Donnerstag, 23. April 2026

BDEWStellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten.

Aus Brüssel liegt die Zustimmung für den Neubau von zehn Gigawatt Langfristkapazität sowie für zwei Gigawatt technologieoffener gesicherter Leistung bis 2031 vor.

(Bildquelle: RWE)

Bundesregierung und EU-Kommission haben eine Einigung über zentrale Eckpunkte der Kraftwerksstrategie erzielt. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilt, bewertet der Verband die Verständigung als überfälligen Schritt zur Stärkung der Versorgungssicherheit und des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Nach Angaben des BDEW sollen die erneuerbaren Energien als tragende Säule der Stromerzeugung künftig stärker durch steuerbare Leistung ergänzt werden. Vorgesehen sind Ausschreibungen für neue Anlagen ab 2026 sowie technologieoffene Ausschreibungen für Neu- und Bestandsanlagen in den Jahren 2027 und 2029 mit dem Zieljahr 2031. Diese Verfahren sollen den Gesamtbedarf an gesicherter Leistung für 2031 adressieren.

Zustimmung aus Brüssel

Zudem ist geplant, den Umstieg von Gaskraftwerken auf Wasserstoff durch separate Ausschreibungen ab 2027 zu fördern. Der BDEW zufolge soll dieses Instrument Investitionsrisiken reduzieren, die aus einem starren Umstiegsdatum auf Wasserstoff entstehen könnten. Aus Brüssel liegt nach Verbandsangaben die Zustimmung für den Neubau von zehn Gigawatt Langfristkapazität sowie für zwei Gigawatt technologieoffener gesicherter Leistung bis 2031 vor. Damit sei ein erster Schritt auf dem Weg zu insgesamt 22 Gigawatt gesicherter Leistung erreicht. Die Bundesnetzagentur hatte in ihrem Monitoringbericht zur Versorgungssicherheit vom September 2025 einen entsprechenden Bedarf bestätigt.

Der Verband fordert zugleich, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zügig ein einfaches und technologieoffenes Kapazitätsmarktmodell für die Zeit ab 2032 festlegt. Dieses müsse mit den im Rahmen der Kraftwerksstrategie geplanten Ausschreibungen kompatibel sein und zusätzliche Investitionen in flexible Erzeugung, Speicher sowie bestehende Anlagen wie Biogas-, KWK- und Wasserkraftwerke ermöglichen. Der BDEW verweist in diesem Zusammenhang auf seinen Vorschlag eines Integrierten Kapazitätsmarktes, bei dem der Staat das gewünschte Sicherheitsniveau definiert und der Markt die notwendigen Investitionen bereitstellt.

Zügiges Gesetzgebungsverfahren

Damit Unternehmen mit der konkreten Planung beginnen können, drängt der Verband auf ein zügiges Gesetzgebungsverfahren. Nach Einschätzung des BDEW sollte das parlamentarische Verfahren möglichst noch vor dem Sommer abgeschlossen werden. Erst danach könne die endgültige beihilferechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission sowie die praktische Umsetzung der Ausschreibungen durch die Bundesnetzagentur erfolgen. Eine rechtssichere Ausgestaltung der Beihilfen gilt aus Sicht der Branche als Voraussetzung für langfristige Investitionsentscheidungen.

Vor dem Hintergrund des geplanten Kohleausstiegs betont der Verband zudem die Bedeutung eines schnellen Ausbaus H2-fähiger Gaskraftwerke. Bis 2038 scheiden nach Angaben des BDEW kontinuierlich steuerbare Erzeugungskapazitäten aus dem Markt aus, insbesondere durch die Stilllegung von Kohle- und älteren Gaskraftwerken. Da der Bau neuer Anlagen mehrere Jahre in Anspruch nimmt, sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf, um Versorgungslücken zu vermeiden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung

[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...

Gas- und Dampfkraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf mit moderner Industriearchitektur, großem verglasten Turm und Schornstein auf dem Betriebsgelände bei Tageslicht.

BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie

[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...

BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern

[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...

BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung

[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...

Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung

[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...

Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert

[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...

Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor

[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Umsetzung der Wärmewende in Gefahr

[30.03.2026] Deutschlands Kommunen warnen vor einem finanziellen Kollaps, der Investitionen in die Wärmewende ausbremst. Ohne grundlegende Reformen und verlässliche Förderstrukturen drohen Planung und Umsetzung vor Ort ins Stocken zu geraten. mehr...

Gaspaket: Lob und Kritik von Branchenverbänden

[26.03.2026] Drei Branchenverbände bewerten den Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoffbinnenmarkt grundlegend unterschiedlich. Ihre Stellungnahmen zeigen, wo es beim Umbau der Gasnetze zu Biomethan und Wasserstoff noch hakt und welche Nachbesserungen sie fordern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Naturstrom: Umfrage zur Energiepolitik veröffentlicht

[18.03.2026] Eine große Mehrheit der Bevölkerung bewertet die Energiepolitik der Bundesregierung negativ und lehnt zentrale Reformpläne ab. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zeigen wachsende Skepsis gegenüber Solar- und Heizungsentscheidungen – mit möglichen Folgen für Investitionen und Akzeptanz der Energiewende. mehr...

Hauptverwaltung des Energieversorgers Badenova in Freiburg mit moderner Glasfassade, Eingangsbereich und Skulptur vor dem Gebäude.

Badenova: Forderungskatalog nach Landtagswahl

[13.03.2026] Nach der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg fordert der Energieversorger Badenova ein schnelleres Vorgehen bei der Energie- und Wärmewende. Das kommunale Unternehmen hat dazu ein Papier mit zwölf Punkten vorgelegt. Darin geht es unter anderem um Finanzierung, Genehmigungen, Wärmenetze und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...