Freitag, 23. Oktober 2026

Uniper / EvonikWärmepumpen-Projekt in Herne

[15.04.2026] In Herne geht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb, die industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen können damit rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgt werden. Zudem sollen jährlich bis zu 1.750 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe von Evonik in Herne auf Containerbasis mit Lüftungseinheiten und Rohrleitungen auf Werksgelände.

Hochtemperatur-Wärmepumpe nutzt Niedrigtemperatur-Abwärme aus der Chemieproduktion am Evonik-Standort Herne.

(Bildquelle: Evonik)

Die Unternehmen Uniper und Evonik nehmen in Herne nach eigenen Angaben eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb. Die Anlage nutzt Niedrigtemperatur-Abwärme aus der Chemieproduktion am Standort Herne und hebt diese auf ein für Fernwärme geeignetes Temperaturniveau an. Über das Fernwärmeunternehmen Iqony speist die Anlage laut Unternehmen bis zu 1,5 Megawatt Wärme in das Fernwärmenetz ein. Rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet könnten so versorgt werden.

Hohe CO2-Einsparung

Nach Angaben der Unternehmen lassen sich dadurch bis zu 1.750 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermeiden. Diese Emissionen seien bislang durch den Einsatz fossiler Brennstoffe in der Wärmeversorgung entstanden. Evonik profitiere zudem davon, die Wärme abzugeben. Bislang werde erwärmtes Kühlwasser aus der Produktion mit elektrischen Ventilatoren in Kühltürmen wieder heruntergekühlt. Technisch arbeite die Anlage ähnlich wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt, teilen die Unternehmen mit. Das Kühlwasser erwärme sich in den Produktionsprozessen auf etwa 25 bis 30 Grad Celsius. Die Wärmepumpe erhöhe die Temperatur anschließend auf bis zu 130 Grad Celsius und mache sie damit für das Fernwärmenetz nutzbar.

Projekt hat Pilotcharakter

Uniper bezeichnet die Anlage als erste ihrer Art in Deutschland. Der Temperatursprung von mehr als 100 Grad Celsius im Megawatt-Maßstab sei technisch anspruchsvoll. Das Projekt habe Pilotcharakter. Uniper, Evonik und Iqony prüfen nach eigenen Angaben eine Ausweitung. Künftig könnten möglicherweise weitere rund 20 Megawatt Abwärme in das Netz eingespeist werden.

Iqony erklärte, in Gelsenkirchen und Essen seien bereits weitere Abwärmeprojekte ans Netz gegangen. Rund 50 Prozent der Wärme stammten bereits aus klimaneutralen Quellen. Auch Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda sieht in dem Projekt einen Beitrag zur Transformation des Industriestandorts. „Aus Abwärme wird Stadtwärme – das senkt Emissionen, stärkt die Versorgungssicherheit und bringt uns der Klimaneutralität näher.“





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