Freitag, 21. August 2026

BSW-SolarEEG-Zwischenziel erreicht

[21.08.2026] Deutschland hat das EEG-Zwischenziel von 128 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung für 2026 erreicht. Der BSW-Solar warnt jedoch, dass geplante Änderungen bei Förderung, Direktvermarktung und Redispatch den weiteren Ausbau bremsen könnten.

Deutschland hat das EEG-Zwischenziel von 128 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung für 2026 erreicht.

(Bildquelle: adobestock)

Die in Deutschland installierte Photovoltaik-Leistung hat im August die Marke von 128 Gigawatt peak überschritten und damit das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbauziel für 2026 erreicht. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur berichtet, sind inzwischen mehr als sechs Millionen Solarstromanlagen in Betrieb.

Solarstrom trug nach Angaben des Verbands bereits 2025 rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei. Der BSW-Solar sieht trotz des erreichten Zwischenziels jedoch Risiken für den weiteren Ausbau.

„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Bis 2030 müssen noch rund 87 Gigawatt Solarleistung hinzukommen. Dafür muss das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken.“

In den Jahren 2024 und 2025 kamen jeweils rund 17,5 Gigawatt peak Photovoltaik-Leistung hinzu. Um das gesetzliche Ziel von 215 Gigawatt peak im Jahr 2030 zu erreichen, müssten in den kommenden Jahren durchschnittlich rund 20 Gigawatt peak jährlich neu installiert werden. Bereits für 2028 sieht das EEG eine installierte Leistung von 172 Gigawatt peak vor. Bis 2040 soll die Solarleistung auf 400 Gigawatt peak steigen.

Der BSW-Solar fordert deshalb Änderungen an der vom Bundeskabinett beschlossenen EEG-Novelle 2027 und am Netzanschlusspaket. Der Verband kritisiert vor allem die geplanten Änderungen bei der Förderung kleiner Photovoltaikanlagen, weitergehende Pflichten zur Direktvermarktung und den teilweise vorgesehenen Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Abregelungen. Diese Regelungen könnten nach Einschätzung des Verbands Investitionen bremsen und die gesetzlichen Ausbauziele gefährden (wir berichteten).

„An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei. Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, so Körnig. „Wer jetzt die Bedingungen für neue Solaranlagen verschlechtert, riskiert einen Ausbauknick genau in dem Moment, in dem wir mehr Tempo brauchen. Statt neuer Investitionshürden benötigen wir einen beschleunigten Ausbau von Solarenergie und Speichern.“

Neben der Photovoltaik sieht der Verband auch beim Ausbau von Batteriespeichern weiteren Handlungsbedarf. Speicher können Strom aus Zeiten hoher Solarerzeugung aufnehmen und später wieder bereitstellen. Damit könnten sie dazu beitragen, wachsende Mengen an Solarstrom besser in Markt und Stromnetze zu integrieren.





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