Freitag, 27. März 2026

EIB400 Millionen für Ostsachsens Netze

[04.04.2025] Die EIB investiert 400 Millionen Euro in die Energiezukunft Ostsachsens. SachsenEnergie stärkt damit seine Stromnetze.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt der SachsenEnergie-Unternehmensgruppe einen Kredit in Höhe von 400 Millionen Euro zur Verfügung, um den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze in Ostsachsen massiv voranzutreiben. Das Darlehen zählt zu den größten Einzelinvestitionen der EIB in einen kommunalen Energieversorger in Deutschland und soll zentrale Projekte der Energiewende in der Region absichern. Bis 2027 plant SachsenEnergie Investitionen von insgesamt 732 Millionen Euro in das Stromnetz – unterstützt vom Netzbetreiber SachsenNetze.

Ziel ist es, eine zuverlässige, leistungsfähige und digitalisierte Stromversorgung für die Region zu schaffen – angesichts wachsender Nachfrage aus Industrie und Haushalten sowie der Notwendigkeit, Erneuerbare Energien stärker zu integrieren. „Stabile Energienetze sind das Rückgrat von Industrieentwicklung und Energiewende“, betont Dr. Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der SachsenEnergie-Unternehmensgruppe. „SachsenEnergie steht vor immensen Herausforderungen, den erforderlichen Ausbau in einem zuvor nie dagewesenen Umfang zu finanzieren. Verlässliche und langfristig denkende Finanzpartner wie die EIB sind dabei unerlässlich.“

Verteilnetze modernisieren

Auch die EIB unterstreicht die strategische Bedeutung der Investition. „Jederzeit verlässlich verfügbare und günstige Energie ist der Schlüssel für internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz unserer Wirtschaft“, erklärt Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank. „Deshalb muss der Ausbau der Erneuerbaren Hand in Hand gehen mit der Modernisierung unserer Verteilernetze.“ Die Finanzierung unterstütze gezielt die Integration von Wind- und Solarstrom und trage dazu bei, nachhaltiges Wachstum in Ostsachsen zu sichern.

Die Mittel fließen unter anderem in den Ausbau von Umspannwerken, den Neubau und die Verstärkung von Hochspannungsleitungen sowie die Digitalisierung des Netzes. Bereits 2025 sollen zentrale Knotenpunkte wie das Umspannwerk Dresden-Räcknitz oder der Netzknoten in Horka (Landkreis Görlitz) modernisiert werden. Bis 2028 will SachsenNetze rund 170 Kilometer Hochspannungsleitungen erneuern oder neu errichten sowie 20 Umspannwerke modernisieren. Weitere 29 Umspannwerke und 125 Kilometer Leitung sind bis 2033 geplant. Langfristig ist eine umfassende Erneuerung der Netzinfrastruktur bis 2045 vorgesehen.

Wachsenden Strombedarf decken

Die Maßnahmen sind vor allem darauf ausgelegt, die wachsenden Strombedarfe durch Ansiedlungen großer Industrieunternehmen wie Infineon und ESMC im Dresdner Norden abzusichern und gleichzeitig die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen effizienter zu gestalten. Investiert wird in die Stadt Dresden sowie in die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

SachsenNetze-Geschäftsführer Dr. Steffen Heine betont die strategische Ausrichtung: „Wir müssen Netze nicht nur leistungsfähiger, sondern auch intelligenter machen. Digitalisierung, Flexibilität und regionale Versorgungssicherheit sind entscheidend für eine resiliente Infrastruktur.“

Die EIB verfolgt mit dieser Finanzierung konsequent ihren Klimabank-Fahrplan. Sie will bis 2030 rund eine Billion Euro für Klima- und Umweltprojekte mobilisieren. „Alle unsere Projekte stehen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen“, so Beer. Zusätzlich unterstützt die EIB das EU-Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern. Zwischen 2023 und 2027 stellt sie dazu 45 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien bereit – auch zur Stärkung der europäischen Energieunabhängigkeit.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...