechtliche Genehmigung für die nächste Projektphase erhalten. Badenova und Herrenknecht bereiten nun die Bohrungen vor und investieren gemeinsam in die Erschließung eines Tiefengeothermie-Reservoirs. mehr...

Rheinisches Revier: Vorbereitung zu seismischen Messungen

[27.07.2026] Fraunhofer IEG bereitet seismische Messungen zur Erkundung des geothermischen Potenzials im Rheinischen Revier vor. Die Untersuchungen sollen die Datengrundlage für kommunale Wärmeplanung und künftige Geothermieprojekte verbessern. mehr...

EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...

München: Große Seismik-Kampagne

[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...

Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld

[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...

Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...