Freitag, 19. Juni 2026

AugsburgWärmeplanung liegt öffentlich aus

[04.05.2026] Augsburg hat den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht und legt damit erstmals ein konkretes Szenario für die künftige Wärmeversorgung der Stadtteile vor. Bürger, Unternehmen und Verbände können den Plan nun prüfen und bis 20. Mai Hinweise einreichen, bevor die Stadt den Kurs bis 2040 festsetzt.

Fernwärme spielt in Augsburg eine immer größere Rolle. Die Stadtwerke bauen das Netz laufend aus.

(Bildquelle: SWA)

Der Entwurf für die kommunale Wärmeplanung in Augsburg liegt öffentlich vor. Damit konkretisiert die Stadt, wie sie ihre Wärmeversorgung in Quartieren, Wohngebieten und Gewerbearealen schrittweise auf klimafreundliche Systeme umstellen will. Wie die Stadt Augsburg mitteilt, baut das Umweltamt den Anfang 2025 veröffentlichten Energienutzungsplan Wärme zu einer vollständigen kommunalen Wärmeplanung nach den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes aus. 

Im Mittelpunkt steht ein Zielszenario für eine weitgehend klimaneutrale, resiliente und zugleich bezahlbare Wärmeversorgung bis spätestens 2040. Der Entwurf untersucht dafür den künftigen Wärmebedarf im gesamten Stadtgebiet, verfügbare erneuerbare Energiequellen, die Ausbauchancen von Wärmenetzen sowie Gebiete, in denen dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen voraussichtlich die tragende Rolle übernehmen müssen. Ergänzend beschreibt die Planung, welche Akteure die Wärmewende umsetzen sollen und mit welchen Maßnahmen dies in den kommenden Jahren gelingen kann.

Wärmeplanung dient als Versorgungsfahrplan

Technisch versteht sich die Wärmeplanung als räumlich differenzierter Versorgungsfahrplan. Sie arbeitet nicht nur mit gesamtstädtischen Kennzahlen, sondern mit kartierten Eignungsgebieten und Entwicklungspfaden für einzelne Baublöcke und Teilräume. Damit soll sichtbar werden, wo ein Anschluss an Fernwärme oder andere Wärmenetze wirtschaftlich und infrastrukturell sinnvoll erscheint, wo eine netzgebundene Lösung vorerst ausfällt und wo elektrische oder andere dezentrale Heizsysteme eingeplant werden müssen. Projektpartner des Umweltamts sind die Stadtwerke Augsburg und das Fachbüro IP syscon. 

Die Stadt verweist ausdrücklich darauf, dass die Planung eine strategische Orientierung bietet, aber keine unmittelbare Verpflichtung für einzelne Gebäudeeigentümer schafft. Sie soll vor allem Investitionen lenken, Ausbauprioritäten definieren und den lokalen Wärmemarkt auf die kommenden gesetzlichen Anforderungen vorbereiten. Hintergrund ist das bundesweit geltende Wärmeplanungsgesetz, nach dem Großstädte bis Ende Juni 2026 eine solche Planung vorlegen müssen.

Einsicht auf Beteiligungsplattform

Der Entwurf kann bis 20. Mai über die städtische Beteiligungsplattform eingesehen werden. Dort stehen neben dem Bericht auch zahlreiche Karten und Entwicklungsszenarien bereit. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Wohnungswirtschaft, Energieberater und Verbände können Stellungnahmen, Fragen und Anregungen an das Umweltamt übermitteln. Die eingehenden Rückmeldungen sollen in die Überarbeitung einfließen, bevor der finale Plan dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt wird. 





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Grundstein für Großwärmepumpe gelegt

[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. mehr...

Oldenburg: Rat hat Wärmeplanung beschlossen

[10.06.2026] Der Rat der Stadt Oldenburg hat den kommunalen Wärmeplan mit 18 Maßnahmen zur Wärmewende beschlossen. Nun startet die Umsetzung von Wärmenetzstudien, Beratungsangeboten und neuen Beteiligungsformaten, die den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung voranbringen sollen. mehr...

bericht

Darmstadt: Fahrplan bis 2045 vorgestellt

[09.06.2026] Darmstadt hatte sich bereits 2022 zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung entschlossen. Nach umfassender Datenerhebung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Eine Erkenntnis: Wasserstoff ist für Darmstadt keine realistische Option zur flächendeckenden Wärmeversorgung. mehr...

Luftaufnahme eines Energie- und Fernwärmestandorts am Kölner Hafen. Die Anlage liegt auf einer Landzunge zwischen einem Hafenbecken und dem Rhein. Zu sehen sind mehrere Industriegebäude, ein großer Kühlturm, Schornsteine, Rohrleitungen sowie runde Speicher- und Tankanlagen. Im Hintergrund fließt der Rhein, dahinter erstrecken sich Grünflächen und Bäume. Das Bild zeigt die bestehende Infrastruktur des Standorts Köln-Niehl, an dem eine große Flusswasser-Wärmepumpe errichtet werden soll.

RheinEnergie: Bau einer Flusswasser-Wärmepumpe startet

[09.06.2026] In Köln hat die Hauptbauphase für eine der europaweit größten Flusswasser-Wärmepumpen begonnen. Das Unternehmen RheinEnergie investiert 280 Millionen Euro in das Projekt am Standort Köln-Niehl. Ab 2028 soll die Anlage Fernwärme für bis zu 50.000 Haushalte liefern. mehr...

Kiel: Förderung für Quartierswärmemanagement

[08.06.2026] Schleswig-Holstein fördert erstmals ein Quartierswärmemanagement zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Die Stadt Kiel erhält dafür rund 198.000 Euro und startet in zwei Quartieren mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Wärmewende. mehr...

bericht

Kommunale Wärmeplanung: Fossile Energieträger dominieren

[03.06.2026] Eine aktuelle Studie zur kommunalen Wärmeplanung zeigt: Großstädte setzen auf den Ausbau der Fernwärme. In kleineren Kommunen werden dezentrale Strategien mit Wärmepumpen und biogenen Energieträgern verfolgt. mehr...

Bremen: Erster Klimaturm soll Quartier versorgen

[03.06.2026] Towergy nimmt Ende Juni in Bremen den ersten Klimaturm in Betrieb, eine kompakte Luft-Wasser-Großwärmepumpe für dicht bebaute Quartiere. Das System soll erneuerbare Wärme und Kälte platzsparend bereitstellen und könnte neue Möglichkeiten für die Wärmewende in Städten eröffnen. mehr...

Berlin: Wärme aus dem Rechenzentrum für Modell-Campus

[01.06.2026] Auf dem Modell-Campus ringberlin soll künftig Wärme aus einem benachbarten Rechenzentrum genutzt werden. Langfristig ist die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers geplant. mehr...

Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet

[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...

Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale

[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...

Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant

[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...

Mönchengladbach: Allianz für Wärmewende gegründet

[26.05.2026] Mönchengladbach hat mit Energieversorgern, Handwerk, Wirtschaft und Verbraucherschutz die „Allianz für die Wärmewende“ gegründet. Das Bündnis soll den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 koordinieren und konkrete Projekte für klimaneutrale, bezahlbare Wärme anschieben. mehr...