NorddeutschlandBeratungen zu Wasserstoff
Die norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind jetzt in Berlin zusammengekommen, um auf der Veranstaltung „Wasserstoff im Norden: Wir sichern die Infrastruktur für morgen“ über die entscheidenden Themen zur Entwicklung einer grünen Wasserstoffinfrastruktur zu diskutieren. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, verfügen die norddeutschen Länder über einzigartige Standortvorteile. Mit ihren Seehäfen, großen Erzeugungskapazitäten für Strom aus erneuerbaren Quellen und den unterirdischen Formationen zur Speicherung von Wasserstoff spielen sie eine entscheidende Rolle im Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft für ganz Deutschland.
Möglichkeit fachlichen Austauschs
Die Plattform, zu der Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) eingeladen hatte, habe den nördlichsten Staatssekretärinnen und -sekretären, Staatsräten sowie Experten aus Wirtschaft, Verbänden und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit des fachlichen Austausches zum Thema Wasserstoff geboten. Gemeinsam diskutierten sie die notwendigen Schritte zur Sicherung der dafür benötigten Infrastruktur und Versorgung der Industrie.
Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt erklärte: „Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Wasserstofferzeugungsanlagen und Speicher hier im Norden entstehen und Investitionsentscheidungen auch aus der privaten Wirtschaft planungssicher gefällt werden können.“ Auskünften des Ministeriums zufolge wurde auf Antrag von Schleswig-Holstein bei der Energieministerkonferenz Mitte Mai einstimmig erklärt, dass Anreize für eine netzdienliche Betriebsweise bei den Netzentgelten und eine Stärkung der CO2-Bepreisung erforderlich sind.
Umrüstung auf Wasserstoff-Speicherung
Niedersachsens Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung Frank Doods (SPD) betonte die besondere Bedeutung Norddeutschlands bei der Speicherung von Wasserstoff: „Bereits heute befindet sich ein großer Teil der Kavernen in Norddeutschland. Bisher genutzt für die Speicherung von Erdgas müssen diese Kavernen in den kommenden Jahren auf die Speicherung von Wasserstoff umgerüstet werden. Damit aber nicht genug. Wir gehen davon aus, dass sich der Speicherbedarf in den kommenden Jahrzehnten mindestens verdoppeln wird. Bei diesen Herausforderungen ist es wichtig, dass der Bund jetzt schnellstmöglich die angekündigte Speicherstrategie vorlegt und dabei die Länder beteiligt. Denn es wird entscheidend darauf ankommen, die notwendige Akzeptanz zu gewinnen. Ausreichende Kavernenspeicher sind schließlich eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Hier sollten wir deshalb bestmöglich zusammenarbeiten.“
Bremens Staatsrätin für Wirtschaft Maike Frese stellte fest: „In Norddeutschland wird erneuerbare Energie und zukünftig grüner Wasserstoff nicht nur produziert, sondern in hohem Maße auch nachgefragt. Dies ist ein Vorteil für die Wasserstoffwirtschaft beim Hochlauf, weil ein großes Abnahmevolumen von Beginn an vor Ort vorhanden ist. Und es ist ein Vorteil für die Industrie in einer etablierten Wasserstoffwirtschaft, weil grüne Energie und grüner Wasserstoff vor Ort perspektivisch günstige Energiepreise ermöglichen wird. Norddeutschland wird als Industriestandort perspektivisch attraktiver werden.“
Leistungsfähige Infrastruktur
Ines Jesse (SPD), Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, habe in ihrem Eingangsstatement die Bedeutung des Wasserstoffnetzes hervorgehoben. Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Nutzung umfasst, sei neben der Verfügbarkeit von wettbewerbsfähigem Wasserstoff eine leistungsfähige Infrastruktur. Neben den bereits im Entwurf der Fernnetzbetreiber für das Wasserstoffkernnetz vorgesehenen Leitungen in Norddeutschland betonte Staatssekretärin Jesse die Notwendigkeit einer besseren Ost-West-Verknüpfung im Wasserstoffkernnetz sowie die zeitliche Synchronisierung zwischen dem Ausbau des Wasserstoffkernnetzes und den IPCEI-Projekten (Important Project of Common European Interest) zum Thema Wasserstoff. „Für den erfolgreichen Hochlauf einer grünen Wasserstoffwirtschaft sind eine vorausschauend geplante und errichtete Wasserstofftransport- und -speicherinfrastruktur essenziell“, so Ines Jesse. „Die norddeutschen Länder setzen sich mit Nachdruck für den Bau des Kernnetzes und die Entwicklung einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft ein.“
Seeseitiger Import
Dem Ministerium zufolge ist ein weiteres relevantes Thema vor dem Hintergrund der enormen erwarteten Bedarfe der seeseitige Import von Wasserstoff und seinen Derivaten über die norddeutschen Häfen. Hamburgs Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof erklärte in diesem Zusammenhang: „In der Nationalen Hafenstrategie wird unseren Häfen eine wesentliche Rolle für die Energiewende in Deutschland zugewiesen. Den Aufbau seeseitiger Importinfrastrukturen können die Länder nicht allein stemmen und brauchen die Unterstützung von Bund und EU. Über die Terminals in den norddeutschen Häfen werden schließlich nicht nur Importe von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten sowie deren Verteilung nach ganz Deutschland ermöglicht, sondern auch Wertschöpfungspotenziale für die gesamte Volkswirtschaft geschaffen.“
Bundeshaushalt: Verbände fordern Geld für Wasserstoff
[30.04.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschaft und Kommunen verlangt neue Finanzhilfen für den Wasserstoffmarkt. Im Bundeshaushalt 2027 sollen nach Angaben der Verbände Mittel für Preisgarantien und staatliche Absicherungen eingeplant werden. Damit sollen Investitionen erleichtert und der stockende Markthochlauf beschleunigt werden. mehr...
