Donnerstag, 16. April 2026

Voltaris-ExpertengesprächFachkräfte bleiben Engpass beim Smart-Meter-Roll-out

[15.04.2026] Der Einbau intelligenter Messsysteme in Deutschland nimmt Fahrt auf, bleibt aber hinter den langfristigen Zielen zurück. Das wurde bei einem digitalen Expertengespräch des Messdienstleisters Voltaris deutlich. Als größte Hürden nannten die Fachleute fehlende Montagekapazitäten, Datenqualität und technische Anbindung.

Smart-Metering: Ein Großteil der Messstellenbetreiber hat die Quote für 2025 verfehlt.

(Bildquelle: VOLTARIS GmbH)

Beim Expertengespräch zum intelligenten Messwesen am gestrigen Dienstag (14. April 2026) hat Voltaris einen gemischten Zwischenstand zum Smart-Meter-Rollout gezogen. Demnach lag die Quote bei den gesetzlich vorgeschriebenen Einbaufällen Ende 2025 bei 23,3 Prozent und damit über der Vorgabe von 20 Prozent. Bezogen auf alle Messstellen seien jedoch erst 5,5 Prozent mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Das entspreche rund 3,1 Millionen Geräten. Bis Ende 2032 müssten 90 Prozent der Pflichteinbaufälle erreicht werden. Als Quelle nannte das Unternehmen Angaben der Bundesnetzagentur. 

Viele Messstellenbetreiber verfehlen die Quote

Zugleich verläuft der Ausbau nach Einschätzung der Runde sehr unterschiedlich. Ein Großteil der Messstellenbetreiber habe die Quote für 2025 verfehlt. Gegen 77 Betreiber ohne bislang eingebautes Messsystem habe die Bundesnetzagentur Verfahren eingeleitet. Als zentrales Problem bezeichneten die Teilnehmenden den Mangel an Montage- und Fachkräften. Vor allem kleinere Stadtwerke verfügten häufig nicht über ausreichend qualifiziertes Personal für die Installation intelligenter Messsysteme. Hinzu kämen hohe Sicherheits- und IT-Anforderungen, die zusätzlichen Schulungsaufwand verursachten. Voltaris erklärte, selbst über 20 eigene Montagefachkräfte zu verfügen und über Partner auf rund 120 weitere externe Monteure zugreifen zu können. 

Technische Anbindung bleibt eine Herausforderung

Auch die technische Anbindung bleibt demnach eine Herausforderung. Die LTE-Verbindung sei in Kellerräumen, Bestandsgebäuden und ländlichen Regionen oft unzureichend. Gleichzeitig steige das Datenvolumen weiter, etwa durch künftig häufigere Übertragung von Netzzustandsdaten. Voltaris setzt nach eigenen Angaben deshalb auf Messungen vor Ort, optimierte Antennenlösungen und alternative Kommunikationswege wie Breitband-Powerline oder 450-MHz-Infrastrukturen. 

Steuerung im Niederspannungsnetz

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Steuerung im Niederspannungsnetz. Dafür stellte das Unternehmen ein System namens aEMT vor, das als zentrale Plattform für das sogenannte CLS-Management dienen soll. CLS steht für steuerbare Zusatzanwendungen im Smart-Meter-Umfeld. Bereits für zwei große Netzbetreiber-Kunden seien produktive Systeme umgesetzt worden. Der nächste Schritt sei die Übermittlung von Steuerbefehlen im Wirkbetrieb. 

In einer Anwendergemeinschaft arbeiten laut Voltaris inzwischen rund 50 Energieversorger und Netzbetreiber zusammen. Für 2026 seien rund 55.000 weitere Einbauten intelligenter Messsysteme geplant. Ende des Jahres könnten damit etwa 100.000 Geräte operativ im Einsatz sein.





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