BraunschweigGroßspeicher für Wasserstoff angeliefert

Anlieferung der Metallhydridspeicher.
(Bildquelle: Isabell Massel/NFF)
Mit der Anlieferung mehrerer Metallhydrid-Großspeicher erweitert die Technische Universität Braunschweig ihre Wasserstoffforschung um eine großskalige Speicherlösung. Wie die TU Braunschweig mitteilt, entsteht am Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) am Campus Forschungsflughafen eine bodengebundene Anlage mit einer Gesamtkapazität von bis zu 500 Kilogramm Wasserstoff und damit eine der weltweit größten Forschungsanlagen dieser Bauart.
Die Speicher arbeiten mit Metallhydrid-Technologie. Dabei wird Wasserstoff nicht in konventionellen Druckbehältern vorgehalten, sondern in Metallstrukturen chemisch gebunden. Das erlaubt eine deutlich kompaktere und langfristig stabile Speicherung bei vergleichsweise niedrigem Druck. Zugleich sinkt das sicherheitstechnische Risiko im Betrieb, was die Technologie besonders für stationäre Infrastrukturkonzepte interessant macht.
Kopplung unter realen Bedingungen
Die Anlage bildet künftig einen zentralen Baustein für Forschungsarbeiten zur Skalierung von Wasserstoffinfrastrukturen. Untersucht werden soll, wie sich Erzeugung, Transport, Zwischenlagerung und bedarfsgerechte Nutzung unter realen Bedingungen koppeln lassen. Michael Heere vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Brennstoffzellen spricht von einem weiteren Ausbau des Standorts als „Reallabor für nachhaltige Mobilitäts- und Energiesysteme“. In Verbindung mit der großskaligen Speicherung lasse sich erforschen, wie Wasserstofftechnologien praxisnah integriert und technisch weiterentwickelt werden können.
Die Speicher sind nicht nur für das Verbundprojekt H2-Terminal vorgesehen. Nach Angaben der Universität lassen sie sich auch in weiteren Forschungsvorhaben gemeinsam nutzen, etwa im DFG-Projekt „JaWoll“. Dort steht die Rückgewinnung wasserstoffreicher Restgase aus Test- und Infrastrukturumgebungen im Fokus. Solche Gase werden bislang oft energetisch unzureichend genutzt. Neue Verfahren zur Wiederverwertung sollen die Gesamteffizienz erhöhen und die Wirtschaftlichkeit wasserstoffbasierter Systeme verbessern.
H2-Terminal versorgt Anlage
Versorgt wird die Anlage über das wenige hundert Meter entfernte H2-Terminal. Dort erzeugen Elektrolyseure grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Eine bereits installierte Pipeline transportiert das Gas direkt zum NFF, wo es in die neuen Metallhydridspeicher eingespeist wird. Damit entsteht eine integrierte Forschungsinfrastruktur, die Produktion, Verteilung, Speicherung und Anwendung räumlich eng verzahnt.
David Sauss, Leiter des siz energieplus und Koordinator des Verbundvorhabens, wertet die Anlieferung deshalb als entscheidenden Fortschritt für das H2-Terminal. „Die Kombination aus Erzeugung am Terminal und Nutzung am NFF zeigt beispielhaft, wie eine integrierte Wasserstoffinfrastruktur künftig gestaltet werden kann“, sagt er.
In den kommenden Wochen schließen die Projektpartner die Speicher an und bereiten sie schrittweise auf den Betrieb vor. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit mehr als 20 Millionen Euro geförderte H2-Terminal dient dann entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette als Forschungsplattform – von verschiedenen Elektrolyseverfahren über Prüfstände und Tankstellenanwendungen bis zur Metallhydridspeicherung, Abwärmenutzung und Netzintegration.
Bundeshaushalt: Verbände fordern Geld für Wasserstoff
[30.04.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschaft und Kommunen verlangt neue Finanzhilfen für den Wasserstoffmarkt. Im Bundeshaushalt 2027 sollen nach Angaben der Verbände Mittel für Preisgarantien und staatliche Absicherungen eingeplant werden. Damit sollen Investitionen erleichtert und der stockende Markthochlauf beschleunigt werden. mehr...
LENA: Online-Reihe zur Wasserstoffwirtschaft gestartet
[29.04.2026] Sachsen-Anhalt hat eine neue Online-Reihe zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mit großem Zuspruch gestartet. Zum Auftakt diskutierten mehr als 100 Fachleute, wie weit Infrastruktur, Elektrolyse und industrielle Anwendungen bereits sind – und wo Unternehmen noch auf Antworten warten. mehr...
