Heidelberg/SchönauAusschreibung einer Windkraft-Fläche

Grafik von der vorgesehenen Potenzialfläche zwischen Ziegelhausen und Schönau für die Errichtung von Windkraftanlagen.
(Bildquelle: ForstBW)
Die Anstalt öffentlichen Rechts ForstBW hat jetzt angekündigt, dass sie im Frühjahr dieses Jahres eine Potenzialfläche zwischen Ziegelhausen und Schönau für die Errichtung von Windkraftanlagen öffentlich zur Pacht anbieten wird. Wie ForstBW, die Stadt Heidelberg und Schönau in einer gemeinsamen Pressemeldung bekanntgeben, können interessierte Betreiber sich dann mit einem Angebot zur Nutzung der Fläche bei ForstBW bewerben.
Die Fläche liege zum Großteil im Bereich nördlich des Weilers Hasselbacherhof in Schönau sowie in den Bereichen Münchel und Lärchengarten in der Kammlage zwischen Heidelberg und Schönau. Circa 400 Hektar befänden sich auf Schönauer Gemarkung und knapp 200 Hektar auf Heidelberger Gebiet. Die Areale seien vollständig im Eigentum des Landes.
Änderung rechtlicher Vorgaben
Die rechtlichen und politischen Vorgaben des Landes seien in den vergangenen Monaten in mehreren Punkten geändert worden, um den Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg voranzutreiben. Eine Fläche zwischen Heidelberg und Schönau sei bereits in der Vergangenheit untersucht, vom Nachbarschaftsverband jedoch nicht weiterverfolgt worden. Das Land könne als Eigentümerin der Waldflächen die Ausschreibung ohne Zustimmung der Kommunen oder des Nachbarschaftsverbands vornehmen. Die beteiligten Behörden betonten, dass damit noch keine Genehmigung von Windkraftanlagen verbunden sei. Mit der Veröffentlichung der Potenzialfläche suche das Land zunächst interessierte Betreiber von Windrädern auf der betreffenden Fläche. Dem Gewinner des Angebotsverfahrens obliege es dann, konkrete Umsetzungspläne auszuarbeiten und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Nur wenn ihm dies gelingt, könne er – gegebenenfalls unter entsprechenden Auflagen – auf der ausgeschriebenen Fläche Windkraftanlagen errichten.
Sehr gut geeignete Fläche
Laut ForstBW handelt es sich bei dieser Fläche nach eingehender Prüfung um eine für die Windkraftnutzung sehr gut geeignete Fläche und einen wichtigen Baustein zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Bereits seit 2012 stelle ForstBW landesweit Staatswaldflächen für die Windkraftnutzung zur Verfügung. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung von 2021 sei das Ziel formuliert worden, dass in Baden-Württemberg 1.000 Windenergieanlagen entstehen sollen und der Staatswald hierfür Flächen für rund 500 Anlagen bereitstellen soll. In einer seit dem Jahr 2021 intensivierten Vermarktungsoffensive habe ForstBW bislang bereits 19 Windkraftstandorte angeboten. Die Kammlage zwischen Heidelberg und Schönau biete sowohl bezüglich ihrer Windhöffigkeit (überwiegend über 250 Watt pro Quadratmeter), ihrer langgestreckten Nord-Südausrichtung sowie der Größe von rund 550 Hektar Planungsfläche (Potenzialflächen) für mögliche Windenergieanlagen hervorragende Voraussetzungen. Sie zähle damit zu den herausgehobenen Standorten in den Staatswäldern des Landes, bei denen keine bekannten Hindernisse gegen eine Windkraftnutzung sprechen.
Umfangreiche Gutachten
Von ForstBW werde diese Fläche zunächst bereitgestellt und an einen Projektierer verpachtet. Dieser lege auf der Grundlage umfangreicher Gutachten etwa zum Artenschutz, zur Ermittlung der exakten Windhöffigkeit und zu Erschließungsmöglichkeiten mit den vorhandenen Zuwegungen erst fest, ob und wo die einzelnen Windenergieanlagen entstehen können. ForstBW lege großen Wert darauf, die Standortkommunen rechtzeitig vor einer Ausschreibung der Fläche über das Vorhaben und die Hintergründe zu informieren und begrüße es sehr, dass beide Städte, Heidelberg und Schönau, die Notwendigkeit eines Windkraftausbaus unter den Vorzeichen der Energiewende, zunehmender Autarkie und der Klimakrise ebenfalls sehen.
ForstBW werde diese Windkraftflächen nun zeitnah in einem Angebotsverfahren veröffentlichen. Ausgewertet werde es voraussichtlich im 2. Quartal. Dann könnte im Jahr 2024 die Gutachtenerstellung durch die Projektierer erfolgen und sich das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren anschließen. Windräder würden sich frühestens wohl erst im Jahr 2026 drehen. Weitere detailliertere Informationen erfolgten bei solchen Windkraftprojekten durch den Projektierer, der dann während seiner Planungsphase auch konkretere Angaben machen kann und die Öffentlichkeit informiert.
KEA-BW: Kostenlose Ersteinschätzung des Windenergiepotenzials
[27.05.2026] Die KEA-BW bietet Kommunen in Baden-Württemberg eine kostenlose Ersteinschätzung ihres Windenergiepotenzials an. Das neue Angebot soll Städten, Gemeinden und Landkreisen helfen, Vorrangflächen besser zu bewerten und Windkraftprojekte früher zu steuern. mehr...
