Donnerstag, 6. August 2026

Verband Region StuttgartAusbau der Stromnetze beschleunigen

[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken.

Mit einem „Memorandum of Understanding“ hat der Verband Region Stuttgart mit diversen Partnern eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen soll.

(Bildquelle: VRS/Kraufmann)

Der Verband Region Stuttgart hat gemeinsam mit Netzbetreibern, Stadtwerken, Landkreisen, Energieagenturen und weiteren Partnern ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur in der Region schneller voranzubringen. Wie der Verband mitteilt, bildet die Vereinbarung den Auftakt der Initiative Energie.Region.Stuttgart, die Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netzinfrastruktur besser koordinieren soll.

Im Mittelpunkt steht die Modernisierung und Erweiterung der Stromnetze. Hintergrund sind die steigenden Anforderungen durch die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Gewerbe und Verkehr, den Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie den wachsenden Strombedarf von Rechenzentren. Gleichzeitig speisen immer mehr dezentrale Wind- und Solaranlagen in die Verteilnetze ein. Dadurch steigt der Bedarf an leistungsfähigen Netzen und zusätzlichen Umspannwerken sowie an Flächen für Energiespeicher.

Geeignete Standorte sichern

Die Partner wollen deshalb geeignete Standorte für Netzinfrastruktur sowie für Wind- und Solaranlagen frühzeitig sichern und regional abstimmen. Außerdem sollen Planungs-, Genehmigungs- und Realisierungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden. Ein weiteres Ziel ist es, die Öffentlichkeit frühzeitig über den Umbau des Energiesystems zu informieren und in den Prozess einzubeziehen, um die Akzeptanz für notwendige Infrastrukturprojekte zu erhöhen. Der regionale und kommunenübergreifende Ansatz soll dabei eine einheitliche Umsetzung in den Städten und Gemeinden ermöglichen.

„Wenn wir auch in Zukunft von einer starken Wirtschaft in der Region profitieren wollen, benötigen wir die entsprechende Infrastruktur“, sagt Regionaldirektor Alexander Lahl. Eine sichere Stromversorgung müsse Angebot und Nachfrage zusammenführen. Gemeinsam mit den Partnern solle erreicht werden, dass die erforderlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich schneller ablaufen.

Auch Regierungspräsidentin Susanne Bay (Bündnis 90/Die Grünen) betont die Bedeutung leistungsfähiger Verteilnetze. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien speisten immer mehr dezentrale Anlagen Strom ein. Das stärke die regionale Wertschöpfung, stelle die Netze aber zugleich vor neue Herausforderungen. Deshalb setze sie sich für schnellere Planfeststellungsverfahren ein.

Leistungsfähige Stromversorgung vonnöten

Der Böblinger Landrat Roland Bernhard bezeichnet ausreichende Netzkapazitäten als wichtigen Standortfaktor. Ansiedlungen dürften nicht an fehlender Stromkapazität scheitern. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und die Transformation der Wirtschaft seien auf eine leistungsfähige Stromversorgung angewiesen.

Der Esslinger Landrat Marcel Musolf (Freie Wähler) verweist auf den steigenden Strombedarf von Industrie und Gewerbe. Ein zügiger und bedarfsgerechter Netzausbau sei eine zentrale Voraussetzung für die Elektrifizierung und damit für die wirtschaftliche Transformation der Region.

Zu den Unterzeichnern gehören neben dem Verband Region Stuttgart Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart, mehrerer Landkreise und der Landeshauptstadt Stuttgart sowie die Netzbetreiber Netze BW, Syna und TransnetBW. Außerdem beteiligen sich mehrere Stadtwerke aus der Region, darunter die Stadtwerke Stuttgart, Fellbach, Böblingen, Ludwigsburg-Kornwestheim und Esslingen, ebenso wie regionale Energie- und Klimaschutzagenturen sowie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.





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