Freitag, 9. Oktober 2026

Stadtwerke DessauSpatenstich für iKWK-Anlage

[13.07.2026] Die Stadtwerke Dessau haben mit dem Bau einer innovativen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage begonnen. Die neue Energiezentrale soll ab Mitte 2028 das Wohngebiet Zoberberg, das Klinikum Dessau und weitere Bereiche des Fernwärmenetzes mit Wärme versorgen.

Spatenstich für iKWK-Anlage: Durch die Kombination verschiedener Technologien kann die Wärmeversorgung felxibel angepasst werden.

(Bildquelle: Stadtwerke Dessau)

Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Stadtwerke Dessau den Bau einer innovativen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (iKWK) im Stadtteil Zoberberg gestartet. Nach Angaben des Unternehmens entsteht auf einem Gelände neben dem Umspannwerk Alten eine neue Energiezentrale. Sie soll künftig das Wohngebiet Zoberberg, das Klinikum Dessau sowie weitere Bereiche des Fernwärmenetzes mit Wärme versorgen.

Transformation der Fernwärme

Wie die Stadtwerke mitteilen, ist die Anlage ein weiterer Baustein des Fernwärme-Transformationsplans. Ziel sei es, die Wärmeversorgung schrittweise von fossilen Energieträgern zu lösen, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Die Energiezentrale besteht aus mehreren Komponenten. Kernstück sind zwei Blockheizkraftwerke mit jeweils 2,5 Megawatt elektrischer und 2,8 Megawatt thermischer Leistung. Sie werden zunächst mit Erdgas betrieben, sind aber für einen späteren Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt.

Ergänzt wird die Anlage durch eine Wärmepumpe mit 1,3 Megawatt thermischer Leistung, einen Elektroheizkessel mit 0,9 Megawatt, zwei Heißwasserkessel mit jeweils 3,3 Megawatt thermischer Leistung sowie zwei Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils 150 Kubikmetern. Eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen soll zusätzlichen Strom für den Betrieb liefern.

Kombination verschiedener Technologien

Durch die Kombination der verschiedenen Technologien könne die Wärmeversorgung flexibel an den Bedarf angepasst werden. Während die Wärmepumpe die Grundlast decke, könnten die Blockheizkraftwerke insbesondere in den Wintermonaten zugeschaltet werden. Die Wärmespeicher ermöglichten zudem eine zeitversetzte Nutzung der erzeugten Wärme. Die neue Energiezentrale soll jährlich rund 27,2 Millionen Kilowattstunden Wärme in das Fernwärmenetz einspeisen. Etwa 80 Prozent der Wärmemenge sollen aus der Kraft-Wärme-Kopplung stammen. Bereits bei der Inbetriebnahme soll der Anteil erneuerbarer Wärme rund 20 Prozent betragen. Langfristig wollen die Stadtwerke das Versorgungsgebiet Zoberberg nahezu vollständig mit erneuerbaren Energien und umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung versorgen.

Fernwärme soll bis 2045 klimaneutral werden

Für das Projekt investieren die Stadtwerke nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro. Bereits im Juli 2024 erhielt das Vorhaben einen Förderzuschlag der Bundesnetzagentur. Die iKWK-Anlage ist Teil des Fernwärme-Transformationsplans der Stadtwerke Dessau. Dieser sieht vor, die Fernwärmeversorgung bis spätestens 2045 vollständig klimaneutral zu gestalten. Dazu soll das bisherige Erzeugungssystem schrittweise durch einen dezentralen und flexiblen Anlagenpark ersetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem weitere innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Großwärmepumpen sowie die Nutzung industrieller Abwärme und anderer erneuerbarer Wärmequellen.





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