Branchentag Windenergie NRW: Energiewende mit System
[27.05.2026] Der 18. Branchentag Windenergie NRW stellt die Systemfragen der Energiewende in den Mittelpunkt. Am 30. Juni und 1. Juli 2026 diskutieren Politik, Industrie und Energiewirtschaft in Neuss über Netze, Speicher, KI, Finanzierung und die Rolle der Windenergie im künftigen Energiesystem. mehr...
Landkreis Haßberge: Gemeinden planen Bürgerwindpark
[22.05.2026] Die Gemeinden Aidhausen, Riedbach und Königsberg in Bayern wollen gemeinsam mit Green Planet Energy einen Bürgerwindpark im Landkreis Haßberge entwickeln. Geplant sind bis zu elf Windenergieanlagen. Kommunen und Bürgerinnen und Bürger sollen sich finanziell beteiligen können. mehr...
enercity Erneuerbare: Naturschutz bei Windparkprojekt
[18.05.2026] In den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch in Niedersachsen sollen zehn neue Windenergieanlagen errichtet werden. Das Unternehmen enercity Erneuerbare zeigt bei dem Projekt, wie der Windkraftausbau mit dem Naturschutz in Einklang gebracht werden kann. mehr...
JUWI: Deal mit Diehl-Gruppe abgeschlossen
[12.05.2026] JUWI hat den Windpark Gundersweiler 2 mit vier Vestas-Anlagen an die Diehl-Gruppe verkauft. Das Projekt in Rheinland-Pfalz soll ab kommendem Sommer Strom für rund 25.000 Haushalte liefern und stärkt den Ausbau der Eigenerzeugung bei dem Industriekonzern. mehr...
Stadtwerke Münster: Start von Bürgerbeteiligung an Windenergieanlage
[07.05.2026] Die Stadtwerke Münster öffnen die Finanzierung ihrer neuen Windenergieanlage in Lemgo für Bürgerinnen und Bürger. Ab 11. Mai können Anwohner und später auch Stromkunden in das 5,7-Megawatt-Projekt investieren und sich eine feste Verzinsung sichern. mehr...
EnBW: Pionierarbeit in der Ostsee
[05.05.2026] Der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands ist seit 15 Jahren am Netz. Nach Angaben des Betreibers EnBW liefert die Anlage weiterhin stabile Erträge und versorgt rechnerisch viele Haushalte mit Strom. mehr...
Stadtwerke Tübingen: Erster regionaler Windpark in Betrieb
[04.05.2026] Die Stadtwerke Tübingen haben ihren ersten regionalen Windpark bei Sonnenbühl technisch in Betrieb genommen. Fünf Anlagen liefern nun Strom für rund 9.000 Haushalte und markieren einen wichtigen Schritt beim Ausbau kommunaler Erzeugungskapazitäten in Baden-Württemberg. mehr...
JUWI: Repowering in Minfeld
[02.04.2026] Im Landkreis Germersheim sind zwei neue Windkraftanlagen in Betrieb genommen worden. Sie ersetzen vier ältere Anlagen und werden deutlich mehr Strom erzeugen. Laut den Betreibern steigt der Ertrag des Windparks dadurch erheblich. mehr...
Bundesnetzagentur: Windkraft-Ausschreibung deutlich überzeichnet
[01.04.2026] Die Nachfrage nach neuen Windkraftprojekten in Deutschland bleibt hoch. So war die jüngste Ausschreibung mehr als doppelt überzeichnet. Branchenvertreter sehen darin ein Signal für zusätzliche Ausbaupotenziale. mehr...
Bundesrat: Initiative für mehr Windkraft
[30.03.2026] Der Bundesrat hat eine Initiative zur Förderung der Windenergie an Land beschlossen. Noch im Jahr 2026 soll eine Sonderausschreibung über 5.000 Megawatt erfolgen. Mehrere Bundesländer unterstützen den Vorstoß. Auch vom BDEW kommt Zustimmung. mehr...
Uniper: Stadtwerke Wolfenbüttel erhalten Windstrom
[30.03.2026] Uniper liefert künftig Windstrom aus Niedersachsen exklusiv an die Stadtwerke Wolfenbüttel. Der Vertrag soll regionale Ökostromangebote stärken und zeigen, wie Post-EEG-Windparks wirtschaftlich weiterbetrieben werden können. mehr...
NRW: Tool zur Artenschutzprüfung soll Genehmigungsverfahren verkürzen
[27.03.2026] Nordrhein-Westfalen führt ein digitales Tool ein, das Artenschutzprüfungen für Windenergieanlagen automatisiert erstellt. Das soll Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen und den Ausbau der Windkraft bei gleichbleibenden Schutzstandards beschleunigen. mehr...
Frankfurt am Main: Infrastruktur für Windpark entsteht
[25.03.2026] Mainova hat jetzt mit den Erschließungsarbeiten für den Windpark Schäferköppel im Norden Frankfurts begonnen. Das Projekt schafft die Grundlage für vier leistungsstarke Anlagen und soll ab 2027 regionalen Grünstrom liefern. mehr...
Badenova: Bau des Windparks Sirnitz/Dreispitz gestartet
[25.03.2026] Der Bau des Windparks Sirnitz/Dreispitz mit fünf Großanlagen startet mit der Fundamentierung. Das Projekt soll ab Ende 2026 klimafreundlichen Strom für rund 50.000 Menschen liefern und markiert einen wichtigen Schritt für die regionale Energiewende. mehr...
















