Sonntag, 4. Oktober 2026

MITNETZ STROMTemperatur als Störfallindikator

[11.11.2022] Im Umspannwerk Lützschena im Verteilgebiet der MITNETZ STROM wird die Temperatur gemessen. Damit soll der Betrieb störungsärmer werden.
Temperaturmessungen im Umspannwerk Lützschena sollen helfen

Temperaturmessungen im Umspannwerk Lützschena sollen helfen, Störungen frühzeitig zu erkennen.

(Bildquelle: MITNETZ STROM)

Um sich anbahnende Störungen noch frühzeitiger zu erkennen, hat MITNETZ STROM im Umspannwerk Lützschena bei Leipzig ein Pilotvorhaben gestartet. Ziel ist es, die Temperatur am Endverschluss der Mittelspannungskabel zu erfassen und dadurch eintretende Abweichungen schnell zu identifizieren. Mithilfe eines Monitoring-System sollen Kabelfehler frühzeitig erkannt und behoben werden, damit es nicht zu langfristigen Ausfällen in den Ortsnetzen kommt. Das teilt MITNETZ STROM mit. „Das Monitoring-System soll in jedem genutzten 20-Kilovolt-Abgang im Betriebsgebäude die Temperatur der Kabel erfassen und über einen längeren Zeitraum auswerten und dokumentieren“, erläutert Lars Richter von der Projektvorbereitung. „Dabei wird die Temperatur jedes einzelnen Leiters separat über einen Sensor erfasst, der mit einem Magnetband am Kabel möglichst nah an der Schaltanlagendurchführung angebracht ist. Der Sensor versorgt sich dabei selbst über das Magnetband mit Strom. Über ein energiearmes Funkprotokoll werden die Signale anschließend an ein Zentralgerät gefunkt und dort verarbeitet.“
Da die Temperaturen der Kabel je nach Auslastung unterschiedlich sind, wurden Schwellwerte definiert. Erst wenn diese überschritten werden, erfolgt eine optische Warnmeldung mithilfe von Signallampen. Grün zeigt den Zustand „Temperaturen im Normalbereich“. Ab 92 Grad Celsius an den Transformatorenfeldern leuchtet Gelb auf, das entspricht einer Warnmeldung, auf die innerhalb der Arbeitszeit eine Überprüfung vor Ort erfolgen sollte. Bei über 115 Grad Celsius steht Rot für eine Störmeldung. Dann ist eine schnellstmögliche Kontrolle der Bedieneinheit vor Ort und eine Lokalisierung des betroffenen Felds notwendig. „Neben der optischen Warnung erfolgt auch eine Meldung in der zentralen Schaltleitung, sodass entsprechend reagiert werden kann. Darüber hinaus werden Temperaturdifferenzen zwischen den einzelnen Leitern ebenfalls berücksichtigt, sodass jeder einzelne Leiter separat identifiziert werden kann. Die jeweiligen Einstellungen sind auf dem Display einsehbar“, ergänzt Christin Feldmann die ebenfalls mit der Projektvorbereitung betraut war. Das Pilotprojekt wurde von MITNETZ STROM zwischen Oktober 2021 und April 2022 durchgeführt. Dazu installierten die Mitarbeiter aus der Projektvorbereitung Hochspannung gemeinsam mit Kollegen vom Betriebsservice verschiedene Komponenten der Firma Schneider Electric und überprüften diese. Für die Erfassung der Temperatur am Kabel wurden insgesamt 130 kabellose Thermalsensoren unterhalb des Kabelendverschlusses installiert. Da die Mittelspannungsschaltanlage in mehreren Blöcken unterteilt und durch zwei Gebäude räumlich voneinander getrennt ist, wurden die Temperaturen in beiden Gebäuden dabei durch zwei so genannte Wireless Environmental Sensoren erfasst und verarbeitet. Für den Empfang der Funksignale der Temperatursensoren wurde in jedem Gebäude eine Asset Connect Box eingerichtet. Für die ordnungsgemäße Verbindung zur Schaltleitung wurden die Temperaturwerte gebündelt über UMTS übertragen. Für die Zukunft ist vorgesehen, die Messwerte regelmäßig auszuwerten, um zu entscheiden, ob und in welcher Form das System auch in anderen Umspannwerken installiert werden kann.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

SüdLink: Umplanung erforderlich

[01.10.2026] Beim Bau der Stromtrasse SüdLink sind im Raum Heilbronn in Baden-Württemberg Umplanungen erforderlich. Wegen neuer geologischer Erkenntnisse kann ein bereits gebauter Schacht bei Bad Friedrichshall-Kochendorf nicht wie vorgesehen genutzt werden. mehr...

Westnetz: Reaktion auf Kritik am Smart-Meter-Roll-out

[23.09.2026] Westnetz reagiert auf die Kritik der Smart-Meter-Initiative an Problemen beim Smart-Meter-Roll-out. Der Netzbetreiber räumt Einschränkungen bei der Marktkommunikation ein und will offene Vorgänge mit zusätzlichen Ressourcen und spezialisierten Teams schneller abbauen. mehr...