Braunschweig: Großspeicher für Wasserstoff angeliefert
[30.04.2026] Am Forschungsflughafen Braunschweig entsteht mit neu angelieferten Metallhydridspeichern eine Forschungsanlage für bis zu 500 Kilogramm Wasserstoff. Die TU Braunschweig baut damit ihr H2-Terminal zu einem großskaligen Reallabor für Erzeugung, Verteilung und sichere Langzeitspeicherung von grünem Wasserstoff aus. mehr...
LENA: Online-Reihe zur Wasserstoffwirtschaft gestartet
[29.04.2026] Sachsen-Anhalt hat eine neue Online-Reihe zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mit großem Zuspruch gestartet. Zum Auftakt diskutierten mehr als 100 Fachleute, wie weit Infrastruktur, Elektrolyse und industrielle Anwendungen bereits sind – und wo Unternehmen noch auf Antworten warten. mehr...
Hamburg: tesa stellt auf grünen Wasserstoff um
[07.04.2026] tesa rüstet seine Produktion in Hamburg auf grünen Wasserstoff um und erhält dafür öffentliche Förderung. Der Anschluss an das Wasserstoffnetz HH-WIN ab 2027 markiert einen konkreten Schritt hin zur klimaneutralen Industrie. mehr...
Hamburger Energienetze: Tunnelvortrieb für Wasserstoffleitung
[30.03.2026] Hamburger Energienetze errichten einen 106 Meter langen Tunnelvortrieb unter der Hafenbahn, um eine Wasserstoffleitung zu verlegen. Das Projekt sichert den ungestörten Güterverkehr und schafft die Grundlage für die klimaneutrale Versorgung zentraler Industriestandorte ab 2027. mehr...
Saarland: PACT-H2 erhält Millionen-Förderung
[26.03.2026] Das grenzüberschreitende Wasserstoffprojekt PACT-H2 erhält rund drei Millionen Euro Förderung von der Europäischen Union. Das Vorhaben soll den Aufbau einer gemeinsamen Wasserstoffwirtschaft in der Großregion koordinieren und die Akzeptanz in der Bevölkerung stärken. mehr...
Entega: Land Hessen fördert Wasserstoffanlage
[16.03.2026] Für den Aufbau einer Wasserstoffproduktion auf dem Gelände des Darmstädter Müllheizkraftwerks erhält Entega rund 1,65 Millionen Euro vom Land Hessen. Die Förderung stammt aus EU-Strukturmitteln und wird über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen abgewickelt. mehr...
Koblenz: evm prüft Wasserstoff im Gasnetz
[12.03.2026] Die evm hat in Koblenz untersucht, ob die bestehenden Gasnetze für die Nutzung von Wasserstoff geeignet sind. Das Pilotprojekt lief eineinhalb Jahre. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für künftige Entscheidungen über den Umbau der Gasversorgung dienen. mehr...
Saarland: ZeMA übernimmt Wasserstoffinfrastruktur von Bosch
[05.03.2026] Das ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik übernimmt die Wasserstoff-Infrastruktur von Robert Bosch in Homburg für Forschungszwecke. Damit startet das Land das 22,5-Millionen-Euro-Projekt HyCATT und schafft die Basis für praxisnahe Tests entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette. mehr...
Hamburg: Digitaler Wasserstoffmarktplatz veröffentlicht
[27.02.2026] Erneuerbare Energien Hamburg hat einen digitalen Wasserstoffmarktplatz für die Metropolregion Hamburg veröffentlicht. Die Plattform soll Produzenten, Abnehmer und Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette vernetzen und so den Hochlauf der regionalen Wasserstoffwirtschaft beschleunigen. mehr...
ZSW/Holst Centre: Projekt entwickelt AEM-Elektrolyseure
[25.02.2026] ZSW und Holst Centre entwickeln im Projekt genAEMStack einen kosteneffizienten, großskalierbaren AEM-Elektrolyse-Stack für die Wasserstoffproduktion. Das Vorhaben soll Europas technologische Unabhängigkeit stärken und die industrielle Wertschöpfung in Baden-Württemberg und Noord-Brabant ausbauen. mehr...
Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit
[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...
BDEW/Capgemini: Studie zum Wasserstoff-Hochlauf vorgestellt
[12.02.2026] Eine Studie von BDEW und Capgemini warnt vor einem Stillstand beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Regulatorische Vorgaben, fehlende Absicherung und hohe Investitionsrisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette verhindern bislang belastbare Investitionsentscheidungen. mehr...
GET H2: Karte zum Wasserstoffhochlauf veröffentlicht
[10.02.2026] Die Wasserstoffinitiative GET H2 hat ihren Webauftritt erneuert und zeigt erstmals eine interaktive Karte mit 30 realen Wasserstoffprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Übersicht macht sichtbar, wie weit der Wasserstoffhochlauf in Deutschland bereits vorangekommen ist und warum belastbare Projekte jetzt den Unterschied machen. mehr...
Aachen: Grenzprojekt für Wasserstoff startet
[02.02.2026] Ein neues Projekt soll Unternehmen dabei unterstützen, auf klimafreundliche Energie umzusteigen. Dafür arbeiten Partner aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer grenzüberschreitenden Wasserstoffwirtschaft. mehr...














