ÜZ MainfrankenGroßspeicher von CMBlu

Standardspeichermodule von CMBlu.
(Bildquelle: StMWi/E. Neureuther)
Die Energiegenossenschaft ÜZ Mainfranken errichtet einen Organic-SolidFlow-Batteriespeicher mit einer Leistung von 3,6 Megawatt und einer Kapazität von 18 Megawattstunden. Die Anlage soll überschüssigen regenerativen Strom speichern und bedarfsgerecht ins Netz einspeisen. Die Batterie wird von der Firma CMBlu Energy geliefert. Sie besteht aus insgesamt 90 Modulen auf Basis organischer Rohstoffe. SolidFlow-Batteriespeicher gelten als Gamechanger für das Gelingen der Energiewende. Denn die organischen Batteriespeicher von CMBlu nutzen feste (solid) und flüssige (flow) Elektrolyte auf Kohlenstoffbasis und benötigen daher keine seltenen Erden oder Metalle. Die nachhaltigen Batteriespeicher lassen sich in Leistung und Kapazität unabhängig voneinander skalieren und können so sehr große Energiemengen bis in den Gigawattstundenbereich speichern (wir berichteten).
Projekt als „Reallabor der Energiewende“
Wie beide Partner mitteilen, soll das Projekt als „Reallabor der Energiewende“ zeigen, wie SolidFlow-Batterien effizient im Stromnetz eingesetzt werden können. Jürgen Kriegbaum, Vorstand der ÜZ Mainfranken, erklärt: „Da im Netzgebiet der ÜZ Mainfranken bilanziell mehr erneuerbare Energie erzeugt als verbraucht wird, sind wir bereits heute auf dem Stand, den ganz Deutschland im Jahr 2045 erreichen soll. Deshalb ist die Last in unserem Umspannwerk bei bestimmten Wetterlagen leider immer wieder zu hoch.“ Diese Situation werde es in wenigen Jahren in ganz Deutschland geben. Zur Überbrückung von Netzengpässen und zum Ausgleich von Lastspitzen würden daher leistungsstarke Großbatteriespeicher benötigt.
Bayerns Wirtschaftsminister begrüßt die Kooperation
#bild2 Bei einer Veranstaltung des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in der Produktionshalle des Großspeicherherstellers CMBlu wurde jetzt das Speicherprojekt der ÜZ Mainfranken vorgestellt. Über 30 Vertreter aus Kommunen, Unternehmen, Behörden und Verbänden diskutierten über die regionalen und überregionalen Herausforderungen der Energiewende. Staatsminister Aiwanger begrüßte die Kooperation: „Das gemeinsame Speicherprojekt von CMBlu und ÜZ Mainfranken setzt an der richtigen Stelle an, um künftig die großen Mengen regenerativ erzeugten Stroms flexibel zu speichern oder ins Netz einzuspeisen.“
Unbürokratische Förderung wie in den USA
ÜZ-Mainfranken-Vorstand Kriegbaum wies darauf hin, dass große Stromspeicher unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum wirtschaftlich zu betreiben seien. „Die Verbraucher profitieren durch die netzdienliche Speicherung und Einspeisung langfristig von niedrigeren Netzentgelten, aber für Energieerzeuger und Netzbetreiber fehlt derzeit der wirtschaftliche Anreiz, diese Großspeicher anzuschaffen“, sagte er. CMBlu-Gründer und -Vorstand Peter Geigle formulierte daher eine klare Erwartungshaltung an die Politik: „Es muss schnell eine klare Regelung zur Förderung von Großspeichern geschaffen werden. In den USA beispielsweise erhält ein Speicherhersteller im Rahmen des Inflation Reduction Acts bis zu 45 Dollar für jede dort produzierte Kilowattstunde – ohne großen bürokratischen Aufwand.“ Solche oder ähnliche Verfahren bräuchte es auch in Deutschland, um der Energiewende mit Großspeichern zum Durchbruch zu verhelfen.
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