VKUKurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

Der VKU fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie.
(Bildquelle: akz/123rf)
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) verlangt einen Realitätscheck beim Ausbau der Windenergie auf See. Wie der VKU anlässlich des Nordsee-Gipfels mitteilt, müsse der Offshore-Ausbau stärker auf bezahlbaren Strom, effiziente Netznutzung und wirtschaftlich tragfähige Investitionen ausgerichtet werden. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing erklärte, Ziel sei ein Ausbau, „der bezahlbaren Strom liefert und Investitionen verantwortbar macht“. Dafür brauche es klare Leitplanken, darunter eine Begrenzung des Netzausbaus durch Überbauung, die Vermeidung von Verschattungseffekten zwischen Windparks sowie eine Reform der Ausschreibungsverfahren.
Warnung vor steigenden Systemkosten
Nach Angaben des Verbands erreichen die geplanten Investitionen in Offshore-Windkraft einschließlich Netzanbindung ein Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro. Liebing zufolge müssten Offshore-Anlagen deutlich mehr Volllaststunden erzielen als moderne Windkraftanlagen an Land, um dieses Geschäftsmodell zu tragen. In der Praxis werde dieses Ziel jedoch häufig verfehlt. Gleichzeitig verzeichne die Branche starke Kostensteigerungen sowohl beim Ausbau der Übertragungsnetze als auch bei der Errichtung von Offshore-Anlagen. Diese Entwicklung betreffe nicht nur Deutschland, sondern sei europaweit und international zu beobachten. In der Folge scheiterten derzeit zahlreiche Projekte. Da der Netzausbau auf See und an Land eine zwingende Voraussetzung für zusätzliche Offshore-Leistung sei, warnt der VKU vor steigenden Systemkosten. Diese könnten sich laut Liebing über einen Zeitraum von 20 Jahren auf mehr als 200 Euro pro Megawattstunde summieren.
Ehrliche Bestandsaufnahme
Der Verband fordert daher eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine klare Priorisierung. Der Netzausbau solle auf unvermeidbare Projekte beschränkt bleiben, während die Auslastung bestehender Infrastruktur maximiert werde. Zudem spricht sich der VKU für wettbewerbsorientiertere Ausschreibungen aus, die auch kleineren Akteuren Marktzugang ermöglichen. Damit lasse sich das Risiko großer Projektbündel verringern, die bei einem Scheitern erhebliche Auswirkungen auf den Ausbaupfad hätten. Für die Deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone plädiert der Verband für eine system- und kosteneffiziente Planung.
Inhaltlich setzt der VKU auf Entzerrung statt weitere Verdichtung der Offshore-Flächen. Eine stärkere Koordinierung mit den Anrainerstaaten der Nordsee und gemeinsame Projekte könnten Erträge steigern und Netzkapazitäten besser nutzen. Liebing verwies darauf, dass gegenseitige Verschattung die Stromerträge spürbar mindere und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlagen beeinträchtige. Aus Sicht des VKU sei eine Zielgröße von 45 bis 50 Gigawatt installierter Leistung in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone realistisch und verantwortbar.
Richtige Weichenstellung
Positiv bewertet der Verband jüngste Schritte des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie der Bundesregierung. Die Vorgaben zur Überbauung von Netzanschlusspunkten und die stärkere Ausrichtung auf höhere Netzauslastung wertet der VKU als richtige Weichenstellungen. Nach Darstellung des Verbands zeigten diese Ansätze, dass Effizienzgewinne möglich seien, ohne den Ausbau allein über zusätzliche Flächen und Kapazitäten zu treiben.
Auch an Land sieht der VKU erheblichen Handlungsbedarf. Der Strom aus Offshore-Windparks gelange erst nach der Umspannung auf 110-Kilovolt-Verteilnetze und niedrigere Spannungsebenen zu den Verbrauchern. Diese Netze müssten vielerorts kurzfristig verstärkt werden. Der Verband fordert dafür schnellere und praxistauglichere Genehmigungsverfahren, insbesondere für die Ertüchtigung bestehender Trassen. Der Schwerpunkt solle auf der Modernisierung vorhandener Infrastruktur liegen, nicht auf dem Neubau zusätzlicher Leitungen.
Insgesamt wirbt der VKU für eine Offshore-Strategie, die technische Machbarkeit, wirtschaftliche Vernunft und europäische Abstimmung verbindet. Nach Darstellung des Verbands müsse die Energiewende nicht nur schneller, sondern vor allem bezahlbar und dauerhaft tragfähig umgesetzt werden.
Artenschutz: Erprobung von Anti-Kollisionssystem
[03.09.2026] Das ZSW erprobt ein mobiles, KI-gestütztes Anti-Kollisionssystem für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen. Gemeinsam mit ABO Energy soll der Bird- und BatRecorder 2.0 unter realen Bedingungen Daten für einen artenschutzgerechteren Windparkbetrieb liefern. mehr...
