Westfalen Weser NetzNiederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

Westfalen Weser Netz hat jetzt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management gekoppelt.
(Bildquelle: Christian Schwier/Westfalen Weser Netz)
Der regionale Verteilnetzbetreiber Westfalen Weser Netz hat den Pilotbetrieb eines gekoppelten Niederspannungsleitsystems mit CLS-Management aufgenommen. Wie die Unternehmen GWAdriga und envelio berichten, verbindet das Projekt das Niederspannungsleitsystem NS-SCADA von envelio mit dem von GWAdriga betriebenen CLS-Management.
Die Lösung basiert auf der Intelligent Grid Platform von envelio, die das Niederspannungsnetz als Digitalen Zwilling abbildet. Über TAF10 werden kontinuierlich Netzzustandsdaten übertragen, sodass das Netz dauerhaft überwacht werden kann. Erkennt das System Engpässe, löst es automatisiert Steuerbefehle aus und übermittelt sie gezielt über das CLS-Management. Parallel treibt GWAdriga den Voll-Roll-out intelligenter Messsysteme samt Steuerboxen voran. Westfalen Weser Netz sieht sich damit auf Kurs, die Anforderungen nach §14a EnWG zu erfüllen.
Eine zentrale technische Hürde lag in der Systemarchitektur. Das Niederspannungsleitsystem läuft aus Sicherheitsgründen nicht in der Cloud, sondern ist on-premises in das Prozessdatennetz integriert. Das erforderte Schnittstellen zum ERP-System, zum GIS, zu Fernwirkgeräten und zum Mittelspannungsleitsystem, wie Dennis Hunting, Projektmanager NS-SCADA bei Westfalen Weser Netz, erläutert.
Getestet wird die Lösung zunächst in 20 Niederspannungsnetzen mit zwei Betriebsstellen sowie der Leitstelle des Netzgebiets. Zusätzlich wurden in allen zugehörigen Ortsstationen Niederspannungsabgangsmessungen installiert. In dieser Phase sammeln die Beteiligten Betriebserfahrungen und entwickeln ein Bedienkonzept, bevor der Roll-out auf das gesamte Netzgebiet folgt.
GWAdriga spricht von einer erstmals durchgängigen Prozesskette für das Steuern in der Niederspannung. Envelio betont die enge Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor und verweist darauf, dass die Integration nicht als Einzellösung angelegt ist, sondern auf weitere Netzbetreiber übertragbar sein soll.
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