Mittwoch, 21. Oktober 2026

Frankfurt am MainStadt plant zusätzliche Ladepunkte

[06.03.2026] Frankfurt am Main startet eine neue Ausbauphase für öffentliche Ladepunkte und bereitet die Vergabe weiterer Standorte an private Betreiber vor. Ziel ist ein stadtweiter Roll-out mit rund 2.500 zusätzlichen Ladepunkten, um den wachsenden Bedarf der Elektromobilität zu decken.

Laut Stadtrat Wolfgang Siefert will Frankfurt im bundesweiten Vergleich aufholen und sich auf die wachsende Elektromobilität vorbereiten.

Rund 2.500 zusätzliche Ladepunkte im öffentlichen Raum plant die Stadt Frankfurt am Main in den kommenden Jahren. Wie die Stadt mitteilt, beginnt im März die nächste Ausbauphase der Lade-Infrastruktur: Das Amt für Straßenbau und Erschließung veröffentlicht vorgeprüfte Standorte und vergibt sie an private Betreiber.

Die Stadt verfolgt dabei ein sogenanntes Open-Market-Modell. Sie plant und priorisiert die Standorte, baut und betreibt die Ladepunkte jedoch nicht selbst. Stattdessen stellt sie öffentliche Flächen zur Verfügung und überlässt Installation und Betrieb dem Wettbewerb mehrerer Anbieter. Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Bündnis 90/Die Grünen) spricht von einem überfälligen Schritt: Mit dem stadtweiten Roll-out wolle Frankfurt im bundesweiten Vergleich aufholen und sich auf die wachsende Elektromobilität vorbereiten.

Starkes Wachstum der Lade-Infrastruktur

Die Lade-Infrastruktur der Stadt ist in den vergangenen Jahren bereits stark gewachsen. Laut Angaben der Bundesnetzagentur sind derzeit rund 2.133 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Stadtgebiet registriert. Davon entfallen 1.890 auf Wechselstrom-Ladepunkte mit bis zu 22 Kilowatt Leistung und 243 auf Gleichstrom-Schnellladepunkte. Zwischen Januar 2023 und Januar 2026 stieg allein die Zahl der AC-Ladepunkte um mehr als 350 Prozent. Gleichzeitig nimmt der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge zu: Reine Elektroautos erreichen in Frankfurt derzeit etwa sechs Prozent des Bestands, Plug-in-Hybride rund fünf Prozent.

Auch bundesweit wächst der Markt. Anfang 2025 waren in Deutschland mehr als 120.000 öffentliche Ladepunkte in Betrieb. Der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen lag 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt bei rund 18 Prozent. Einschließlich Plug-in-Hybriden liegt der Anteil elektrifizierter Antriebe deutlich höher.

Grundlage für den Frankfurter Ausbau bildet eine Bedarfsanalyse des Mobilitätsdezernats aus dem Jahr 2024. Sie prognostiziert steigenden Ladebedarf und geht davon aus, dass künftig etwa 85 Prozent der Ladepunkte auf privaten Flächen entstehen werden, etwa in Wohnanlagen, Parkhäusern oder auf Supermarktparkplätzen. Rund 15 Prozent sollen auf öffentlichen Flächen stehen und eine Grundversorgung im gesamten Stadtgebiet sichern.

Erfahrungen aus Pilotprojekt

Parallel hat die Stadt bereits Erfahrungen in einem Pilotprojekt gesammelt. Dabei genehmigten Betreiber 430 AC-Ladepunkte und 24 DC-Schnelllader. Nach Angaben der Stadt erreichen viele dieser Anlagen eine deutlich höhere Auslastung als vergleichbare Stationen in anderen deutschen Städten – teilweise bis zu 1,5-mal so hoch. Als Ursache gilt unter anderem der starke Pendlerverkehr. Die Planer reagieren darauf mit angepassten Standortkonzepten: Künftige Ladesäulen sollen möglichst ohne zusätzliche Schaltkästen auskommen, bevorzugt im Straßenraum stehen und barrierefreie Stellflächen erhalten.

Die erste reguläre Ausbauphase sieht nun rund 400 AC- und 20 DC-Ladepunkte vor. Die Standorte werden zu Paketen gebündelt und in einem transparenten Verfahren veröffentlicht und vergeben. Der Magistrat rechnet damit, dass ein Großteil dieser Ladepunkte noch im Laufe des Jahres 2026 ans Netz geht. Langfristig kalkuliert die Stadt bis 2035 mit bis zu 2.500 weiteren Ladepunkten auf öffentlichen Flächen. Parallel will sie Gespräche mit Wohnungsbaugesellschaften und anderen privaten Eigentümern führen, um zusätzliche öffentlich zugängliche Ladeangebote zu ermöglichen.





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