Freitag, 18. September 2026

EnBWOffshore-Windpark He Dreiht eingeweiht

[18.09.2026] Der Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee ist offiziell eingeweiht worden. Mit 64 Windenergieanlagen und 960 Megawatt Gesamtleistung handelt es sich um den bislang größten Offshore-Windpark Deutschlands.

Offshore-Windpark He Dreiht: 64 Windenergieanlagen verfügen jeweils über eine Leistung von 15 Megawatt.

(Bildquelle: EnBW/Rolf Otzipka)

Die EnBW Energie Baden-Württemberg hat gemeinsam mit ihren Projektpartnern Allianz, AIP Management und Norges Bank Investment Management den Offshore-Windpark He Dreiht eingeweiht. An der Einweihung nahm auch Bundesumweltminister Carsten Schneider teil. Wie EnBW mitteilt, ist der Windpark vollständig errichtet, erste Anlagen speisen bereits Strom ins Netz ein (wir berichteten). Die übrigen Turbinen sollen schrittweise angeschlossen, getestet und hochgefahren werden. 

He Dreiht liegt rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland. Seine 64 Windenergieanlagen vom Typ Vestas V236-15.0 MW verfügen jeweils über eine Leistung von 15 Megawatt (MW). Insgesamt kommt der Windpark damit auf 960 MW. Nach Angaben von EnBW entspricht seine künftige Stromproduktion rechnerisch dem Jahresverbrauch von rund 1,1 Millionen Haushalten.

„He Dreiht ist die größte Einzelinvestition der EnBW im Bereich der Erneuerbaren. Und auch ein perfektes Beispiel, wie sich erneuerbare Energie am Markt durchsetzen kann, wenn die Rahmenbedingungen passen“, erklärte EnBW-Vorstandsvorsitzender Georg Stamatelopoulos anlässlich der Einweihung. Bundesumweltminister Carsten Schneider bezeichnete das Projekt als starkes Zeichen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und verwies auf das wirtschaftliche Potenzial der Offshore-Windenergie für die Küstenregionen und Deutschland.

Investition von 2,4 Milliarden Euro

Nach Unternehmensangaben beläuft sich die Investitionssumme für He Dreiht auf rund 2,4 Milliarden Euro. EnBW hält über eine Projektgesellschaft 50,1 Prozent der Anteile. Die übrigen 49,9 Prozent gehören einem Konsortium aus Allianz Global Investors im Namen von Allianz-Gesellschaften, AIP Management und Norges Bank Investment Management.

Einweihung des Windparks. (v.l.: Peter Heydecker, Vorstand EnBW; Katharina Fegebank, Umweltsenatorin Hamburg; Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Hamburg; Carsten Schneider, Bundesumweltminister; Georg Stamatelopoulos, Vorstandsvorsitzender EnBW) Foto: EnBW/Rolf Otzipka

Eine Besonderheit des Projekts ist seine Finanzierung. EnBW erhielt bereits 2017 in der ersten Ausschreibungsrunde für Offshore-Windparks den Zuschlag für He Dreiht, ohne einen Anspruch auf staatliche Förderung. Stattdessen setzt das Projekt auf langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA). Zu den Abnehmern gehören laut EnBW unter anderem Evonik, Google, die Telekom-Tochter PASM, Fraport, Bosch, Salzgitter, die SHS Stahl-Holding Saar, Deutsche Bahn und DHL Group.

Die Dimensionen des Windparks sind beträchtlich: Die Rotoren der Anlagen haben einen Durchmesser von 236 Metern. Bei einer Nabenhöhe von 142 Metern überstreicht jeder Rotor nach Angaben des Energieversorgers eine Fläche von rund 44.000 Quadratmetern. Eine einzige Rotorumdrehung könne rechnerisch den täglichen Strombedarf von vier Haushalten decken.

Bau seit Mai 2024

Mit dem Bau des Windparks wurde im Mai 2024 begonnen. Zu Spitzenzeiten waren nach Angaben von EnBW mehr als 500 Menschen und über 60 Schiffe an dem Projekt beteiligt. Die 64 Fundamente wurden in Deutschland gefertigt, weitere Bauteile kamen aus Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und Polen. Als Basishäfen für die Errichtung dienten Esbjerg in Dänemark und Eemshaven in den Niederlanden.

Für den Netzanschluss ist der Übertragungsnetzbetreiber TenneT verantwortlich. Der erzeugte Strom wird über eine Offshore-Plattform und zwei Seekabel an die Küste transportiert. Wann sämtliche Anlagen den Regelbetrieb aufnehmen, nennt EnBW noch nicht konkret. Nach aktuellem Planungsstand soll He Dreiht jedoch in den kommenden Monaten vollständig in Betrieb gehen.

Parallel plant EnBW bereits weitere Offshore-Projekte. Dazu zählen Dreekant mit einer vorgesehenen Leistung von einem Gigawatt in der deutschen Nordsee sowie das 2,9-GW-Projekt Morven vor der schottischen Küste. Bis 2030 sollen nach den Plänen des Unternehmens rund 80 Prozent seines Erzeugungsportfolios auf erneuerbaren Energien basieren.

Alexander Schaeff




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