WindenergieAuktionsmodell für Windparks
Das Beratungsunternehmen BET hat mehrere Vorschläge für eine wettbewerbliche und liquide Ausschreibung von Windkraftanlagen vorgelegt.
(Bildquelle: Karl-Heinz Laube / pixelio.de)
Erneuerbare-Energien-Projekte werden nach dem Willen der Bundesregierung künftig per Bieterwettbewerb vergeben. Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wurde bereits die erste Ausschreibung durchgeführt (21272+wir berichteten). Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel arbeitet sein Haus „mit Hochdruck“ an Regelungen für weitere erneuerbare Energien. Hilfestellung könnte ein Gutachten geben, das vom Beratungsunternehmen BET im Auftrag des baden-württembergischen Umweltministeriums gemeinsam mit den Würzburger Professoren Peter Bofinger und Markus Ludwigs erarbeitet wurde. Der Vorschlag für ein Ausschreibungsmodell für Windenergie an Land kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kombination von drei Maßnahmen erforderlich ist, damit eine wettbewerbliche und liquide Ausschreibung zustande kommt:
● eine Anpassung des Referenzertragsmodells, nach dem die Windenergieanlagen ihre Förderung je nach Standort erhalten,
● ein Ausschreibungsmechanismus für eine regional ausgewogene Verteilung des künftigen Windenergieausbaus,
● ein gesonderter Mechanismus zur Preisfestlegung für kleinere Projektentwickler und Bürgerenergiegenossenschaften.
Regionalisierte Ausschreibung
Die Anpassungen am Referenzertragsmodell sehen eine Staffelung der Dauer der Vergütung vor. Demnach erhalten Standorte, die 70 Prozent des Referenzertrags bringen, für 20 Jahre eine Anfangsvergütung. Für windhöffigere Standorte wird die Dauer entsprechend abgesenkt. Die Höhe der Anfangsvergütung und damit die grundsätzliche Rentabilität des Windparks bestimmt sich über den in der Auktion ermittelten Gebotspreis und ist damit nicht Bestandteil der Anpassungen. Da auch ein angepasstes Referenzertragsmodell einen ausgewogenen Ausbau der Windenergie nicht sicherstellen kann, schlagen die Gutachter eine Regionalisierung vor. Danach soll Deutschland in zwei Teilräume aufgeteilt werden, denen jeweils eine Mindestquote am Zubau zugeschrieben wird. Damit möglichst viele Akteure an den Ausschreibungen teilnehmen können, sollen zudem kleinere Projektentwickler und Bürgergenossenschaften eine Zuschlagsgarantie erhalten. Sie können an der Auktion teilnehmen, ohne eine Vergütungsforderung zu nennen. Ihre angebotene Leistung wird berücksichtigt und sie erhalten den Preis des letzten bezuschlagten Gebots.
Dieser Beitrag ist in der Juli/August-Ausgabe von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...
Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins
[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...
Naturstrom: Weniger Negativpreise
[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...
TenneT: Bund steigt ein
[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...
BDEW/ZSW: BDEW/ZSW
[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...
Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung
[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...
Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle
[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...
Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang
[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...
Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden
[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit
[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse
[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...
BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens
[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet
[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...
















