Freitag, 9. Oktober 2026

Stadtwerke DessauSpatenstich für Großbatteriespeicher

[27.08.2026] Die Stadtwerke Dessau und enviaM planen in Dessau-Roßlau einen Großbatteriespeicher mit 34 Megawattstunden Speicherkapazität. Die Anlage soll ab Ende 2027 Stromhandel und Netzdienstleistungen verbinden und erneuerbare Energien besser ins Netz integrieren.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben die Stadtwerke Dessau und die enviaM-Gruppe ihr gemeinsames Projekt für einen Großbatteriespeicher in Dessau-Roßlau gestartet.

(Bildquelle: Stadtwerke Dessau)

Die Stadtwerke Dessau und die enviaM-Gruppe haben mit einem symbolischen ersten Spatenstich ihr gemeinsames Projekt für einen Großbatteriespeicher in Dessau-Roßlau gestartet. Wie die Stadtwerke Dessau berichten, soll die Anlage in Roßlau eine Speicherkapazität von rund 34 Megawattstunden und eine installierte Scheinleistung von etwa 14 Megavoltampere erreichen.

Für Entwicklung und Betrieb des Speichers gründeten die beiden Unternehmen 2025 die gemeinsame Projektgesellschaft AnhaltEcoStore. Die Anlage entsteht auf einer rund 1.100 Quadratmeter großen Fläche der Dessauer Stromversorgung direkt am Umspannwerk in Roßlau. Als Technologiepartner soll Intilion den Speicher errichten.

Der Baustart ist für Ende dieses Jahres vorgesehen. Die Beteiligten planen die Inbetriebnahme bis Ende 2027. Rein rechnerisch entspricht die Speicherkapazität dem Tagesbedarf von rund 4.500 Haushalten.

Technisch basiert die Anlage auf einem modularen Battery Energy Storage System mit Lithium-Ionen-Batterien. Sechs Batteriecontainer bilden den Speicher. Wechselrichter- und Transformatorstationen binden die einzelnen Speichereinheiten auf Mittelspannungsebene an das Stromnetz an. Eine zentrale Übergabestation verbindet die Module zu einem Gesamtsystem.

Der Speicher erhält als Stand-alone-Anlage einen eigenen Netzanschluss. Er kann damit Strom aus dem öffentlichen Netz aufnehmen und wieder einspeisen. Ein wichtiger Einsatzbereich soll der Stromhandel sein: Bei niedrigen Preisen nimmt der Speicher Energie auf, bei hoher Nachfrage und steigenden Preisen gibt er sie wieder ab.

Daneben soll die Anlage netzdienliche Aufgaben übernehmen. Sie kann überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen zwischenspeichern und bei Bedarf wieder bereitstellen. Das soll Netzengpässe verringern und helfen, Abregelungen erneuerbarer Erzeugungsanlagen zu vermeiden. Außerdem kann der Speicher Systemdienstleistungen wie Regelleistung bereitstellen.

„Die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie stellt neue Anforderungen an die Stromnetze. Batteriespeicher leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zur effizienten Integration erneuerbarer Energien“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dino Höll.

Die enviaM-Gruppe bündelt ihre Aufgaben im Projekt über die Tochtergesellschaft envia THERM. Das Unternehmen soll nach Angaben der Projektpartner Planung, Netzanschluss, Errichtung und Inbetriebnahme begleiten sowie Betriebsführung, Wartung und Vermarktung der Speicherkapazitäten übernehmen.

Mit dem Projekt investieren die Stadtwerke Dessau und enviaM in eine Speicheranlage, die sowohl am Strommarkt als auch für die Stabilisierung des Netzes eingesetzt werden soll. Für kommunale Energieversorger zeigt das Vorhaben damit einen möglichen Ansatz, Batteriespeicher mit Vermarktung und netzdienlichen Funktionen zu verbinden.





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