Hamburg: tesa stellt auf grünen Wasserstoff um
[07.04.2026] tesa rüstet seine Produktion in Hamburg auf grünen Wasserstoff um und erhält dafür öffentliche Förderung. Der Anschluss an das Wasserstoffnetz HH-WIN ab 2027 markiert einen konkreten Schritt hin zur klimaneutralen Industrie. mehr...
Hamburger Energienetze: Tunnelvortrieb für Wasserstoffleitung
[30.03.2026] Hamburger Energienetze errichten einen 106 Meter langen Tunnelvortrieb unter der Hafenbahn, um eine Wasserstoffleitung zu verlegen. Das Projekt sichert den ungestörten Güterverkehr und schafft die Grundlage für die klimaneutrale Versorgung zentraler Industriestandorte ab 2027. mehr...
Saarland: PACT-H2 erhält Millionen-Förderung
[26.03.2026] Das grenzüberschreitende Wasserstoffprojekt PACT-H2 erhält rund drei Millionen Euro Förderung von der Europäischen Union. Das Vorhaben soll den Aufbau einer gemeinsamen Wasserstoffwirtschaft in der Großregion koordinieren und die Akzeptanz in der Bevölkerung stärken. mehr...
Entega: Land Hessen fördert Wasserstoffanlage
[16.03.2026] Für den Aufbau einer Wasserstoffproduktion auf dem Gelände des Darmstädter Müllheizkraftwerks erhält Entega rund 1,65 Millionen Euro vom Land Hessen. Die Förderung stammt aus EU-Strukturmitteln und wird über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen abgewickelt. mehr...
Koblenz: evm prüft Wasserstoff im Gasnetz
[12.03.2026] Die evm hat in Koblenz untersucht, ob die bestehenden Gasnetze für die Nutzung von Wasserstoff geeignet sind. Das Pilotprojekt lief eineinhalb Jahre. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für künftige Entscheidungen über den Umbau der Gasversorgung dienen. mehr...
Saarland: ZeMA übernimmt Wasserstoffinfrastruktur von Bosch
[05.03.2026] Das ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik übernimmt die Wasserstoff-Infrastruktur von Robert Bosch in Homburg für Forschungszwecke. Damit startet das Land das 22,5-Millionen-Euro-Projekt HyCATT und schafft die Basis für praxisnahe Tests entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette. mehr...
Hamburg: Digitaler Wasserstoffmarktplatz veröffentlicht
[27.02.2026] Erneuerbare Energien Hamburg hat einen digitalen Wasserstoffmarktplatz für die Metropolregion Hamburg veröffentlicht. Die Plattform soll Produzenten, Abnehmer und Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette vernetzen und so den Hochlauf der regionalen Wasserstoffwirtschaft beschleunigen. mehr...
ZSW/Holst Centre: Projekt entwickelt AEM-Elektrolyseure
[25.02.2026] ZSW und Holst Centre entwickeln im Projekt genAEMStack einen kosteneffizienten, großskalierbaren AEM-Elektrolyse-Stack für die Wasserstoffproduktion. Das Vorhaben soll Europas technologische Unabhängigkeit stärken und die industrielle Wertschöpfung in Baden-Württemberg und Noord-Brabant ausbauen. mehr...
Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit
[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...
BDEW/Capgemini: Studie zum Wasserstoff-Hochlauf vorgestellt
[12.02.2026] Eine Studie von BDEW und Capgemini warnt vor einem Stillstand beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Regulatorische Vorgaben, fehlende Absicherung und hohe Investitionsrisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette verhindern bislang belastbare Investitionsentscheidungen. mehr...
GET H2: Karte zum Wasserstoffhochlauf veröffentlicht
[10.02.2026] Die Wasserstoffinitiative GET H2 hat ihren Webauftritt erneuert und zeigt erstmals eine interaktive Karte mit 30 realen Wasserstoffprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Übersicht macht sichtbar, wie weit der Wasserstoffhochlauf in Deutschland bereits vorangekommen ist und warum belastbare Projekte jetzt den Unterschied machen. mehr...
Aachen: Grenzprojekt für Wasserstoff startet
[02.02.2026] Ein neues Projekt soll Unternehmen dabei unterstützen, auf klimafreundliche Energie umzusteigen. Dafür arbeiten Partner aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer grenzüberschreitenden Wasserstoffwirtschaft. mehr...













