Freitag, 5. Juni 2026

Berliner StadtwerkeMehr Solar, mehr Ladepunkte, mehr Ökostrom

[23.06.2025] Die Berliner Stadtwerke haben ihre Investitionen in die Energiewende im Jahr 2024 weiter gesteigert. So bauten sie zahlreiche neue Solaranlagen, erweiterten das Ladenetz für Elektroautos und steigerten die Lieferung von Ökostrom. Bis 2030 sind weitere große Vorhaben geplant.

Eine von 1.318, Ladestationen der Berliner Stadtwerke, hier am Olivaer Platz.

(Bildquelle: René Zieger/Berliner Stadtwerke)

Die Berliner Stadtwerke haben im Jahr 2024 ihre Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut. Nach eigenen Angaben investierten sie 17,3 Millionen Euro in neue Anlagen und Projekte. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Juni 2025 hervor.

Die installierte Leistung ihrer Solaranlagen stieg demnach um rund 25 Prozent auf nun 44 Megawatt (MW). Allein 7,5 MW davon entfallen auf die bisher größte Solaranlage der Stadt. Sie befindet sich auf den Dächern des Berliner Messegeländes am Funkturm. Insgesamt betreiben die Stadtwerke über 500 Solaranlagen auf Dächern in Berlin.

Sonnenstrom für 70.000 Haushalte

Zusätzlich betreiben sie 16 Windenergieanlagen in Brandenburg. Mit deren Leistung von 68,8 MW könnten rechnerisch rund 70.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Auch die Lieferung von Ökostrom stieg im Jahr 2024 weiter an – auf rund 815 Gigawattstunden (GWh). Davon flossen rund 750 GWh an öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser, Universitäten oder Verkehrsanlagen.

Chris Werner, Geschäftsführer der Stadtwerke, erklärte: „Sauberer Strom ist der Grundstoff der Energiewende. Wir brauchen ihn auch für die Mobilitäts- und Wärmewende.“ Im vergangenen Jahr habe man sich zum integrierten Energiedienstleister weiterentwickelt. So sei es nun möglich, Strom aus Wind und Sonne zu erzeugen, zu vermarkten und für Mobilitäts- oder Wärmelösungen zu nutzen. Werner betonte die Bedeutung des neu eingeführten virtuellen Kraftwerks und der Direktvermarktung von Strom.

Ladenetz wächst weiter

Im Bereich der Elektromobilität wurde das Berliner Ladenetz im Jahr 2024 ausgebaut. Die Zahl der Ladepunkte stieg auf 1.318, darunter 166 neue Normal-Ladepunkte sowie vier Schnellladestationen. Im ersten Quartal 2025 kamen weitere 62 Ladepunkte hinzu. Damit gelten die Berliner Stadtwerke als größter Betreiber öffentlicher Lade-Infrastruktur in der Hauptstadt.

Auch in neuen Wohnquartieren kommt klimafreundliche Technik zum Einsatz. So wurden 2024 zwei Anlagen in Betrieb genommen, die Solarenergie mit Wärme aus Abwasser kombinieren: am Haus der Statistik in Berlin-Mitte und im neuen Wohngebiet Buckower Felder in Berlin-Neukölln.

Die Zahl der Beschäftigten bei den Berliner Stadtwerken stieg auf 155, der Umsatz lag 2024 bei 242,9 Millionen Euro. Damit kehrte das Unternehmen nach dem energiepreisbedingt hohen Vorjahreswert von 421,4 Millionen Euro wieder auf das Niveau von 2022 zurück.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) erklärte: „Ob beim Solarausbau oder beim Ausbau der E-Lade-Infrastruktur: Berlin ist im Vergleich zu Fläche und Einwohnerzahl bundesweit Spitze, und daran haben die Berliner Stadtwerke einen großen Anteil.“ Sie betonte, die Stadtwerke seien ein wichtiger Partner auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt.

564 Millionen Euro Investitionen geplant

Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von mindestens 564 Millionen Euro. Geplant sind unter anderem mehr als 300 MW neue Solarkapazität sowie über 20 zusätzliche Windenergieanlagen in der Region Berlin-Brandenburg. Zwei neue Anlagen im Windpark Albertshof bei Bernau haben bereits eine Genehmigung erhalten.





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