Bundesregierung: Windenergie-auf-See-Gesetz beschlossen
[03.09.2026] Das Bundeskabinett hat die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen. VKU und BDEW begrüßen wichtige Änderungen, fordern aber Nachbesserungen bei Ausschreibungen, Netzanbindung und bereits vergebenen Projekten. mehr...
JUWI: Fünf neue Anlagen am Netz
[01.09.2026] Im Landkreis Warendorf speisen fünf neue Windenergieanlagen Strom ins Netz ein. Der Windpark Sassenberg-Füchtorfer Moor II soll jährlich knapp 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. mehr...
Trianel: Windpark Borkum stabilisiert Stromnetz
[31.08.2026] Der Trianel Windpark Borkum I nimmt mit rund 70 Megawatt Leistung am Regelenergiemarkt teil. Seit Juli 2026 stellt der Offshore-Windpark negative Sekundärregelleistung bereit und kann dafür seine Einspeisung auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers automatisch reduzieren. mehr...
Schleswig-Holstein: Zehn GW Windenergieleistung an Land
[27.08.2026] Schleswig-Holstein hat erstmals mehr als zehn Gigawatt Windenergieleistung an Land installiert. Das Land will den Ausbau nun mit Blick auf die geplante EEG-Novelle weiter absichern. mehr...
Windenergie: Richtung tragfähiger Märkte
[25.08.2026] In einem schwierigen Marktumfeld stellt sich das Unternehmen JUWI neu auf und setzt auf Effizienz und internationale Wachstumsprojekte. Dazu gehören eine neue Organisationsstruktur sowie die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle. mehr...
Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß
[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...
Windenergie: Akzeptanz schaffen
[17.08.2026] Mit dem Windprojekt Schäferköppel realisiert Mainova derzeit den ersten Windpark auf Frankfurter Gemarkung. Das Projekt zeigt, welche Rolle interkommunale Zusammenarbeit, regionale Verankerung und Bürgerbeteiligung für den Ausbau erneuerbarer Energien spielen. mehr...
EnBW: Bau von Offshore-Windpark abgeschlossen
[17.08.2026] Beim Offshore-Windpark He Dreiht sind alle 64 Windkraftanlagen mit jeweils 15 Megawatt Leistung installiert. Der 960-Megawatt-Park soll noch im Spätsommer vollständig in Betrieb gehen, allerdings läuft nach einem Rotorblattschaden Ende Juli noch eine Untersuchung. mehr...
Windenergie: Weniger ist mehr
[12.08.2026] Der Repowering-Windpark Elster zählt zu den größten Projekten dieser Art in Europa. Er zeigt, wie Kommunen, Betreiber und regionale Energieakteure bestehende Windstandorte neu bewerten können. mehr...
Kreis Steinfurt: Bürgerwind sichert Wertschöpfung vor Ort
[11.08.2026] Im Kreis Steinfurt soll Bürgerwind dafür sorgen, dass ein größerer Teil der Wertschöpfung aus Windenergie in der Region bleibt. Kommunen, Bürger, Banken und Unternehmen sind dabei über ein regionales Netzwerk in die Projekte eingebunden. mehr...
Rheinland-Pfalz: Kommunale Anstalt für Flächenpooling
[11.08.2026] Die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern bündelt Flächen für den Ausbau der Windenergie und hat dafür eine kommunale Anstalt gegründet. Mehr als 80 Verhandlungsmandate stärken die Position der Kommune gegenüber Projektentwicklern und sollen regionale Wertschöpfung sichern. mehr...
Dardesheim: Glücksfall Windpark
[10.08.2026] Windenergie schafft Akzeptanz, wenn ihre Wertschöpfung vor Ort ankommt. Der BürgerEnergiePark Druiberg in Dardesheim zeigt, wie kommunale Förderung, Bürgerstrom und finanzielle Beteiligung ein nahezu konfliktfreies Repowering-Projekt möglich machen. mehr...
Ingstetten: Repowering von Windpark
[10.08.2026] Qualitas Energy hat mit dem Repowering des Windparks Ingstetten in Baden-Württemberg begonnen. Sechs neue Windenergieanlagen mit zusammen 42 MW Leistung sollen ab Ende 2027 deutlich mehr Strom liefern als die bisherigen Anlagen. mehr...
Advertorial: WindEnergy Hamburg 2026 – Lösungen für die Energieversorgung von morgen
[05.08.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt Stadtwerke, Netzbetreiber und Energieversorger vor neue Herausforderungen. Themen wie Netzausbau, Energiespeicherung, Wasserstoff und Digitalisierung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Vom 22. bis 25. September 2026 bringt die WindEnergy Hamburg die internationale Windenergiebranche zusammen und bietet eine Plattform für den Austausch über Lösungen für eine sichere, nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung. mehr...