Smight: Kritische Netzsituationen erkennen

[15.09.2026] Der Anbieter Smight hat mit SMIGHT NeMS ein neues Netzmanagementsystem für die Niederspannung vorgestellt. Die Plattform soll Messdaten, Steuerung und Prognosen zusammenführen und Verteilnetzbetreiber bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben unterstützen. mehr...

Regensburg: Netzbetreiber modernisiert Schaltanlage

[11.09.2026] Regensburg Netz hat eine Mittelspannungsschaltanlage im Norden der Stadt umfassend modernisiert. Die neue Anlage kommt ohne das Isoliergas Schwefelhexafluorid aus und soll die Betriebssicherheit erhöhen. Zum Einsatz kommt Clean-Air-Technologie von Schneider Electric. mehr...

Konstanz: Erneuerung von Hochspannungsleitung

[08.09.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben eine grenzüberschreitende 110-Kilovolt-Leitung aus der Schweiz erneuert. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaus, mit dem sich der Versorger auf einen bis zu dreimal höheren Leistungsbedarf vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen dafür mehr als 150 Millionen Euro investiert werden. mehr...

Netzplanung: Strom, Gas und Wasserstoff rücken enger zusammen

[08.09.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Entwürfe für die neuen Szenariorahmen Strom sowie Gas und Wasserstoff zur Konsultation gestellt. Sie zeigen mögliche Entwicklungen von Energieerzeugung und -verbrauch bis 2040 und 2045 und bilden damit die Grundlage für die weitere Netzplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Pilotprojekt zur Auswertung historischer Netzdaten

[04.09.2026] Künstliche Intelligenz soll bei mehreren Verteilnetzbetreibern historische Netzdaten zu Niederspannungskabeln besser nutzbar machen. Das Pilotprojekt Cable Age prüft, wie sich daraus belastbare Informationen für Datenmanagement, Netzplanung und Asset Management gewinnen lassen. mehr...

Umfrage: Probleme beim Roll-out von Smart Metern

[31.08.2026] Eine Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt weiter Schwierigkeiten beim Ausbau intelligenter Messsysteme. 91 Prozent der befragten Messstellenbetreiber berichten von Problemen. mehr...

bericht

Smart Grid: Kostengünstigster Weg zum Netzzustand

[31.08.2026] Eine Studie von Smight und der Horizonte-Group zeigt: Der Einsatz von Stationsmesstechnik ist in den meisten Fällen der wirtschaftlichste Weg zur Netzzustandsermittlung. Die Kostenunterschiede zu anderen Ansätzen sind dabei teilweise erheblich. mehr...

Bremerhaven: Forschungsprojekt zur Belastbarkeit von Stromkabeln

[25.08.2026] Ein Forschungsprojekt in Bremerhaven entwickelt ein Monitoring-System, das die thermische Belastung erdverlegter Hochspannungskabel bei zunehmender Bodenaustrocknung überwachen soll. Besonders für die Anbindung von Offshore-Windparks könnte die Technik helfen, klimabedingte Risiken für kritische Netzinfrastruktur frühzeitig zu erkennen. mehr...

bericht

Regulatorik: Hochspannung im System

[20.08.2026] Energieversorger müssen sich in den kommenden Jahren auf zahlreiche regulatorische Neuerungen einstellen. MaBiS-Hub, Lieferantenwechsel Gas in 24 Stunden, AgNeS, HEDWIG und MiSpeL bringen insbesondere für die IT-Infrastrukturen Herausforderungen mit sich. mehr...

Schleswig-Holstein: Suedlink-Tunnel fertiggestellt

[20.08.2026] Unter der Elbe ist der Tunnel für die Stromtrasse Suedlink fertig vorgetrieben. Das Bauwerk ElbX bringt den Netzausbau zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen einen entscheidenden Schritt voran und soll ab 2028 Windstrom in den Süden transportieren. mehr...

CLS-Management: Thüga SmartService startet Roll-out

[18.08.2026] Thüga SmartService hat bei fünf Messstellenbetreibern das CLS-Management in den produktiven Betrieb überführt. Bis Ende August sollen fünf weitere Kunden folgen. Für das Gesamtjahr sind 40 Produktivsetzungen geplant. mehr...

Bundesnetzagentur: Rückläufige Zahlen bei Netzengpassmanagement

[13.08.2026] Das Netzengpassmanagement ist im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Die Bundesnetzagentur verzeichnete weniger Maßnahmen und Kosten, zugleich verschieben sich die Engpässe zunehmend in die Verteilernetze. mehr...

Mitnetz Strom: Drohnen überwachen das Stromnetz

[10.08.2026] Mitnetz Strom setzt Drohnen flächendeckend für die Inspektion und Überwachung seines Stromnetzes ein. Die Technik soll den Netzbetrieb sicherer und effizienter machen und liefert zugleich Daten für KI-gestützte Zustandsanalysen. mehr...